Der Herbst kam mit leisen Schritten. Er klopfte nicht an. Er sickerte einfach ein, wie Farbe, die sich langsam in Wasser ausbreitet. Die Blätter des jungen Baums wechselten zuerst. Nicht alle auf einmal. Einige wurden gelb an den Rändern, als hätten sie zu viel Sonne getrunken. Andere hingen noch grün, stur, als wollten sie den Sommer festhalten. Der Wind nahm zu. Er trug jetzt nicht mehr nur Harz und Wärme mit sich. Er brachte Kühle. Den Geruch von feuchter Rinde. Von fallenden Nüssen. Von Dingen, die sich vorbereiteten, zu schlafen. Viktor spürte die Veränderung in den Knochen. Nicht als Schmerz. Als Gewicht. Als würde jede Entscheidung, die er je getroffen hatte, jetzt schwerer wiegen. Er stand oft allein am Rand der Schlucht und schaute hinunter. Das Moos war dichter geworden. Die bla

