Verbotene Anziehung

2122 Worte
~Lily~ Ich habe noch nie zuvor in einem Sommerkleid geschwitzt. Zumindest nicht so. Die Sonne ist noch nicht einmal wirklich aufgegangen, aber meine Oberschenkel sind schon nass, weil ich sie im hinteren Teil dieses verdammten Taxis wie eine läufige kleine Perverse aneinanderreibe. Ich bemühe mich so sehr, normal auszusehen und so zu tun, als wäre ich nur ein unschuldiges achtzehnjähriges Mädchen auf einer Luxuskreuzfahrt mit der Familie meiner besten Freundin. Aber jedes Mal, wenn ich blinzle, sehe ich ihn. Ich sehe, wie er letzten Sommer aussah. Oben ohne und nass, seine Muskeln angespannt. Während er sich am Pool einen Drink einschenkte, als gehörte ihm die Welt. Ich sehe, wie ein Lächeln seine Lippen umspielte, als er meinen Namen sagte. Ich sehe den kleinen silbernen Ring an seinem kleinen Finger, die Adern auf seinen Unterarmen und die tiefe, tiefe Linie zwischen seinen Augenbrauen, die nur dann auftaucht, wenn er konzentriert ist. Und ich weiß nicht einmal, worauf er an jenem Tag konzentriert war. Aber Göttin, ich tat so, als ob er sich auf mich konzentrierte. Ich lief durch die ganze Villa in winzigen Shorts und ohne BH und tat so, als würde ich seinen Blick nicht heiß auf meinem Rücken spüren. Und als ich spät in der Nacht seine Zimmertür sich schließen hörte, berührte ich mich so lange selbst, bis ich Sterne sah. Und jetzt bin ich zurück. Ich bin erwachsen. Ich durchnässe meine Spitzenunterwäsche. Und ich bin dabei, aus diesem Taxi zu steigen und dem Mann gegenüberzutreten, von dem ich seitdem besessen bin. Obwohl ich letzten Sommer noch nicht einmal verstand, warum mein Körper so auf seine Stimme reagierte. Ich lecke mir die Lippen, als das Taxi zum Stehen kommt. Mein Magen macht einen wilden, gefährlichen Überschlag, der meinen ganzen Körper zum Kribbeln bringt. Dort ist es! Das ist der Steg. Das ist der Moment. Die Yacht ist direkt dort vor mir. Groß, weiß und glänzend in der spanischen Sonne, als wäre sie aus Geheimnissen, s*x und Skandalen gemacht. Die Crew lädt die letzten Taschen ein, die Wellen plätschern am Steg und ich kann irgendwo auf dem Oberdeck Lachen und Champagnerkorken knallen hören. Aber das alles ist mir egal. Denn sobald die Autotür aufgeht, sehe ich ihn: Connor! Er kommt die Treppe der Yacht hinunter wie eine verdammte Sünde auf zwei Beinen. Ich atme nicht. Ich blinzle nicht. Ich bewege keinen Muskel, außer dass meine Knie fast bei diesem Anblick nachgeben. Er trägt keine Jacke. Sein Hemd ist schwarz und gerade so weit aufgeknöpft, dass ich ihm in die Brust beißen möchte. Er hat es in seine weiße Leinenhose gesteckt, die seine Taille verführerisch aussehen lässt. Seine Ärmel sind bis zu den Ellbogen hochgekrempelt und seine Haut ist gebräunt, golden und strahlt. Ich schwöre, wenn ich jetzt sterbe, sterbe ich feucht. Er sagt zunächst nichts. Er bleibt einfach unten an den Stufen stehen und starrt mich an. Als würde er versuchen herauszufinden, in was zur Hölle ich mich seit letztem Sommer verwandelt habe. Als wüsste er, dass ich kein Mädchen mehr bin. Als könnte er riechen, was zwischen meinen Beinen passiert. Weil ich mir ziemlich sicher bin, dass er es tatsächlich kann. Seine Augen gleiten von meinen Haaren zu meinen Lippen, zur nackten Haut über meinem Ausschnitt, zu der weichen Wölbung meiner Brüste, die kaum von den dünnen Trägern meines weißen Sommerkleids gehalten werden. Ich trage keinen BH. Das wollte ich nicht. Denn ich wollte das hier erreichen. Ich