Kapitel 3: Magisches Aufeinandertreffen

1111 Worte
Tony rannte, ohne sich umzusehen. Er wollte nur weg von den beiden Irren. Zauberer, so etwas Verrücktes hatte er noch nie gehört. Als ob er einfach mit zwei Wildfremden mitgehen würde, die offensichtlich eine an der Klatsche hatten. Im Normalfall hätte er die Polizei gerufen, aber dieser alte Mann hat sein Handy pulverisiert. Wie auch immer ihm das gelungen war, Tony hatte nicht vor dort zu bleiben, um es herauszufinden. Glücklicherweise schienen die beiden nicht die Hellsten zu sein, denn sie hatten ihn wirklich aus den Augen gelassen. Der alte aus dem Fenster klettern und verschwinde Trick klappte also nicht nur im Film. Gut zu wissen. Bis sie bemerkten das er weg war, wäre er bereits über alle Berge. Tony war so vertieft in seine Gedanken, dass er den Stock nicht kommen sah, der wie aus dem Nichts vor ihm auftauchte. Mit Karacho rannte er dagegen und wurde zu Boden geworfen. Er kam hart mit dem Hinterkopf am Beton auf und blieb benommen liegen. Sein Kopf schmerzte höllisch und vor seinen Augen tanzten Sterne umher. Als sich seine Sicht langsam wieder klärte, sah er die beiden Männer über ihn stehen. "Du solltest ihn aufhalten, nicht ausknocken.", knurrte Magnus gerade vorwurfsvoll. Cedric zuckte entschuldigend mit den Schultern. "Wollte ich ja. Ich dachte er bliebe stehen, woher soll ich denn wissen, dass er in Höchstgeschwindigkeit dagegen rennt. Was hast du denn erwartet Junge, dass du den Stock durchbrichst?", fragte er an Tony gewandt, ein leicht spöttischer Unterton schwang in seiner Stimme mit. Trotz der höllischen Kopfschmerzen sprang Tony auf und wich einige Schritte zurück, die Hände abwehrend von sich gestreckt. "Ich werde schreien.", warnte er die beiden Männer, die bloß einen kurzen Blick wechselten. "Ich habe zwar keine Ahnung weshalb du dies als notwendig erachtest, doch wenn du dich dadurch besser fühlst, nur zu.", meinte Magnus ruhig und nahm von Cedric seinen Stab wieder entgegen. Tony blinzelte verwirrt und ließ die Hände sinken. "Das muss doch alles ein blöder Scherz sein.", murmelte er fassungslos und schüttelte immer wieder den Kopf, fast so als hoffe er, dies alles sei bloß ein Traum, und er würde jeden Moment dadurch aufwachen. Magnus wollte einen Schritt auf ihn zu machen, doch sofort ging Tony wieder in Abwehrhaltung. "Ich warne Sie, ich werde schreien. So lange bis irgendjemand die Polizei ruft.", drohte er erneut und Magnus blieb stehen. Er sah zu Cedric der ihm nur einen vielsagenden Blick zuwarf. Es schien beinahe so, als kommunizierten die Beiden bloß durch Blicke, und das machte Tony äußerst nervös. Er sah sich panisch um, doch er kannte diese Gegend, hier gab es hauptsächlich Studentenwohnheime, die Möglichkeit das ihn also jemand hörte war recht gering, denn alle befanden sich nun in den Vorlesessälen. Dort wo auch er sich befinden sollte. Stattdessen befand er sich hier, mit zwei Verrückten die wer weiß was mit ihm vorhatten. Und das alles nur weil sein blöder Handy Akku leer gewesen war. In diesem Moment schien die stumme Diskussion der Beiden zu enden, denn Magnus seufzte resigniert und nickte leicht, woraufhin Cedric beinahe triumphierend lächelte, ehe er den Kopf senkte und leise Worte vor sich her murmelte. Nun wurde Tony noch nervöser. "Was zum Teufel macht er da?", fragte er Magnus alarmiert, welcher ihm bloß einen beruhigenden Blick zuwarf. "Cedric hatte Recht, es scheint ganz so, als brauchest du einen unbestrittenen Beweis, ehe wir eine gesittete Unterhaltung