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1143 Worte
Mit meinem Wolf in mir wach war jede Bewegung, die ich machte, schneller, flüssiger, als würde ich durch die Küche gleiten. Meine Sinne waren auch schärfer – ich konnte das leise Murmeln von Gesprächen aus dem Speisesaal hören, nicht nur die üblichen Schreie oder lautes Lachen, die früher alles waren, was ich auffangen konnte. Ich trug die Frühstückstabletts hinaus, behielt die Augen gesenkt, während ich Teller vor den Rudelmitgliedern absetzte. Adrian war nicht da, aber ich stellte seine und Katrinas Teller trotzdem hin, dann drehte ich mich um, um den Rest aus der Küche zu holen. Als ich zurückkam, die Tabletts vorsichtig in den Händen balancierend, sah ich sie zusammen die Treppe herunterkommen, Hand in Hand. Mein Atem blieb mir im Hals stecken, als hätte mich jemand in die Brust geschlagen. Ich erstarrte, starrte Adrian an, als er seine Hand von Katrinas wegriss, als hätte ihre Berührung ihn verbrannt. Er begann auf mich zuzugehen, langsam und bedächtig, die Luft zwischen uns wurde schwer, d**k von etwas, das ich nicht benennen konnte. Für den Bruchteil einer Sekunde sah ich es – seinen Wolf, der an die Oberfläche stieg, seine Augen blitzten mit etwas Wildem. Er kämpfte dagegen an, versuchte, ihn hinunterzudrücken. In meinem Kopf rief Alexas Stimme *Mate, Mate, Mate*, immer wieder, ihre Aufregung hallte durch mich. Aber ich konnte mich nicht bewegen, konnte nicht atmen, war wie festgenagelt an Ort und Stelle, während er die Distanz schloss. Er blieb nur wenige Zentimeter entfernt stehen, nah genug, dass ich die Hitze spüren konnte, die von ihm ausging. Seine Augen fixierten sich auf meine, lodernd mit einer Mischung aus Feuer und Hunger, als sähe er mich zum ersten Mal. Aber dann, genauso schnell, verwandelte sich dieses Feuer in Wut, sein Kiefer spannte sich an. Ich machte mich bereit, erwartete einen Ausbruch, ein grausames Wort, etwas, das mich niedermachen würde. Stattdessen öffnete er den Mund, schloss ihn dann wieder, sagte kein einziges Wort. Er streifte an mir vorbei, seine Schulter streifte meine, und ging weiter, warf nicht einmal einen Blick auf den Tisch, an dem die anderen aßen. Katrinas Kopf schnellte zu mir herum, ihre Augen schossen Dolche, während sie hinter ihm herstürmte. „Was zum Teufel geht hier vor?“ schrie sie, ihre Stimme scharf genug, um den Raum zu durchschneiden, ihr Blick beschuldigte mich wegen etwas, das ich nicht einmal laut gesagt hatte. Ich stand da, das Herz pochte, Alexa winselte in meinem Kopf. *Er wird uns zurückweisen,* sagte ich zu ihr, mein Magen verdrehte sich bei dem Gedanken. Ihre leisen Winsel lauten widerhallten meinem eigenen Schmerz, die Art, wie er einfach ohne ein Wort hinausgegangen war, stach mehr, als ich zugeben wollte. Ich zwang mich zu bewegen, setzte den Rest der Teller ab und zog mich in die Küche zurück, meine Hände zitterten, während ich mich an die Kante der Theke klammerte. Der Rest des Tages zog sich hin, und ich sah Adrian nicht wieder. Nicht ein einziges Mal. Aber Katrina tauchte natürlich auf. Sie pflanzte sich in den Küchen-Türrahmen, stand einfach nur da und starrte mich an, was sich wie eine Ewigkeit anfühlte. Ihre Augen waren kalt, berechnend, als würde sie irgendeinen Plan in ihrem Kopf zusammenbasteln. Hatte er es ihr gesagt? fragte ich mich, mein Kopf raste. Wusste sie, was Alexa gespürt hatte, was ich zu ängstlich war, laut auszusprechen? Ich sprach nicht mit ihr – was gab es zu sagen? Anfangen