Joshua wandte sich ans Personal und drückte seine Vision für das Babyzimmer aus. Seine Stimme strahlte vor Aufregung und Vorfreude, als er seine Gedanken teilte. "Das Babyzimmer sollte ein Ort der Geborgenheit und Freude sein. Ich habe einige Ideen, wie wir es gestalten könnten, aber ich vertraue eurer Kreativität", sagte er, während er die Vorstellung des Raumes beschrieb. Seine Worte waren von einer ruhigen Entschlossenheit geprägt.
Er betonte die Wichtigkeit von sanften Farben, komfortablen Möbeln und einer liebevollen Gestaltung. Sicherheit und ein behagliches Ambiente waren ihm besonders wichtig.
In einem gut beleuchteten Zimmer stand Joshua, eine Zeichnung in der Hand, und besprach mit dem Sicherheitspersonal seine Pläne für die Überwachung des Babyzimmers.
"Ich möchte wirklich, dass dieses Zimmer sicher ist. Installiert Kameras in jeder Ecke, damit ich jedes Detail im Blick haben kann", forderte Joshua, während er die Kamerastandorte auf dem Tablet markierte.
Das Sicherheitspersonal nickte zustimmend und nahm die Anweisungen entgegen, während sie die Technik vorbereiteten, um Joshuas Anforderungen zu erfüllen. "Wir werden sicherstellen, dass die Überwachung effektiv ist, Sir", versicherte einer der Mitarbeiter.
Joshua gab klare Anweisungen und überwachte jeden Aspekt der Installation, um sicherzustellen, dass keine Chance für Amy bestand, das Zimmer unbemerkt zu verlassen. Die Installation musste perfekt sein – keine Schlupflöcher, keine Möglichkeit für Fluchtgedanken. Sein Entschluss, die Kontrolle über die Situation zu behalten, war unmissverständlich und deutlich sichtbar.
Die Techniker begannen sofort mit der Installation der Kameras. Joshua blieb stehen und überwachte jeden ihrer Schritte. Jeder Handgriff wurde von Joshua aufmerksam beobachtet, seine Augen verfolgten jeden Kabelstrang und jede Kamerapositionierung.
Sein Blick war konzentriert und entschlossen, während er sicherstellte, dass die Überwachung jedes Detail im Zimmer abdeckte. Sein Bedürfnis nach Kontrolle war überdeutlich, und er ließ keinen Raum für Unklarheiten oder Möglichkeiten, die seine Autorität gefährden könnten.
Plötzlich unterbrach das Klingeln seines Telefons seine Konzentration. Er nahm den Anruf entgegen, und Denise war am anderen Ende der Leitung.
"Joshua, ich habe wichtige Neuigkeiten", sagte Denise eilig.
"Was ist los?", fragte Joshua, seine Augenbrauen leicht zusammengezogen.
"Es geht um Amy. Sie ist mit Michael und Maria abgereist. Ich habe ihre Spur verfolgt, und sie wurden in der Nähe des Yosemite Parks gesichtet", erklärte Denise.
Joshua spürte einen Stich der Besorgnis in seinem Magen. "Und weiter?", drängte er.
"Wir haben ein Paar beauftragt, das Auto von Michael zu verfolgen", sagte Denise, ihre Stimme etwas leiser werdend. "Maria hat mir das Kennzeichen genannt, als ich mit ihr telefoniert habe." Joshua atmete tief durch, als er die Informationen von Denise verarbeitete. Das Kennzeichen des Fahrzeugs war ein wertvoller Vorteil, um Amy aufzuspüren. Trotz der Sorge in ihm fühlte er eine Erleichterung, dass sie diese wichtige Information erhalten hatten.
Joshua griff sofort zum Telefon und wählte die Nummer seines Freundes, der bei der Polizei arbeitete. Sie hatten eine Vergangenheit, in der Joshua seinem Freund geholfen hatte, und er wusste, dass dieser ihm noch einen Gefallen schuldig war.
"Hey, ich bin´s, Joshua. Ich brauche deine Hilfe", begann er, seine Worte schnell und bestimmt.
"Was kann ich für dich tun?", kam die Antwort, während Joshua die Dringlichkeit in seiner Stimme spürte.
"Ich brauche eine unmittelbare Überprüfung eines Kennzeichens. Es ist dringend", erklärte Joshua, die Anspannung in seiner Stimme nicht zu überhören.
Sein Freund versicherte ihm, dass er sich sofort darum kümmern würde. In wenigen Minuten hatte er die Bestätigung, dass die Standortdaten des Fahrzeugs angefordert wurden und bald zur Verfügung stehen würden.
Joshua atmete einen Moment lang durch, dankbar für die Unterstützung seines Freundes. Diese Verbindung könnte der Wendepunkt in der Suche nach Amy und dem Baby sein. Er war entschlossen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um sie zu finden und die Kontrolle über die Situation zurückzugewinnen. Ein Funke unerschütterlicher Entschlossenheit brannte in ihm.
