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1267 Worte
Ich muss irgendwann eingeschlafen sein, denn als ich als Nächstes aufwachte, war es fast Morgen, und ich konnte das entfernte Heulen von Wölfen und das Zwitschern von Vögeln draußen hören. Ich beneidete sie – ihre Freiheit, ihre Leichtigkeit, die Art, wie sie nicht das Gewicht der Erwartungen eines Rudels oder ein Herz voller Fragen trugen. Heute war die große Jubiläumszeremonie von Iron Fang, die sechsundneunzigste, und ich hatte keine Zeit, herumzuliegen. Ich schleppte mich aus dem Bett, meine Brust immer noch schwer von Gedanken an Adrian, Alexa und was als Nächstes passieren könnte. Ich eilte in die Küche, meine Füße bewegten sich schneller, als mein Kopf mithalten konnte. Die Küche brummte bereits, als ich ankam. Zum ersten Mal halfen die anderen Köche und Omegas mit, alle rannten herum, schmückten Tische, ordneten Tabletts, sorgten dafür, dass jedes Detail für den großen Tag perfekt war. Katrina spielte natürlich ihre Rolle als laute, herrische Inspektorin, stolierte herum und brüllte Befehle an alle. Aber nicht an mich. Kein einziges Wort kam in meine Richtung, was meine Nerven auf die Probe stellte. Katrina ignorierte Leute nicht einfach – sie hatte immer einen Plan, und ihr Schweigen ließ mich darüber sorgen, was sie diesmal ausheckte. Gäste aus anderen Rudeln begannen anzukommen, und bald war das Rudelhaus voller Fremder, ihre Stimmen und ihr Lachen füllten jede Ecke. Ich hatte kaum Zeit zum Nachdenken, während wir anfingen zu servieren, meine Arme schmerzten vom Tragen Tablett um Tablett, ich schlängelte mich durch Tische, stellte Teller mit Essen bei Rudelmitgliedern und Besuchern ab. Ich rannte hin und her, holte Getränke, räumte Geschirr ab, sorgte dafür, dass jeder hatte, was er brauchte. Als der Abend anbrach, war ich jenseits von müde – erschöpft bis in die Knochen, als wäre ich ausgepresst und zum Trocknen liegen gelassen worden. Zurück in der Küche beschwerten sich die anderen Omegas darüber, wie fertig sie waren, wie sie es kaum erwarten konnten, hinzufallen. Ich sagte nichts, aber ich wusste es besser, als auch nur an Schlaf zu denken. Wenn ich die Küche oder das Rudelhaus so chaotisch hinterließ, hätte ich morgen ernsthafte Probleme. Also schleppte ich meinen müden Körper herum, schrubbte Teller, wischte Oberflächen ab, sorgte dafür, dass alles blitzblank war. Ich war in der Küche, bis zu den Ellbogen in seifigem Wasser, als Katrina hereinkam, ein bösartiges Grinsen über ihr Gesicht geschmiert. Ich versuchte, sie zu ignorieren, behielt die Augen auf dem Geschirr, aber sie ließ es nicht zu. „Na, na“, begann sie, ihre Stimme triefte vor Spott. „Wirst du endlich deinen Platz akzeptieren, Sklavin? Während wir da draußen Spaß haben, tanzen, neue Leute treffen, steckst du hier fest und räumst hinter uns auf. Oh, Ashley, es ist, als hätte die Mondgöttin dich genau dafür gemacht, jedermanns Spielzeug zu sein. Schau dich an – wertlos, verwaist, und jetzt will dich nicht einmal dein Mate.“ Ihre Worte trafen wie eine Ohrfeige, und Alexa winselte in meinem Kopf, der Laut weich und schmerzvoll. Ich biss mir fest auf die Lippe, kämpfte gegen die Tränen an, die überzulaufen drohten. Ich würde ihr nicht die Genugtuung geben, mich weinen zu sehen. Sie machte weiter, trat näher, ihre Stimme niedrig und grausam. „Arme kleine Waise. Sogar die Mondgöttin denkt, du bist nichts. Warum sonst würde sie dich mit jemandem paaren, der lieber weggeht, als dich anzusehen?“ Ich blieb still, schrubbte einen Teller so hart, dass meine Knöchel weiß wurden. Aber Katrina war noch nicht fertig. Ihr Ton verschob sich, wurde widerlich süß, wie Honig mit Gift versetzt. „Weißt du, ich bin nett, Ashley. Wirklich nett. So nett, dass ich sogar in Betracht ziehen würde, meinen Mann mit dir zu teilen.