Die Nächte waren seit der Flucht unruhig. Elena konnte die Bilder nicht vergessen: die Feuer im Wald, die Augen, die sie anstarrten, die Stimmen, die drohend wie ein Rudel Wölfe heulten. Und Adrian – wie er sie gepackt, getragen, beschützt hatte. Immer wieder fragte sie sich: Warum riskiert er sein Leben für mich? Am dritten Abend nach jener Flucht hielt sie es nicht mehr aus. Der Mond hing wie eine silberne Sichel am Himmel, der Nebel kroch wieder zwischen die Stämme, und Elena schlich hinaus. Ihr Herz hämmerte, doch die Sehnsucht war stärker als die Furcht. Sie ging zum alten Brunnen auf der Lichtung – dem Ort, an dem sie ihm zum ersten Mal begegnet war. Dort stellte sie ihre Laterne ab, das schwache Licht flackerte im Wind. „Ich wusste, dass ihr kommen würdet.“ Die Stimme kam aus d

