2. Germanisches Heldenleben.Kein anderes Gedicht hat uns ein so anschauliches Bild dieses Lebens bewahrt und es ist zu beklagen, daß man es noch so wenig benutzt hat, die nur zu oft angezweifelten Schilderungen des Tacitus aus einheimischen Quellen als wahr und naturgetreu darzuthun. Wir greifen beispielsweise ein einzelnes Capitel heraus. »Im Kampfe,« heißt es Cap. 14, »ist es dem Gefolgsherrn beschämend, Einem seines Gefolges an Tapferkeit nachzustehen; aber auch dem Gefolge eine Schmach, der Tapferkeit des Gefolgsherrn nicht gleichzukommen.« Für den ersten Satz bietet unser Gedicht kaum einen Beleg, denn König Hrodgar, dem einst Heerglück und Waffenruhm verliehen war, ist nun ein Greis, den das Alter gebunden hält; seine Hand ist zu schwach geworden zum Kampf: darum gereicht es ihm ni

