Die Morgendämmerung kroch wie Honig in das Gebiet des Roten Mondes – langsam, golden, schwer von der Verheißung von Ärger. Selene hatte nicht geschlafen. Nicht nach der Konfrontation. Nicht nachdem Ethans Stimme wie ein verbotener Hymnus in ihrem Kopf widerhallte. Du verheimlichst etwas. Lauf nicht vor mir weg. Ich frage morgen noch einmal. Sie erwachte mit dem Hauch seines Duftes auf ihrer Haut – Kiefer, Rauch, die Hitze der Alpha-Gewissheit – und es krampfte sich ihr Magen auf eine Weise zusammen, die sie hasste. Nein, nicht hasste. Fürchtete. Ihr Wolf hatte die ganze Nacht gegen ihre Rippen gedrückt, unruhig, wie ein eingesperrtes Herz. Jetzt, als sie einen Stapel frischer Dokumente den Korridor entlangtrug, zitterten ihre Hände immer noch – nicht vor Schuldgefühlen. Ethans

