Kapitel 3

1274 Worte
Der Bildschirm von Julian's Handy wurde schwarz. Er stand einfach nur da auf dem Bürgersteig in Brooklyn, während der Wind vom East River ihm direkt durch den Mantel blies. Die Maschine versagte. Zuerst war es Elena, jetzt hatte er keinen Druck mehr ausüben können. Er versuchte, seine Banking-App zu öffnen. Seine Finger zitterten so stark, dass er den Fingerabdruck-Scan zweimal verfehlte. Als die App endlich geladen war, fühlte er sich, als wäre ihm die Luft aus den Lungen gesaugt worden. Das Hauptkonto von Vane Enterprises war leer. Das war das Konto, das sie für die Gehaltsabrechnung und andere wichtige Dinge nutzen. Guthaben: **$0,00** Marcus’ Stimme ertönte aus dem Lautsprecher des Autos, als Julian wieder in den Maybach stieg. „Ich sehe viele Veränderungen auf den Konten. Jemand umgeht unsere Sicherheitsvorkehrungen. "Es kommt aus unserem Netzwerk.“ „Bring mich zum Penthouse“, sagte Julian mit rauer Stimme. „Sofort.“ Die Rückfahrt war furchtbar. Julian saß im Dunkeln und fühlte sich von den Ledersitzen eingeengt. Er starrte immer wieder in das Tagebuch. Er hatte Jahre damit verbracht, dieses Buch zu beschützen, in der Annahme, dass er die Kontrolle behielte, solange er die Geheimnisse seines Vaters besaß. Nun hatte jemand Elenas Weggang als Ablenkung genutzt, um alles zu stehlen. War es Dominic? Nein, der Mann im Studio war bei Elena. Das war ein Auftrag. Als sich die Aufzugstür im Penthouse öffnete, roch die Luft nach Ozon. Die Tür zum Arbeitszimmer war elektronisch geöffnet worden, nicht aufgebrochen. Julian eilte zum Safe hinter dem Bücherregal. Die Tür stand offen. Das Tagebuch ist verschwunden. Da war noch etwas anderes, das Julian den Magen umdrehte. Eine billige Plastik Uhr. So eine, wie sie Kinder tragen. Er hob sie auf. Auf der Rückseite stand: *Times Julian.* Marcus stand blass in der Tür. Er hatte sein Tablet in der Hand. „Der Vorstand ruft an. Sie wissen von dem Geld. Die Aktie stürzte ab. "Sie wollen eine Krisensitzung um 4.00 Uhr morgens.“ Julian blickte nicht auf. Er starrte nur auf die Uhr. „Marcus, du hast gesagt, Elena hat jemanden getroffen. "Wer war das?"“ „Ich bin noch am Nachforschen“, sagte Marcus. „Ich habe noch etwas anderes herausgefunden. Elena hat das Atelier nicht erst vor einer Woche gemietet. Sie hat ihre Kunstwerke schon seit Monaten dorthin gebracht. "Kleine Dinge, die man nicht bemerkt.“ „Weil ich nicht auf die Wände geschaut habe“, flüsterte Julian. „Ich habe nur auf die Zahlen geschaut.“ Der Vorstand verlangte eine Antwort. Julian war das egal. „Sag ihnen, ich kümmere mich darum“, sagte er, und seine alte Selbstsicherheit kehrte zurück. Sie fühlte sich schwach an. „Marcus, wenn du sie noch einmal ‚Ma’am‘ oder ‚Mrs. Vane‘ nennst, bist du gefeuert. Ihr Name ist Elena Vance. "Sie ist die Einzige, die mir sagen kann, wer in diesen Raum gelangt ist.“ Julian wartete nicht bis zum Morgen. Er fuhr zurück nach Brooklyn, der Motor des Maybachs dröhnte laut durch die Straßen. Er parkte einen Block entfernt. Ich ging zum Studio. Diesmal drückte er nicht auf die Sprechanlage. Er ging zur Seite des Gebäudes. Kletterte die Feuerleiter hinab. Er erreichte die Etage und schaute durch das Fenster. Im Studio war es still. Elena arbeitet nicht. Sie saß auf einem Sofa und trank Wein. Dominic Throne saß auf dem Boden und las ihr vor. Sie sahen friedlich aus. Es tat Julian weh, das zu sehen. Er hatte ihr nie vorgelesen. Er hatte sich nie auf den Boden gesetzt. Er hatte sich nie auf eine niedrigere Ebene begeben als die Person, mit der er zusammen war. Er klopfte an die Scheibe. Elena zuckte zusammen und verschüttete ihren Wein. Dominic sprang auf und stellte sich vor sie. Als sie Julian sahen, war Elenas Gesicht nicht verängstigt. Es war erschöpft. Sie kam herüber. Ich öffnete das Fenster. „Was machst du da, Julian? "Willst du verhaftet werden?"