“ Ich wirbelte herum, meine Augen fixiert auf ihre Füße, weigerte mich, ihrem Blick zu begegnen. „Ich will deinen Mann nicht“, schnappte ich, meine Stimme niedrig, aber fest, die Wut brodelte hoch, bevor ich sie stoppen konnte. „Oh, nicht?“ sagte sie, ihr Lächeln wurde breiter, alles falsche Süße. „Komm schon, ich weiß, wie diese Mate-Sache funktioniert. Du stirbst innerlich, oder? Zerrissen, weil er dir gehört, aber nicht wirklich. Der einzige Weg, diese Qual zu beenden, ist, einander zurückzuweisen. Du und Adrian – ihr müsst das Band kappen.“ Ich erstarrte, ihre Worte sickerten ein. Ihn zurückweisen? Der Gedanke ließ meinen Magen sich verdrehen, und Alexa stieß ein weiteres leises Winseln aus. Katrina redete weiter, als genieße sie jede Sekunde davon. „Apropos Adrian, er hat mich tatsächlich geschickt, um dich zu holen.“ Mein Kopf schnellte hoch, und ich traf ihre Augen diesmal, suchte nach der Lüge. „Was?“ sagte ich, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Du denkst, ich lüge?“ rief sie aus, die Hände in die Hüften gestemmt, als wäre sie beleidigt, dass ich sie überhaupt in Frage stellte. „Ich weiß, dass es eine große Sache ist, vom Alpha persönlich gerufen zu werden. Glaub mir, ich verstehe das. Aber ja, er wartet auf dich. Genau jetzt.“ Sie musterte mich von oben bis unten, ihre Nase rümpfte sich, als wäre ich etwas, das sie von ihrem Schuh gekratzt hatte. „Du solltest dich vielleicht in etwas… weniger Peinliches umziehen“, sagte sie, ihre Stimme voll von Mitleid, das sie nicht meinte. Bevor ich etwas sagen konnte, warf sie mir eine kleine Tasche zu, der Inhalt raschelte, als sie in meinen Händen landete. „Ich fühle mich heute großzügig, also lasse ich dich etwas von mir ausleihen. Sag nicht, ich hätte nie etwas für dich getan.“ Ich öffnete den Mund, um zu widersprechen, um zu fragen, wer das Aufräumen beenden würde, wenn ich ginge – weil ich *wusste*, dass ich derjenige wäre, der Ärger bekäme, wenn die Küche morgen ein Chaos wäre. Aber sie unterbrach mich, drehte sich bereits zum Gehen um. „Dritte Tür rechts, oberste Etage“, rief sie über die Schulter, ihre Stimme leicht und beiläufig, als hätte sie gerade nicht meine Welt auf den Kopf gestellt. Und damit war sie weg. Ich stand da, klammerte mich an die Tasche, mein Kopf raste. Meinte sie das ernst? Wartete Adrian wirklich auf mich? Oder war das nur wieder eines ihrer Spiele, irgendein verdrehtes Setup, um mich vor allen zu demütigen? Alexa war still, aber ich konnte spüren, wie sie sich regte, ihre Hoffnung kämpfte gegen meinen Zweifel. Ich wollte glauben, dass Adrian nach mir geschickt hatte, dass vielleicht – nur vielleicht – er bereit war, sich diesem Mate-Band zu stellen. Aber die Erinnerung an seine wütenden Augen, die Art, wie er ohne ein Wort weggegangen war, ließ meine Brust schmerzen. Was, wenn ich da hochginge und er mich zurückwiese? Was, wenn Katrina mich aufstellte, um zu fallen? Ich warf einen Blick auf die Tasche in meinen Händen, versucht, sie zu öffnen, aber nicht sicher, ob ich mit ihrem Plan mitspielen wollte. Die Küche war immer noch ein Chaos, Teller hochgestapelt, Arbeitsflächen mit Resten übersät. Wenn ich jetzt ginge, würde ich später dafür bezahlen. Aber wenn Adrian wirklich wartete… Ich schüttelte den Kopf, versuchte den Nebel zu klären. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, aber hier zu stehen würde keine Fragen beantworten. Ich legte die Tasche auf die Theke, meine Hände zitterten, während ich versuchte, mich zu konzentrieren. Ein Teil von mir wollte weglaufen – aus der Küche, aus dem Rudelhaus, aus Iron Fang ganz und gar. Das war der Plan, oder? Meinen Wolf bekommen und gehen. Aber Alexas stille Hoffnung hielt mich zurück, ihre Stimme von gestern Abend hallte in meinem Kopf wider: *Er könnte uns akzeptieren.* Ich wusste nicht, ob ich ihr glaubte, aber ich konnte sie auch nicht ignorieren.
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