Kapitel 4

1189 Worte
Alpha Rylan stürmte zurück auf die Lichtung, nicht zu Fuß, sondern mit der tödlichen, lautlosen Geschwindigkeit seines Black Wolf. Seine Wut war mit bloßem Auge sichtbar – eine dunkle Wolke, die die Luft erstickte und Zeno, den vernarbten Beta, wie einen geschlagenen Welpen zurückschrecken ließ. „Ich habe dich gefragt, was du getan hast, Zeno!“ Rylans Stimme war kein Schrei, sondern ein leises, gefährliches Grollen, das durch meine Schuhsohlen vibrierte. Zeno ließ meinen Arm los und wich zurück, sein Gesicht entspannt und von einer Verwirrung geprägt, die eindeutig echt war. „Alpha, ich weiß es nicht! Meine Hand ... sie hat einfach aufgehört. Es fühlte sich an wie eine Barriere, eine kalte Wand. Ich habe nicht ...“ „Schweigen!“ Rylan unterbrach ihn. Er schritt an dem Beta vorbei, sein hoch aufragender Körper warf mich vollständig in den Schatten. Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, getrieben von urzeitlicher Angst. Der schwache silberne Schimmer, der mich gerettet hatte, war verschwunden, aber das Flüstern der Lumina summte immer noch in meinem Kopf und drängte mich, aufrecht zu stehen und dem Blick des Feindes standzuhalten. Ich war gefangen zwischen meinen verängstigten Omega-Instinkten und dem plötzlichen, heftigen Willen dieser uralten, unerwünschten Kraft. Rylan blickte von Zenos verwirrtem Gesicht zu meinem. Seine Augen, die normalerweise eiskalt waren, brannten vor Misstrauen. Er glaubte Zeno nicht, aber er konnte sich auch keine Alternative vorstellen – dass der schwächste Wolf im Rudel, ein Omega, den er abgelehnt hatte, die Kontrolle über seinen ranghöchsten Beta besaß. Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version) Er packte mein Kinn, sein Griff war fester und fordernder als zuvor und zwang mich, mein Gesicht zu ihm zu heben. Der Schmerz der früheren Zurückweisung wurde beiseite gedrängt, erneut überwältigt von dem elektrischen Sturm seiner Berührung. „Sieh mich an, Ember“, befahl er. „Was für ein Spiel spielst du? Welche verfluchte Magie hast du von der Mondschattenhexe geschluckt?“ „Ich weiß nicht, wovon du sprichst“, flüsterte ich, aber meine Augen verrieten mich. Sie enthielten den trotzigen Funken der Luna. Rylan sah es. Dieses winzige Aufblitzen von Widerstand. Es amüsierte ihn nicht, es machte ihn wütend und schürte seinen inneren Kampf. Er sah seine Schicksalsgefährtin an – diejenige, die er eigentlich lieben sollte –, aber sie war auch eine Gefangene, eine Omega und nun möglicherweise eine magische Bedrohung. Er ließ seine Hand sinken, wandte sich ab und fuhr sich frustriert mit der Hand durch sein dunkles Haar. Er kämpft jedes Mal gegen die Verbindung, wenn er mich berührt, wurde mir klar, und ein kleines, gefährliches Stück Hoffnung schlug Wurzeln in meiner zerbrochenen Seele. Er hasst es, dass er mit mir verbunden ist, aber er kann diese Verbindung nicht lösen. „Steh auf“, befahl er mit einer Stimme, die vor Erschöpfung von dem inneren Kampf fast versagte. „Zeno, du reitest mit der Spähtruppe voraus. Schick mir ein Reittier für die Omega. Sie reitet mit mir.“ Zeno starrte ihn mit offenem Mund an. „Alpha, sicherlich ...“ Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version) „Stellst du meinen Befehl in Frage?“ Rylans Blick war eiskalt. „Nein, Alpha.“ Zeno verschwand augenblicklich, dankbar, dass er entkommen konnte. Die Entscheidung, mich an seiner Seite zu behalten, war von seinem Wolfsinstinkt getrieben, der ihn dazu drängte, die Gefährtin zu beschützen, der er nicht trauen konnte. Es war die höchste Form der erzwungenen Nähe, und sie erfüllte mich mit Furcht. Rylan wandte sich wieder mir zu, und die Stille zwischen uns war angespannt. „Du hast etwas“, sagte er, nicht als Frage, sondern als kalte Anschuldigung. „Etwas unterdrückt den Schmerz der Ablehnung und stört meine Reihen. Wenn es eine Waffe ist, werde ich sie dir wegnehmen und dein Rudel Stück für Stück auseinanderreißen, bis du mir sagst, woher sie stammt.