"Niemand nimmt mir mein Kind weg, schon gar nicht Amy", flüsterte er mit einer Bitterkeit, die unüberhörbar war. Seine Gedanken drehten sich um die entscheidende Mission, Amy zu finden und sicher zurückzubringen. Das ungeborene Kind machte seinen Entschluss felsenfest. Er würde alles tun, um sicherzustellen, dass sein Kind in einer sicheren Umgebung aufwachsen konnte – selbst wenn es bedeutete, Amy gegen ihren Willen zurückzubringen. Die Entschlossenheit in seinem Blick war unmissverständlich, als er sich darauf vorbereitete, die Jagd nach Amy aufzunehmen.
Nach einiger Zeit erreichten Christine, Maria und Michael Nevada. "Kannst du mir nochmal die Adresse geben?", fragte Christine.
"Ironwood Drive", antwortete Maria.
"Gut, dann sind wir fast da. Das ist gleich in der Nähe", erklärte Christine.
Kurze Zeit später fanden sie die Praxis. Michael begleitete Christine hinein, aber Maria entschied sich dagegen, mitzukommen. Sie hatte genug vom langen Sitzen im Auto und wollte jetzt nicht noch mehr Zeit sitzend verbringen. Stattdessen bevorzugte sie es, sich die Beine zu vertreten und herumzulaufen, um sich etwas zu bewegen und frische Luft zu schnappen.
"Frau Christine Radu, bitte", rief die Arzthelferin nach einer kurzen Wartezeit und bat sie ins Behandlungszimmer. Michael durfte mit hinein, doch er erklärte, dass er nur beim Ultraschall dabei sein wollte. Bei der eigentlichen Untersuchung wollte er Christine ihre Privatsphäre lassen. Also wartete er geduldig im Wartezimmer, bis die Untersuchung vorbei war. Noch waren sie nicht mehr als gute Freunde, aber er hegte die Hoffnung, dass sich das eines Tages ändern würde.
Inmitten gespannter Erwartung führte die Arzthelferin Michael aus dem Wartezimmer in den Ultraschallraum.
"Alles scheint in Ordnung zu sein. Der Herzschlag ist kräftig, und es geht dem Baby gut", verkündete sie. "Möchten Sie wissen, welches Geschlecht es hat?"
Ein Blick zwischen Michael und Christine genügte, und er nickte ihr zu. "Können Sie es bereits erkennen?"
"Es ist ganz eindeutig ein Junge. Herzlichen Glückwunsch, Sie werden Eltern eines Sohnes!"
Christine war erleichtert, dass es ihrem Sohn gut ging, und Michaels Gesicht strahlte vor Vorfreude auf ihr Kind. Jetzt konnte sie endlich durchatmen und sich auf die Weiterfahrt vorbereiten.
Maria kehrte mit zwei Tüten aus einem Kaufhaus zurück und stieg ins Auto. "Alles in Ordnung?" fragte sie, als sie sich wieder setzte.
"Ja, alles gut mit mir und meinem Sohn", antwortete Christine. Maria freute sich aufrichtig für Christine. Das Baby konnte schließlich nichts dafür, dass Maria Christine nicht mochte.
Endlich setzte sich die Fahrt fort. "Der nächste Halt ist Eureka!" verkündete Michael, als er endlich losfuhr. "Dort können wir nach einem Motel suchen und uns etwas erholen."
"Das klingt vernünftig. Ich merke langsam, dass ich müde werde, und ich ziehe es vor, nicht im Auto schlafen zu müssen", sagte Maria mit einem Hauch von Zickigkeit in ihrer Stimme. Michael warf Christine einen Blick zu und verdrehte die Augen.
"Hey Denise, ich brauche die Nummer von Amy. Ich würde gerne mit ihr sprechen. Ich weiß nicht, wie ich sie kontaktieren kann. Vielleicht kannst du diesen Jonathan anrufen, er hat doch die Nummer von Maria?
"Schön, dass du anrufst. Natürlich kann ich das für dich tun, mein Engel. Du weißt ja, dass ich alles für dich mache."
„Danke, dann melde dich, wenn du die Nummer hast!“
Die Geräusche des laufenden Umbaus durchdrangen die Flure, während Joshua eilig zum Verlag eilte, um über seine Arbeit zu sprechen. Obwohl er den Drang verspürte, so schnell wie möglich wieder mit der Arbeit zu beginnen, ließen ihn die Gedanken an die baldige Vaterschaft nicht los. Die Vorfreude und die damit verbundene Verantwortung vermischten sich zu einem konstanten Gedankenstrom, der ihn selbst während beruflicher Besprechungen begleitete. Die Balance zwischen persönlichen Emotionen und beruflichen Verpflichtungen schien eine wachsende Herausforderung zu werden, der er sich stellen musste.
