12. Mythische Deutung.Die Frage nach der mythischen Bedeutung eines Heldenliedes halte ich nicht für berechtigt. Schon im Götterepos wird der mythische Gehalt durch die Freiheiten, die sich der Dichter zu seinen Zwecken erlauben muß, so sehr angegriffen und entstellt, daß ein geübter Blick dazu gehört, ihn wiederzuerkennen. Das Heldenlied, das aus Göttern Menschen macht, hat gar keine mythische Bedeutung mehr: die Forschung kann nichts anderes thun, als dem Mythus nachspüren, der hier zu einer menschlichen Begebenheit herabgesetzt ist. Was nun die beiden ersten Theile unseres Gedichtes angeht, so hat uns da schon die Sagenvergleichung den Thôr unter der Hülle Beowulfs zu erkennen gegeben. Vielleicht ist es aber keine der schon bekannten Thôrsmythen, die im Epos nachklingt, obgleich Grendel