führen können.", antwortete dieser ruhig. Tony sah hektisch zwischen den beiden hin und her. "Unbestrittenen Beweis wofür?", hakte er nach, was Magnus äußerst zu amüsieren schien. "Na für Magie, Junge." Tonys Blick schoss zu ihm. "Ich bitte Sie, das ist doch vollkommen...", begann er, doch plötzlich wurde er von den Füßen gerissen und schien unkontrolliert in ein tiefes schwarzes Loch zu fallen. Unwillkürlich stieß er einen erschrockenen Schrei aus und kniff die Augen zusammen, doch sogleich spürte er wieder festen Boden unter sich. Langsam öffnete er die Augen und erstarrte. Er stand wieder in seinem Wohnzimmer. "Verrückt.", stieß er aus und sah sich um. Magnus und Cedric standen hinter ihm und sahen ihn erwartungsvoll an. "Können wir uns nun unterhalten ohne das du wegläufst?", fragte Magnus ihn. Langsam nickte Tony. "Natürlich. Ich mache Tee.", flüsterte er wie benommen, machte einen Schritt Richtung Küche und kippte um. Das letzte was er hörte war ein Fluchen von Magnus und Cedrics lachen, ehe er ohnmächtig wurde. "Und du bist dir ganz sicher, dass er der ist, den wir suchen?", wiederholte Cedric erneut und sah zweifelnd auf den ohnmächtigen Jungen vor sich herab. Magnus sah ebenfalls zu dem am Boden liegenden Jungen und seufzte leicht, ehe er unter seinen Umhang griff und das Amulett herausholte. Er hielt es über den Jungen und sofort erstrahlte es in hellem Licht. "Damit wäre dies geklärt.", meinte er ruhig und steckte das Amulett wieder weg. "Ganz großartig.", murmelte Cedric mit vor Sarkasmus triefender Stimme und ließ sich auf einem Stuhl nieder, der im Raum herumstand. Magnus wandte sich kopfschüttelnd von dem Jungen ab. "Ich verstehe das nicht. Wieso ist er nur weggelaufen?", murmelte er vor sich her. Cedric hob eine Augenbraue. "Vielleicht hättest du nicht sein Handy pulverisieren sollen. Laut meiner Studien sind insbesondre die Jüngeren Menschen sehr verbunden mit diesen kleinen Technikgeräten." Magnus sah verwirrt zu ihm. "Doch die Strahlung, die davon ausging.", erinnerte er Cedric, der leise lachte. "Herrgott Magnus, wir befinden uns im 21. Jahrhundert. Da ist diese Strahlung vollkommen normal. Ich habe dich gewarnt. Dies ist nicht mehr dieselbe Welt die du kennst. Glaub es oder nicht, doch die Menschen haben sich in den letzten Jahrhunderten weiterentwickelt. Weshalb ich auch so überrascht davon bin, dass einer von ihnen Magie besitzt. Ich war immer der Meinung, die Magie sei wegen dieser modernen Gerätschaften verkümmert." Cedric verstummte und sah nachdenklich aus dem Fenster. Magnus lehnte seinen Stab an die Wand und ließ sich ebenfalls auf einem der Stühle nieder. "Wie es scheint hast du dich geirrt. Die Magie ist nicht verkümmert, jedenfalls nicht zur Gänze. Der Junge trägt zweifelsohne Magie in sich. Das kannst auch du spüren, bestreite es nicht." Cedric seufzte und sah zu Tony, der immer noch ohnmächtig am Boden lag, ehe ein nachdenklicher Ausdruck auf seiner Miene erschien. "Weißt du, wir könnten ihn jetzt ganz einfach nach Avalon bringen. Solange er ohnmächtig ist, kann er uns keine Probleme machen.", schlug er vor, doch der Blick den Magnus ihn zuwarf, war Antwort genug. "Wir werden diesen Jungen nicht entführen. Er muss freiwillig mitkommen, das weißt du so gut wie ich.", wies Magnus ihn zurecht, ehe er es sich in dem Stuhl bequem machte. "Wir werden warten, bis er wieder aufwacht.", beschloss Magnus, und Cedric seufzte ergeben, ehe er leise flüsterte: "Falls er wieder aufwacht."
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