Die Nachtluft schmeckte nach Metall und Gefahr. Selene bewegte sich wie ein pulsierender Schatten, glitt zwischen den schmalen Bäumen hindurch, die den Grenzpfad des Roten Mondes säumten. Der Wald war tintenschwarz, bis auf die dünnen silbernen Streifen, die der Mond auf den Boden warf. Jedes Knirschen trockener Blätter unter ihren Stiefeln fühlte sich zu laut, zu riskant, zu leicht zu verfolgen an, sollte sich plötzlich jemand entscheiden, ihr zu folgen. Und heute Nacht… waren die Patrouillen dichter. Unruhig. Als ob etwas im Rudel mit eigenen Verdächtigungen brodelte. Sie spürte es im Rhythmus des Landes – Ethans Unbehagen übertrug sich auf alle anderen. Ihr Herz pochte ihr bis zum Hals, als sie in die flache Schlucht glitt, wo der alte Baumstumpf den Absprungpunkt markierte. Mondlicht

