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Tyler Kramer werden: Die Rache des versteckten Milliardärs-Chefs

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„Endlich … bin ich hier.“

murmelt Tyler, während er zu dem Wolkenkratzer aufblickt, die Hand auf dem Medaillon, das unter seinem Hemd verborgen ist. „Ich werde diesen Ort dem Erdboden gleichmachen, jeden einzelnen Stein. Keiner von ihnen wird entkommen.“

Tyler Esteil war einst ein bescheidener Diener der Familie Kramer, bis sie seine Mutter sterben ließen und ihn in Ashrones brutalstes Gefängnis warfen, weil er es gewagt hatte, sich zu wehren.

Sie schickten ihn in den Tod, doch er kehrte als Waffe zurück.

Fünf Jahre später ist er draußen. Verwandelt und versteckt hinter der Maske eines nervösen Bergbauinspektors. Doch der wahre Tyler Esteil ist der Herrscher über das mächtigste Schwarzmarktimperium des Landes.

Mit alchemistischer Magie, von der niemand weiß, dass er sie besitzt, und einem Netzwerk von Verbündeten im Verborgenen hat Tyler Jahre damit verbracht, alles zu zerstören, was die Kramers aufgebaut haben. Ihr Vermögen. Ihren Ruf. Ihre Familie.

Ein Verrat nach dem anderen.

Was passiert, wenn aus einem Schaf ein Wolf wird? Was passiert, wenn der verworfene Stein zurückschlägt?

Eine fesselnde Geschichte von epischem Comeback, Rache und der Rückkehr des Kaisers.

