Kapitel 9

1343 Worte
Mein Magen knurrte schmerzhaft auf, als ich eine Pizzeria vor mir erblickte. ,,Ich wollte dich gerade fragen, ob du Hunger hast, aber dein Magen hat mir schon geantwortet", lachte er und stieg mit mir aus. Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen, schließlich konnte ich ihm das nicht übel nehmen, denn mein Bauch war echt laut. Aus irgendeinem Grund war ich aufgeregt. Wahrscheinlich weil ich gleich hoffentlich Pizza essen würde, und das schon eine Weile her war. Außerdem fragte ich mich, was Adam wohl dazu getrieben hatte, mich abzuholen. ,,Die Jungs wollten dich unbedingt kennenlernen, nachdem sie dich gestern gesehen haben. Sie waren echt begeistert", lachte Adam, antwortete somit auf meine unausgesprochene Frage und führte mich hinein. Wenn die beiden genau so sind wie Adam und keineswegs wie Jayden, bin ich echt erleichtert. Noch ein Jayden wäre der reinste Albtraum. Ich lief dicht hinter ihm, bis ich die zwei von gestern erkannte und wir uns zu ihnen setzten. Es waren viele Menschen zu sehen, weswegen es sehr laut war. Adam setzte sich neben mir und die beiden Jungs saßen vor mir. Sie lächelten mich zwar an, aber ich konnte deutlich den Schock in ihren Augen sehen. ,,Hey, du bist also die, die mit uns arbeiten will", fing der braunhaarige, der mir gestern ein Taschentuch angeboten hatte, lächelnd an. Seine dunklen Augen strahlten mich ehrlich an. Ich glaubte er hieß Ethan, sicher war ich mir nicht. Ich erwiderte sein Lächeln und streckte ihm meine Hand hin. ,,Cassie.", antwortete ich, während er meine Hand schüttelte, woraufhin er ebenfalls seinen Namen mir verriet. Zu meinem Erstaunen lag ich richtig. Gerade als ich dem eher helleren die Hand geben wollte, stand er auf und drückte mich fest, zumindest so weit wie es der Tisch zwischen uns erlaubte. Seine verrückt stehenden, braunen Locken kitzelten meinen Nacken leicht. Erwartet hatte ich das auf keinen Fall, doch trotzdem lachte ich auf, woraufhin er grinste. ,,John. Ich bin so froh dich kennenlernen zu dürfen.", grinste er aufgeregt, nachdem er sich von mir löste. Adam und Ethan lachten inzwischen auch und meinten, dass er mich doch nicht so überrumpeln solle. Zufrieden lächelte ich. Sie sind ganz und gar nicht wie Jayden und ich schloss sie sehr schnell ins Herz. ,,Adam hat uns viel über dich erzählt und nach gestern Nacht können wir es kaum abwarten, bis endlich ein Stein auf Jaydens Schädel fällt und er dich endlich einstellt. Das wird so aufregend!", kicherte John begeistert und durch sein breites Lächeln stachen deutlich erkennbare Grübchen hervor. Ein Löckchen fiel ihm ins Gesicht und bedeckte somit sein grünes Auge, was er aber danach sofort wegpustete. Allgemein wirkte John etwas jünger als Ethan und Adam. Bei seiner Wortwahl konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen, was jedoch den beiden anderen nicht anders ging. ,,Wir sollten vielleicht alle zusammen mal mit ihm reden. Wenn er sieht, dass wir alle dafür sind, kann er sich das ja anders überlegen.", schlug Ethan vor und ich lächelte ihn dankbar an. ,,Ich habe auch gestern noch einmal versucht mit ihm zu reden, aber unser kleiner Welpe will ja nicht hören.", sagte Adam augenverdrehend und sichtlich genervt. Während Ethan und John ihn wissend ansahen, blickte ich ihn fragend an. Ich fragte mich, was Jayden wohl denken würde, wenn er dieses Gespräch mit hören würde. Erfreut wäre er sicherlich nicht. Ich hatte so viele Fragen. Allein wenn ich Jayden ansah, schossen mir Tausende von Fragen in den Kopf. Er war so.. merkwürdig. Plötzlich keuchte John auf. ,,Vielleicht kann Cassie ja morgen mitkommen!", sagte er mit einem geschockten Ausdruck. ,,Wohin?", fragte ich neugierig nach. ,,Na ja, du hast Isaacs Bruder getötet. Und Isaac weiß noch nichts davon. Das wäre uns ja eigentlich egal, aber Isaac hält Diandro immer noch fest, also werden wir morgen einen Tausch machen.", antwortete Ethan leicht gestresst. ,,Er wird sich so rächen wollen.", murmelte Adam im gleichen Ton wie Ethan, woraufhin ich ein Hauch von Schuldgefühle spürte. Aber ich meine, es ist doch nicht meine Schuld oder? Jayden hätte mich abhalten