“ Instinktiv ballte ich die silberne Splitter in meiner Hand unter meinem zerfetzten Umhang. Der kalte Puls war mein einziger Trost. „Ich habe nichts außer deinem Hass, Alpha“, antwortete ich und ließ meine Stimme vor Schmerz brechen, um die Lüge glaubhaft zu machen. Er kam langsam näher, sein Geruch umhüllte mich wie ein Samttuch. Er beugte sich vor, seine Augen dunkel vor einer Mischung aus Ekel und quälendem Verlangen. „Dein Schmerz“, murmelte er, wobei seine Stimme gerade so weit leiser wurde, dass sie tödlich wirkte, „sollte lähmend sein. Stattdessen ist er nur ein leises Summen. Das ist falsch. Und was falsch ist, zerstöre ich.“ Er packte mein Handgelenk und drückte seinen Daumen in die Mitte meiner Handfläche – genau dort, wo das Silberfragment lag. Der Schmerz war scharf, aber das Silber pulsierte zurück, und meine Wölfin Lumina stieß ein leises, beschützendes Knurren aus, das nur er hören konnte. Rylans Augen blitzten auf, als er das Geräusch der wahren Verbindung erkannte. Er hörte meine Wölfin. „Die Begnadete Luna“, flüsterte er, der Name alt und schwer. Er sah erschrocken aus, dann sofort wütend über seine eigene Angst. „Es ist wahr. Die Gerüchte waren wahr.“ Er ließ mich abrupt los, als Zeno zurückkam und ein massives, schwarzmähniges Kriegspferd führte, das mich winzig erscheinen ließ. Rylan griff nach den Zügeln. „Steig auf“, befahl er Zeno. Der Beta hob mich hoch und setzte mich unbeholfen seitlich vor Rylan auf den Sattel. In dem Moment, als mein Rücken gegen seine steinharte Brust drückte, flammte die elektrische Anziehungskraft der Verbindung zu einem blendenden Licht auf und überwältigte die letzten Spuren meiner Ablehnung. Ich war gefangen, umhüllt vom Duft meines Entführers. Rylan schwang sich hinter mich auf das Pferd. Der plötzliche Kontakt war unglaublich intim und erschreckend zugleich. Er nahm die Zügel und trieb das Pferd zu einem schnellen Trab an. Als wir tiefer in das feindliche Gebiet vordrangen, drückte sich meine Wange gegen das harte Leder seiner Jacke und ich spürte seinen schnellen, unregelmäßigen Herzschlag. Er kämpfte gegen die Verbindung, gegen mich, gegen die Wahrheit darüber, wer ich war. Dann beugte sich Rylan vor, sein Mund war ganz nah an meinem Ohr, seine Stimme kaum hörbar über dem Hufgetrappel. „Du trägst nicht nur das Blut der Luna in dir, Ember. Du bist das Einzige, was den uralten Fluch auf meinem Rudel aufheben kann. Meine Ältesten haben mich gewarnt. Ich brauche deine Kraft, aber wenn du dich mir widersetzt, werde ich dich zuerst vernichten.“ Das Geständnis – dass er meine Kraft brauchte, um sein Rudel zu retten – war eine verblüffende Wendung. Aber als wir an einem Grenzstein vorbeiritten, entdeckte ich ein Stück vertrauten, verrotteten Stoffes, das an einem abgebrochenen Ast hängen geblieben war. Es war ein Streifen des Banners des Moonshadow-Rudels. Es war nicht Rylans Rudel, das diesen Schaden angerichtet hatte. Es war zu alt, zu sauber. Ich schaute genauer hin. Unter dem Stoff war ein seltsames, scharfes Symbol in das Holz geritzt – ein Halbmond mit einem Auge in der Mitte – das Zeichen des Hexenzirkels, der vor Jahrhunderten verbannt worden war. Rylan war nicht die größte Bedrohung. Die Hexen kamen. Und ich, die machtlose Omega, ritt nun direkt ins Epizentrum eines Krieges, der weit älter und gefährlicher war als jede Rivalität zwischen Rudeln.
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