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Prolog
Fünf Jahre. Der „Vault“ hatte Tyler Esteil fünf Jahre seines Lebens geraubt. Als er am schmutzigen Fenster des schäbigsten Motels in Salvena stand und den dunkelhaarigen Mann beobachtete, der fünf Stockwerke tiefer das Gebäude betrat, brodelte es in ihm vor stiller Wut – einer Wut, die seit dem Tag seiner Inhaftierung jeden Tag in ihm geschwelt hatte. Das ist das Letzte, was mir die Kramers jemals nehmen werden, dachte er und wandte sich der Tür hinter sich zu. Er nahm einen ausdruckslosen Gesichtsausdruck an, während er auf seinen Gast wartete. Augenblicke später öffnete sich die Tür, und der dunkelhaarige Mann schlenderte herein. Er warf einen einzigen, flüchtigen Blick durch den kleinen Raum. „Sieht gut aus“, verkündete der Besucher, während er sich umdrehte und die Umgebung in sich aufnahm. „Ja?“, antwortete Tyler abwesend, wie eine Maschine, die eine vorprogrammierte Antwort gibt. „Komm schon, Tyler, du musst das Leben ein bisschen mehr genießen!“, erwiderte der etwas ältere Mann mit den grünen Augen beiläufig. „Ja…“, hauchte Tyler, eine automatische Antwort, den haselnussbraunen Blick auf seinen Besucher gerichtet, seine Gedanken woanders. Der fröhliche Gast hielt inne. Dann seufzte er. Er näherte sich seinem jungen Freund. „Es ist nur vorübergehend“, erklärte er vertraulich. „Du brauchst einen Ort abseits der Welt, bis wir deine Unterlagen für den neuen Job fertig haben. Abgelegener als die Sticks geht es nicht.“ Tyler antwortete nicht. Seit seiner Ankunft eine Stunde zuvor war er ununterbrochen auf und ab gegangen. Seine Gedanken waren ununterbrochen abgeschweift, seit er das Vault verlassen und in das Auto gestiegen war, das Lincoln organisiert hatte. Er war draußen. Und es war an der Zeit, eine sehr alte, sehr schmerzhafte Rechnung einzutreiben. „Ich halte es nicht aus, Lincoln“, sagte Tyler leise. „Sie alle leben ihr Leben. Alle. Und ich –“ „Du, Tyler, bereitest dich auf den Kampf vor. Wenn du das jetzt vermasselst, werden sie dich verschlingen. Nichts, was du versteckt hast, wird dich retten“, drängte Lincoln und packte den jüngeren Mann zwischen Schulter und Nacken, wobei sein Griff am Ende jedes Satzes fester wurde. Tyler schüttelte Lincolns schwere Hand ab und ging tiefer in den schummrigen Raum hinein. Lincoln beobachtete ihn geduldig und musterte den jüngeren Mann mit weitaus größerer Aufmerksamkeit, als er dem Raum widmete. Er hat sich verändert, überlegte Lincoln. Drastisch. Lincoln musterte den großen Mann vor sich und nahm seine breiteren Schultern und seinen schlankeren Körperbau in sich auf. Schlanker, aber nicht schwächer. Ganz und gar nicht. Damals hatte er längere Haare gehabt, erinnerte sich Lincoln und rief das Bild des viel jüngeren Mannes hervor, den er beruflich gut kennengelernt hatte. Sie bedeckten einen Großteil seines Gesichts. Außerdem trug er sich wie die meisten niederen Diener; gekrümmt … als wolle er sich verstecken. Lincoln schüttelte innerlich den Kopf, als er den Tyler der Vergangenheit mit dem Mann vor ihm verglich, der nun mit klarem Blick, markanten Gesichtszügen, geradem Rücken und einer kraftvollen Ausstrahlung dastand. Das Gefängnis, überlegte er, ist für die meisten Menschen kein leichter Ort. Aber dieser Junge … er ist dort aufgeblüht. „Woher hast du die Kleidung?“, bemerkte Lincoln beiläufig. Tyler wandte sich von dem Fenster ab, zu dem er zurückgekehrt war, und runzelte seine glatte Stirn. „Hast du sie mir nicht geschickt?“ Lincolns Kiefer spannte sich an, als er Tyler von Kopf bis Fuß musterte. „Nein“, antwortete er knapp. Tyler zuckte mit den Schultern und wandte sich wieder dem trostlosen Ausblick zu. „Jemand hat mir während meiner gesamten Zeit im Vault Pakete geschickt, ich nahm an, du wärst es“, bemerkte Tyler abwesend. Der Vault. Das Hochsicherheitsgefängnis des Landes. Ein Ort für die schlimmsten Verbrecher. Ein Ort, an den Tyler Esteil höchstwahrscheinlich geschickt worden war, um zu sterben; vergessen, allein. Aber er war nicht gestorben. Er hatte überlebt. Und er war vorzeitig entlassen worden, nicht zuletzt dank des anderen Mannes im Raum. Seines Paten. Seines Freundes, wenn er es wagte, bildlich zu sprechen. Aber Tyler Esteil war kein Mann für Bilder. Tylers Hände ballten sich zu Fäusten. Bastarde, dachte er düster. Meine Mutter in Knechtschaft sterben zu lassen und mich ins Vault zu schicken, nur weil ich euren Erben geschlagen habe?! Kleinliche, gehässige Bastarde! „Ich halte das nicht aus“, sagte Tyler erneut, noch leiser als beim ersten Mal. Lincoln ging zu dem Einzelbett in dem winzigen Zimmer. Er setzte sich. Es knarrte. Bei dem Geräusch drehte Tyler den Kopf zu ihm. „Wo willst du anfangen?