sollen, also ist es doch seine Schuld. Alle verstummten schlagartig, als ein etwas älterer Kellner die Pizzen auf den Tisch ablegte. Mit großen Augen starrte ich diese Perfektionen an und musste aufpassen, dass mir die Spucke nicht hinunter tropfte. Gierig griff ich nach einem Stück und genoss es in vollen Zügen, wobei ich das Gelächter der Jungs nur beiläufig mitbekam. - Ungeduldig sah ich zu, wie wir an den endlos langen Bäumen vorbeifuhren. Adam meinte, dass ich auch da sein sollte, wenn sie mit Jayden reden. Ich hoffte so sehr, dass sie seine Meinung ändern konnten, und das heute. Es fraß mich förmlich auf zu wissen, dass mir die Zeit wie vom nichts wegrannte. Der Wagen wurde immer langsamer, bis er endgültig anhielt und alle ausstiegen. Wir liefen zur Haustür, gingen hinein und ich spürte, wie die Spannung stieg. ,,Warte hier!", befahl mir Adam und nickte den beiden anderen zu. Sie verschwanden durch die goldbraune Tür, mit der ich schon vor einigen Tagen Bekanntschaft gemacht hatte. Ich betrat einen großen, hellen Raum. Die Möbel waren zwar schwarz, wogegen aber der Rest weiß war, was sehr modern wirkte. Ungeduldig setzte ich mich auf eins der schwarzen Sessel und wartete. Adam: ,,Was gibt's?", fragte Jayden murmelnd und sah uns mit hochgezogenen Augenbrauen an. John schmiss sich zu ihm auf sein Bett und sah ihn traurig an. ,,Babyboo warum gibst du ihr denn keine Chance? Sie ist echt klasse, das hast du doch auch gesehen.", schmollte er und spielte mit seinen Wangen. Ich verdrehte meine Augen. John musste es auch immer gleich übertreiben. Jayden sah ihn perplex an und schubste ihn von sich weg. Brummend rieb er sich die Wangen. ,,Verdammt John lass den Mist! Worüber redest du jetzt schon wieder?" ,,Du weißt doch, von wem ich rede.", grinste ihn John vielsagend an und stupste ihn in die Seite. Und auch wenn Jayden nicht zufrieden mit seiner Antwort war, zuckten seine Mundwinkel kurz hoch, da John doch wirklich einen Dachschaden hatte. Aber leider nur kurz. ,,Ich will, dass ihr nie wieder in meiner Gegenwart über dieses verrückte Mädchen redet, habt ihr mich verstanden?", fauchte er schließlich und warf uns allen vernichtende Blicke zu. ,,Ach Jayden wir flehen dich an! Lass es sie doch wenigstens versuchen. Wenn sie es doch nicht hinkriegt, kannst du uns die Schuld geben.", meldete ich mich nun auch und sah ihn hoffnungsvoll an. ,,Ich sagte nein! Das würde nicht gut enden.", zischte er und war sichtlich verärgert von diesem Gespräch. Ich atmete genervt aus. Musste man ihn echt provozieren, um das zu bekommen, was man will? Seine Sturköpfigkeit und Gehässigkeit kotzten mich an. ,,Du hast doch einfach nur Angst. Angst davor, dass du mit einem Mädchen nicht klar kommen wirst. Werd erwachsen, Jay!", sagte ich, wobei meine Stimme nun etwas lauter wurde. Ich starrte ihn aufdringlich an und spürte, wie die Luft um uns immer dünner wurde. Los Jayden! Los! Wie erwartet sprang er auf, kam bedrohlich auf mich zu und schmiss mich hart gegen die Wand hinter mir. Mein Kopf wurde hart getroffen, weswegen ich schmerzerfüllt aufstöhnte. Dieser Aufprall forderte meine Übelkeit an und wollte die köstlichen Pizzen wieder hochschleudern. Einige Sekunden später spürte ich einen festen Griff um meinen Hals und versuchte vergeblich nach Luft zu schnappten und seine Hände zu entfernen. ,,Hör zu, Adam! Wenn ich noch einmal so etwas von dir höre, bring ich dich um.", spuckte er flüsternd und sah mich verbittert an. Er würde mich natürlich niemals töten, dafür war ich zu sehr wie ein Bruder für ihn geworden, doch ich konnte mir andere Dinge vorstellen, die er tun würde. Schlimme Dinge. ,,Ich verstehe, du willst mich herausfordern? Sehen wir uns mal an, wie sich Hardin so schlagen wird. Wenn sie auch nur einen kleinen Fehler begeht, wirst du die volle Verantwortung übernehmen. Hast du mich verstanden?", fragte er so leise, sodass nur ich ihn hören konnte. Mit stets zugekniffenen Augen nickte ich. Er ließ von mir ab und sah mich enttäuscht an. Schnell schnappte ich nach Luft und rieb mir den Kopf. Verdammt, ich hatte eindeutig etwas gut bei Cassie.
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