“ Das Tagebuch sei weg, sagte Julian mit rauer Stimme. Die Konten seien leer. Sie hätten eine Uhr zurückgelassen. Elenas Gesicht wurde blass. Sie umklammerte das Fenster fest, bis ihre Knöchel grau wurden. „Die Uhr vom Pier?“ Julian wusste nicht, was sie meinte. „Welcher Pier?“ „In der Nacht, als wir uns verlobt haben, flüsterte sie. „Wir waren auf dem Jahrmarkt in Brighton. Du hast sie bei einem Spiel gewonnen. Du hast gesagt, es sei "das ehrlichste Schmuckstück, das du mir je kaufen würdest.“ Julian lief ein Schauer über den Rücken. Daran konnte er sich nicht erinnern. Er hatte diese Nacht vergessen und sie durch die Geschichte ersetzt, die sich sein Team ausgedacht hatte. „Wenn sie diese Uhr haben“, sagte Elena und sah Dominic an, „dann ist es kein Konkurrent. Es war jemand, der in unserem Haus war. "Jemand, der alles weiß.“ „Wer ist das, Elena?“, fragte Julian und streckte die Hand durch das Fenster. „Wer könnte in den Tresorraum gelangen und diese Uhr haben?“ Elena sah ihn mit Tränen in den Augen an. „Es gab noch eine andere Person, die einen Schlüssel zu meinem Schmuckkästchen hatte, Julian. "Deine Schwester.“ Julian erstarrte. Seine Schwester Beatrice sollte eigentlich in einem Wellness-Retreat in der Schweiz sein. „Beatrice ist in Zürich“, sagte Julian. „Ist sie das?“, fragte Dominic und zeigte ihm ein Tablet. „Weil vor zwei Stunden ein Privatjet in Teterboro gelandet ist. Beatrice Vane ist gerade ausgestiegen. "Sie war nicht allein.“ „Wer war bei ihr?“, fragte Julian. Dominic zeigte ihm ein Bild. Darauf war Beatrice zu sehen, wie sie entschlossen und konzentriert auf ein SUV zuging. Der Mann neben ihr, der ihre Tasche trug, war der Anwalt seines Vaters. „Sie sind hinter der Firma her, Julian“, sagte Elena. „Sie haben gewartet, bis ich weg war, weil sie wussten, dass ich derjenige war, der bemerkt hat, dass sich die Mitarbeiter seltsam verhielten. "Sie wussten, dass du zu beschäftigt warst, um zu sehen, was vor sich ging.“ Julian sah seine Frau an, die Frau, die er wie einen Besitz behandelt hatte. Sie war die Verbündete, die ihm noch geblieben war. „Ich brauche deine Hilfe“, sagte Julian, sein Stolz war verschwunden. „Ich weiß nicht, wie ich sie ohne das Tagebuch bekämpfen soll.“ Elena blickte zu Dominic und dann wieder zu Julian. Sie öffnete das Fenster nicht weiter. „Ich bin nicht mehr dein Kapital, Julian“, sagte sie leise. „Wenn ich dir helfe, dann nicht, um dein Geld zu retten. Sondern um Beatrice davon abzuhalten, dieser Stadt zu schaden. "Der Preis für meine Hilfe ist kein Geld.“ „Alles“, sagte Julian. „Was willst du?“ Elena beugte sich vor, ihre Augen leuchteten. „Der Preis ist dein Name. Bevor das hier vorbei ist, solltest du alle Anteile an Vane Enterprises auf einen Treuhandfonds überschreiben. Du wirst niemand sein, Julian. "Genau wie du dachtest, dass ich es bin.“ Julian öffnete den Mund, um zu widersprechen, um das zu schützen, was er aufgebaut hatte, als sein Handy mit einer Benachrichtigung piepste. Es war keine Bank- oder Sicherheitswarnung. Es war eine Nachrichtensendung. *„Live vom Vane Plaza: Beatrice Vane verkündet ihre Rückkehr als amtierende Geschäftsführerin und erklärt, Julian Vane sei nach dem Weggang seiner Frau psychisch labil. "Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen Unterschlagung erlassen.“* Julian blickte aus dem Fenster. Er sah Polizeiautos in die Straße einbiegen. „Sie sind da“, sagte Dominic und holte seinen Mantel. „Entscheide dich jetzt, Julian. "Dein Leben?"“
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