Kapitel Elf

1594 Worte

Morgens hing der Geruch des Heilers noch auf dem Stein. In der Nacht hatte er meinen Bauch neu verbunden, leise gearbeitet, keine überflüssigen Fragen gestellt, nichts versprochen. Der Verband hielt jetzt, aber mein Magen war leer; ich hatte die Hälfte des Wassers aufgehoben, damit sie nicht wieder tagelang verschwanden. Gegen Mittag änderte sich der Rhythmus des Korridors. Stiefel schleppten sich nicht mehr dahin, Schlüssel klirrten nicht – jede Bewegung hatte ihren Platz. Der Narbige und der Junge erschienen vor den Gitterstäben. Hinter ihnen der Mann mit dem Umhang. Dann der Vierte – der, bei dem selbst die Luft den Atem anhält. Niemand sprach seinen Namen; es war nicht nötig. Der König kam herab. „Öffnen“, sagte er kurz. Das Schloss drehte sich, das Eisen öffnete sich langsam. Der J

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