“, fragte Lincoln ruhig. „Ich will alles niederbrennen“, knurrte Tyler. „Angefangen bei ihrem Haus, ihrem Anwesen. Ich werde alles zerstören. Ich werde ihre gesamte Familie auslöschen. Sie haben mir alles genommen!“ „Sie haben die ganze Welt, und trotzdem haben sie mir meine genommen. Ohne mit der Wimper zu zucken!“ Lincoln hielt Tylers feurigen Blick stand. „Sie wollten mir nicht helfen, eine verdammte Hausangestellte, die vierzehn verdammte Jahre für sie gearbeitet hatte, ins verdammte Krankenhaus zu schicken!“, knurrte er ungläubig. „Weil ich mir eine bessere Schule finanziert habe als die, für die sie bezahlt hatten?!“ „Du weißt, dass es nicht daran liegt“, brummte Lincoln. Tylers Blick schoss zu dem etwas älteren Mann. „Du hast sie belogen“, fuhr er fort, unbeeindruckt von dem feurigen Blick seines jungen Freundes. „Nein. Tatsächlich hast du sie BETROGEN. Das ist der Punkt“, stellte er trocken fest. „Bastarde!“, brüllte Tyler, während er sich umdrehte und gegen den Heizkörper trat. Dieser zersprang. Der junge Mann verstummte. Er senkte den Kopf, die Brust hob und senkte sich. Dann atmete er tief ein, schloss die Augen und wandte Lincoln dabei nie ganz den Rücken zu. Kein Häftling mit Selbstachtung würde jemals jemandem den Rücken zukehren – niemals. Er kniete sich neben das zerbrochene Gerät und beruhigte seinen Atem. Dann fuhr er mit der Hand über die beschädigten Teile. Das Gerät reparierte sich von selbst. Lincoln rührte sich nicht. „Ich habe eine Idee“, brummte Lincoln in die Stille hinein. Tyler ging in die Hocke, während er seine Arbeit überprüfte. Der ältere Mann fuhr fort. „Lass uns dich hier rausholen. Selbst wenn du jetzt ins Haus der Kramers gehen würdest, würde niemand wissen, dass du es bist. Du musst dich nicht so sehr verstecken.“ Tyler stand auf, seine haselnussbraunen Augen auf den Gangster gerichtet, mit dem er sich vor fast sechs Jahren angefreundet hatte, nach einem Zwischenfall während einer der vielen Lieferungen, die Tyler für Lord Edward Kramer an Lincoln Brazer durchgeführt hatte. „Du bist gerade aus dem Gefängnis gekommen. Und es ist nicht so, als wärst du einer von uns einfachen Leuten. Ihr Diener habt ein bequemes Leben, umgeben von Luxus.“ Tyler wandte sich ab. Lincoln stand auf. „Und du bist der Leiter des Auktionshauses Miran“, bemerkte er bedächtig und erinnerte Tyler an seine bisherigen Erfolge. Tyler warf Lincoln einen Seitenblick zu, während sein Körper dem kleinen Fenster zugewandt war. Lincoln trat einen Schritt vor. „Das hier ist kein Ort für dich“, fuhr er entschlossen fort. Tyler drehte sich ganz zu ihm um. „Deine Wut ist verständlich, aber wenn du Erfolg haben willst, musst du sie zügeln. Du hast dein eigenes Unternehmen nicht aufgebaut, indem du deine Gefühle offen zur Schau gestellt hast. Beruhige dich. Nutze deine Wut, lass dich nicht von ihr nutzen“, bemerkte Lincoln. „Du wirst bald in die Tochtergesellschaft von Belarnt eintreten, du musst dich daran gewöhnen, mit Zivilisten umzugehen. Keine Gossenratten mehr“, fuhr er leichthin fort und deutete mit einer schlanken Hand in den beengten Raum. „Du musst mindestens ein ganzes Jahr lang unter dem Radar bleiben, da sie nichts von deiner Freilassung wissen. Pass dich an. Halte dich bedeckt. Bereite dich vor. Dein Feind ist, wie du sagst, jemand, dem die Welt gehört. Mach keine Fehler.“ „Du bekommst deine Unterlagen innerhalb der Woche. Ausweis, Codenummern, das ganze Programm. Aber jetzt besorgen wir dir erst mal eine bessere Unterkunft“, brummte Lincoln mit einem leichten Lächeln im Gesicht. Tyler hob leicht das Kinn, als er den großen, muskulösen Mann mit der hellen Haut ansah; ein trügerischer Kontrast zu seiner dunklen Persönlichkeit. „Wohin gehen wir?“, knurrte Tyler. Lincoln grinste, seine grünen Augen blitzten.

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