Sechstes Kapitel.-2

2164 Worte

Regina stand neben der Kranken, hielt ihre glühende Hand gefaßt und lauschte ängstlich auf die schwachen Odemzüge, die sich mühesam ihrer Brust entrangen. Wenn sie starb, was hatte das unglückliche Mädchen zu erwarten, welche entsetzliche Zukunft mit dem wahnsinnigen Galeazzo, gegen den Joffriede bisher stark und schützend aufgetreten, dämmert vor ihr empor! Und dann fühlte sie sich auch von einer unerklärlichen, mächtigen Neigung zu der beklagenswerthen Kranken ergriffen. Es war mehr, als Mitleid, was sie empfand; sie konnte, wenn sie jene Gattung des Wohlwollens, welche sich Frau Gisela durch ihre sanfte Güte gewann, abrechnete, dieses Gefühl mit ihrer Liebe zu der mütterlichen Freundin vergleichen. Galeazzo stand lange unbeweglich im Eingange der Hütte und betrachtete die Fieberkranke m

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