zu erklären, dass ich das nicht geplant hatte, dass ich ihren Mann nicht wollte? Auf keinen Fall. Außerdem brannte jeder Teil von mir bei dem Gedanken an sie in der Nähe von Adrian, meinem Mate. Ich wollte sie von ihm wegreißen, beanspruchen, was mir gehörte. Aber dann traf mich die Frage, laut und schwer: War er wirklich mein Mate? War er es wert, darum zu kämpfen, wenn er mich so ansehen konnte, mit Wut statt mit irgendetwas anderem, und dann ohne ein Wort weggehen konnte? Ich behielt den Kopf gesenkt, hackte Gemüse, rührte Töpfe, alles, um meine Hände beschäftigt zu halten, während meine Gedanken wirbelten. Die Wahrheit war, ich wusste nicht, ob Adrian es wert war. Wenn er herausfand, dass ich sein Mate war und seine erste Reaktion Wut war und er dann ohne ein Wort abhieb, was sagte das über ihn aus? Über uns? Ich war nicht dumm genug zu glauben, er würde mich über Katrina wählen, seine auserählte Luna, die, mit der er seit Jahren zusammen war. Die, die in seine Welt passte, sein Rudel, sein Leben. Während ich nur die Waise war, die Dienerin, das Mädchen, auf das alle herabschauten. Die Nacht kam schnell, und ich rang immer noch mit dem Plan, den ich so lange gehabt hatte – wegzulaufen, sobald ich achtzehn wurde. Das war der Deal, oder? Meinen Wolf bekommen, raus, Iron Fang und all sein Gift hinter mir lassen. Aber jetzt, mit Alexa in meinem Kopf, war es nicht so einfach. Sie war den ganzen Tag still, ihr üblicher Funke gedimmt, und ich wusste, dass das sie härter traf als mich. Mein Wolf war an Adrian gebunden und die Idee, ihn zurückzulassen, zerfetzte sie. Ich konnte es spüren, wie ein Schmerz tief in meinen Knochen. *Wir sollten bis morgen warten,* sagte Alexa endlich, ihre Stimme weich, durchbrach die Stille, die sich zwischen uns gelegt hatte. *Er könnte uns akzeptieren.* Ich wusste nicht, wie ich antworten sollte. Ein Teil von mir wollte ihr glauben, an diesen winzigen Fetzen Hoffnung festhalten. Aber ein anderer Teil – der Teil, der Jahre damit verbracht hatte, herumgestoßen, ignoriert und gedemütigt zu werden – wollte ihr sagen, dass sie falsch lag. Dass Adrian nicht umkehren würde, dass er seine Wahl lange getroffen hatte, bevor ich meinen Wolf bekam. Trotzdem konnte ich mich nicht dazu bringen, mit ihr zu streiten. Ich schleppte meinen Eimer Wasser hoch in mein Dachboden-Zimmer, wie jeden Abend, und nahm ein schnelles Bad, spritzte kaltes Wasser über meine Haut. Keine schicken Seifen, kein langes Einweichen – gerade genug, um den Tag abzuwaschen. Ich schlüpfte in eines meiner abgetragenen T-Shirts, der Stoff weich von zu vielen Wäschen. Dann kroch ich in mein schmales Bett, zog die dünne Decke über mich. Ich starrte an die Decke, wollte den Schlaf herbeizwingen, aber mein Kopf hörte nicht auf. Adrians Gesicht blitzte immer wieder in meinem Kopf auf – diese brennenden Augen, die Art, wie er sich vom Sprechen abgehalten hatte, die Wut, die die Oberhand gewonnen hatte. Und Katrinas Blick, als wüsste sie bereits etwas, das ich zu ängstlich war zuzugeben. Ich wollte weglaufen. Zur Hölle mit ihnen allen – Adrian, Katrina, dem ganzen Rudel. Ich könnte gehen, irgendwo neu anfangen, nur ich und Alexa. Aber mein Wolf machte es mir nicht leicht. Sie hielt fest, klammerte sich an die Idee unseres Mates, und ich wusste nicht, wie ich dagegen ankämpfen sollte. Also lag ich da, die Augen schwer, das Herz schwerer, und wartete darauf, dass der Schlaf mich hinunterzog.
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