Gleichzeitig brodelte Wut in ihm. Er ärgerte sich darüber, dass er noch nicht wusste, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten war. Die Ungewissheit über Amys Zustand nagte an ihm, während er darauf bedacht war, dass dem Baby – seinem Kind, seinem Fleisch und Blut – nichts passierte. Diese Sorge und sein Verlangen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um für das Wohl seines ungeborenen Kindes zu sorgen, mischten sich mit der Frustration über die Distanz zu Amy während dieser wichtigen Phase ihres Lebens.
Das Treffen mit seinem Manager verlief reibungslos. Joshua war sich bewusst, dass das Label, für das er arbeitete, darauf brannte, dass er sich wieder voll und ganz in die Arbeit stürzte. Er versicherte ihnen, dass er dazu bereit war, obwohl er insgeheim wusste, dass er momentan nicht hundert Prozent geben konnte. Zumindest nicht, solange er nicht wieder bei Amy war.
In seinen Versprechungen schwang jedoch eine unterschwellige Unruhe mit. Die Gedanken an Amy, die wie ein konstanter Begleiter in seinem Geist verweilten, hinderten ihn daran, sich vollständig auf die bevorstehenden beruflichen Aufgaben zu konzentrieren. Ein bösartiges Gefühl nagte an ihm, denn obwohl er seinem Label Zuversicht vermittelte, wusste er im Inneren, dass seine volle Hingabe erst möglich sein würde, sobald Amy wieder an seiner Seite war. Die Sehnsucht nach ihr und die Unvollständigkeit ohne ihre Gegenwart beeinflussten jede Zusage, die er machte.
Mitten in der Stille des späten Abends durchdrang ein klingelndes Telefon den Raum.
„Ich habe die Nummer“, flüsterte eine gedämpfte Stimme.
„Sehr gut. Hat dir Jonathan sie gegeben?“
„Nein, es war Maria. Die Mexikanerin, von der ich dir erzählt habe. Ich habe sie direkt kontaktiert. Schnapp dir was zum Schreiben.“
Joshua griff schnell nach Stift und Papier, notierte sich die Nummer, bedankte sich knapp und beendete den Anruf. Ein prickelnder Hauch von Aufregung erfüllte ihn. Endlich, nach langer Suche, war er einen Schritt näher an seinem Ziel. Jede Ziffer, die er aufschrieb, schien wie ein fehlendes Stück in einem komplizierten Puzzle, dessen Gesamtbild sich allmählich vor ihm entfaltete.
Am nächsten Morgen besorgte er sich ein Einweg-Handy, eines, das man in jedem Laden bekommen konnte. Er war sich bewusst, dass das, was er vorhatte, schwerwiegende Konsequenzen für ihn haben könnte, wenn herauskommen würde, dass es von seinem eigenen Telefonanschluss ausging. Dieses Risiko wollte er keinesfalls eingehen.
Das Handy war schnell einsatzbereit, doch er musste die Einstellungen ändern, damit die Rufnummer nicht sichtbar war. Ein Gedanke schoss ihm durch den Kopf – der Knast musste doch für irgendetwas gut gewesen sein, selbst wenn es nur darum ging, Geschichten von Insassen zu hören, die er heute zu seinem Vorteil nutzen konnte. Ein schelmisches Grinsen breitete sich in diesem Augenblick auf seinem Gesicht aus.
"Christine, dein Telefon klingelt!", rief Michael ins Badezimmer.
"Wer ist dran?", erkundigte sich Christine, als sie aus dem Bad eilte.
"Weiß nicht, ist 'ne unbekannte Nummer."
Christine griff rasch nach dem Handy. "Hallo? Wer spricht da?" Doch der Anrufer blieb stumm.
"Hallo?" Sie zuckte mit den Schultern, als sie auflegte. "Wahrscheinlich eine falsche Nummer oder so."
"Okay, sind wir alle bereit? Können wir weitermachen? Ich habe ein kleines Café entdeckt. Lasst uns alles packen, auschecken und dort frühstücken, bevor wir wieder ins Auto steigen, okay?"
Die Idee begeisterte die beiden Frauen, die begannen, ihre Sachen zusammenzupacken. Immer wieder schauten sie sich um, um sicherzugehen, dass sie nichts vergaßen.
Das Café war klein und gemütlich. Die Einrichtung bestand aus alten Möbeln und es versprühte den Charme von Großmutters Wohnzimmer. Ein wohltuender Kontrast zu den ganzen modernen Einrichtungen, die man sonst so sah. Das Frühstück war ebenso wie bei Oma - herzhaft und reichhaltig. Es war ein wirklich schönes Erlebnis, das sie genossen, und sie verließen das Café gesättigt und bestens vorbereitet für die Weiterfahrt.