Kapitel 8

1053 Worte
,,Cassie?", wiederholte eine mir allzu bekannte Stimme nun wahrscheinlich zum zehnten Mal, woraufhin ich brummend meine Augen öffnete und mich aufsetzte. Theo setzte sich zu mir und sah mich besorgt an. Gähnend rieb ich mit meinem Handrücken meine Augen. ,,Hast du hunger?", fragte ich ihn noch verschlafen. ,,Wann bist du gestern nach Hause gekommen? Ich habe mir echt Sorgen um dich gemacht Cassie. Was hast du denn gemacht, dass es so lange gedauert hat?", fragte er mich und ignorierte somit völlig meine Frage. Warum erinnert mich das wohl an Jayden. Während ich an meiner Unterlippe kaute, überlegte ich mir eine gute Ausrede. Ich konnte ihm ja nicht sagen, dass ich mich in ein Lager hineingeschlichen habe, Jayden bei einem unheimlichen Treffen belauscht habe und daraufhin einen mir völlig Fremden umgelegt habe, weil dieser Jayden angeschossen hatte. Oh, und dann hat mich Jayden auch noch mitten in der Nacht nach Hause gefahren. Nein, nein das werde ich ihm nicht sagen. ,,Ich, ehm- weiß nicht genau, wann ich nach Hause gekommen bin. Nachdem ich eingestellt wurde, sollte ich gleich schon anfangen zu arbeiten, um mich zu beweisen.", log ich und klatschte mir in Gedanken verzweifelt an meine Stirn. Um mich zu beweisen, alles klar. Das glaubt er mir doch nie. Doch zu meinem Erstaunen, fing Theo an breit zu lächeln und drückte mich fest, wobei er mich leicht hin und her wippte. ,,Das ist echt toll Cassie! Ich bin echt Stolz auf dich. Dann kannst du mir ja endlich sagen, wo mein Schwesterherz ihr Geld verdienen wird.", grinste er mich mit wackelnden Augenbrauen an und stupste mir in die Seite. In diesem Moment wusste ich, dass ich ihm niemals meine Lüge beichten werden kann. Er war zu glücklich und ich würde darum sorgen, dass er es niemals herausfindet. Ich fragte mich, ob er wohl Jayden persönlich kannte oder nur durch all die Gerüchte versuchte, mich zu beschützen. ,,Im Brooklyn Hospital, als Servicekraft. Das war das einzige, was ich fand, wofür man keinen Schulabschluss benötigte." Servicekraft? Was besseres konnte mir auch nicht einfallen. Haben Krankenhäuser überhaupt Servicekräfte? Er klatschte sich kurz in die Hände und seine Augen strahlten nach langer Zeit endlich wieder. Oh Theo.. es tut mir so Leid. Genau als er seinen Mund öffnete, um noch etwas zu sagen, klingelte es an der Haustür. Verwirrt sahen wir uns gegenseitig an, doch als er aufstehen wollte, machte sich die Panik in mir breit. Ich sprang auf, drückte ihn wieder herunter und meinte, dass ich schon gehe. Der Fakt, dass Jayden meinen Wohnort kannte, beunruhigte mich. Als ich jedoch die Tür öffnete, kam Adam zum Vorschein. Er lächelte mich warmherzig an und wollte sich gerade begrüßen, doch ich presste meine Hand auf seinem Mund und schüttelte warnend meinen Kopf. Was zum Teufel machte Adam hier? ,,Cassie?", rief Theo vom anderen Zimmer und ich hoffte einfach nur, dass er nicht hierher kommen würde. Adam sah mich verwirrt an, während ich nur nervös da stand und nicht weiterwusste. ,,Warte hier!", flüsterte ich und knallte ihm die Tür vor der Nase zu. Schnell rannte ich in meinem Zimmer, wo Theo immer noch verwirrt saß, und schnappte mir meine Kleidung. ,,Ich hatte völlig vergessen, dass ehm- ein Kollege mir heute das eh- Krankenhaus zeigen wollte! Es tut mir echt leid, aber ich versuche mich zu beeilen. Dann können wir später etwas zusammen machen, spazieren vielleicht?", lächelte ich ihn entschuldigend an, was er aber nur misstrauisch erwiederte und langsam nickte. Hastig huschte ich ins Bad um mich umzuziehen, und lief daraufhin noch ein letztes Mal zu Theo, um ihn ein Kuss auf seine kalte Wange zu drücken und dann schnell aus der Wohnung zu laufen. ,,Was machst du hier?", fragte ich brummend, während ich auf den Fahrstuhlknopf drückte. Wenn Theo Jayden kennt, kennt er auch sicherlich Adam. Das hätte echt schief gehen können. Die Tür des verrosteten Fahrstuhls öffnete sich, woraufhin wir hineingingen. ,,Sorry, das nächste Mal gebe ich Bescheid", lachte er leicht. ,,War das dein Freund?", fragte er schmunzelnd, woraufhin ich verdutzt meinen Kopf schüttelte und knapp ,,Bruder" antwortete. In seinem Gesicht sah ich ihm an, dass er gerne fragen würde, warum ich so panisch reagiert hatte, doch er ließ es sein, wofür ich ihm mehr als nur dankbar war. Er führte mich zu seinem Auto und wir stiegen ein. ,,Wie geht es dir?", fragte er mich misstrauisch, während er den Motor startete und losfuhr. ,,Gut!", antwortete ich ihm, obwohl ich wusste, worauf er hinaus wollte. ,,Das war nicht dein erster Mord, oder? Denn nach Anfängerglück sah das nicht aus.", fragte er vorsichtig nach, doch ich antwortete ihm nicht darauf und ich war mir sicher, dass dies Antwort genug für ihn war. Er nickte nur kurz. ,,Ich hoffe Jayden hat dir danach nichts mehr angetan. Ist danach noch etwas passiert?", fragte er und sah mich prüfend, aber besorgt an. ,,Jayden kann mir nichts tun!", antwortete ich eingeschnappt und verdrehte meine Augen. Er hat mich mit seinen kleinen Berührungen nur aus der Fassung gebracht. Das sagte ich natürlich nicht, da niemand denken sollte, dass ich, wie wahrscheinlich jede andere, fasziniert von ihm war. ,,Naja, du hast uns alle auf jeden Fall gestern echt umgehauen. Am meisten Jayden. Er gibt es zwar nicht zu, aber er ist echt erstaunt von dir", grinste er zwinkernd und ich fing an Stolz zu lächeln. ,,Danke, ohne dich wäre das echt nicht möglich gewesen. Du hast echt was gut bei mir." bedankte ich mich ehrlich, woraufhin er mir nur ein Lächeln schenkte. ,,Wenn Jayden wirklich so erstaunt von mir war, warum will er mich dann immer noch nicht einstellen? War das bei dir auch so, als du für ihn anfangen wolltest zu arbeiten?", fragte ich verärgert und war neugierig auf Adams Antwort. ,,Ich glaube er will das einfach nicht wahr haben, dass du wirklich das Zeug dazu hast. Jayden hatte uns nur aufgenommen, weil er ein bisschen von sich selbst in uns gesehen hat. Er hatte ganz klein angefangen und hatte wirklich nichts, doch dann kam Liam und brachte ihn zu dem, was er nun heute ist. Wir hatten auch nichts, bis er uns auf der Straße gefunden hatte. Er brauchte damals einfach nur ein Team.", erzählte er. Dieses reiche Schwein hat auch mal auf der Straße gelebt? Wer hätte das gedacht. ,,So, wir sind da!" sagte er zufrieden, bevor ich ihm auch nur antworten konnte.
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