Die Nacht im Gebirge war kälter als alles, was Adrian bisher erlebt hatte. Selbst in den härtesten Wintern des Waldes hatte die Kälte nie so schneidend gewirkt, nie so erbarmungslos wie hier zwischen den zackigen Felszinnen, die wie schwarze Zähne gegen den Sternenhimmel ragten. Der Wind fuhr durch die Schluchten, heulte wie ein Rudel Geister und trug mit sich das Knirschen von Geröll, das irgendwo in der Ferne den Hang hinabrutschte. Adrian lag am Rand des schmalen Feuers, das sie entzündet hatten. Sein Atem hing als weiße Wolke in der Luft, sein Körper war müde, schwer von den Anstrengungen der letzten Tage. Bran, der neben ihm hockte, war in eine Decke gehüllt, doch die Augen des alten Wolfes ruhten wachsam auf den Schatten, die sich bewegten, als hätte der Wind selbst eine Gestalt. „