wollte seine Augen auf meinen Brüsten. Und da ich das nun erreicht habe, pocht meine Klitoris so stark, dass ich wahrscheinlich ohnmächtig werde. „Lily“, sagt er. Nur das. Ein Wort. Mein Name. Aber die Art, wie er ihn ausspricht, klingt tief. Es ist langsam und voll von etwas, das er zu verbergen versucht. Es lässt meine gesamte Wirbelsäule erstarren. Mein Unterleib zieht sich zusammen. Meine Kehle wird trocken. Meine Brustwarzen versteifen sich so schnell, dass es wehtut. Alles, woran ich denken kann, ist, dass dieser Mann zwei Meter von mir entfernt steht und mein Körper jetzt schon in seine Hände kriechen will. „Hallo“, flüstere ich und versuche, meine Stimme nicht brechen zu lassen. Aber sie tut es trotzdem und ich klinge wahrscheinlich wie ein vermeintlich unschuldiges Mädchen in einem Porno. „Hallo, Herr Blackwood.“ Sein Kiefer spannt sich an. Seine Augen verengen sich ein wenig. „Nenn mich einfach Connor!“ Und in diesem Moment weiß ich, dass ich diese Kreuzfahrt nicht überstehen werde. Weil dieser Tonfall, dieser Name, diese beiläufige Aufhebung der Förmlichkeit eine Einladung ist. Er überschreitet die Grenze. Auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist. Er will damit sagen, dass er mich sieht. Er weiß, dass ich kein Kind mehr bin. Und damit gibt er mir gerade genug, um mich darin zu verlieren. „Connor“, wiederhole ich. Der Name schmeckt wie Sünde auf meiner Zunge. Er starrt mich noch einen Moment länger an. Für einen kurzen Augenblick sehe ich es. Nein, ich fühle es. Es ist ein Aufflackern von Hitze in seinen Augen. Ein Aufflammen seiner Alpha-Energie in der Luft. Ich erkenne es an der Art, wie sich seine Brust leicht hebt, als müsste er mich einatmen. Ich glaube nicht einmal, dass er merkt, dass er es tut. Es ist purer Instinkt. Roher, primitiver Instinkt. Und meine Feuchtigkeit pulsiert bereits zwischen meinen Beinen, als wüsste sie, was kommt. Aber dann platzt natürlich Bella aus dem Nichts heraus wie eine menschliche Spaßbremse. Sie trägt eine pinke Sonnenbrillen und scheint außer sich vor Aufregung. Sie wirft ihre Arme um mich, bevor ich überhaupt verarbeiten kann, was gerade passiert ist. Dann fängt sie an, in mein Ohr zu quietschen und redet über Champagner, Suiten und wie heiß die Jungs hier auf der Yacht sind. „Oh, Göttin! Du bist endlich hier!“, ruft sie und umarmt mich, als hätte sie nicht gerade meinen stillen Ganzkörperorgasmus unterbrochen. „Ich dachte schon, du würdest es verpassen! Hier auf dem Boot ist es total verrückt, Lily! Darauf bist du gar nicht vorbereitet! Komm schnell! Komm, alle warten schon! Warte, bis du die Zimmer siehst!“ Sie packt mein Handgelenk und zieht mich zur Rampe, immer noch plappernd über Bikinis und Alkohol. Ich habe keine andere Wahl, als ihr zu folgen. Meine Beine sind wie Wackelpudding, mein Herz schlägt in meiner Kehle und meine Muschi tropft und pocht. Ich könnte fast schreien, weil ich Connor Blackwood in die Augen gesehen und es überlebt habe. Aber ich kann ihn hinter mir fühlen. Ich kann seine Augen auf meinem Hintern fühlen. Ich spüre, wie seine Kontrolle nachlässt. Wenn auch nur ein wenig. Aber das ist alles, was ich brauche. ~~~ Bella redet so schnell, dass ich kaum mithalten kann. Sie erzählt irgendetwas über Getränke, den Whirlpool und das Paar, das sich bereits unten vergnügt hat, obwohl wir buchstäblich gerade erst an Bord gegangen sind. Ich nicke, lächle und sage: „Oh, Göttin! Das ist ja verrückt!“ Ich versuche, so zu tun, als würde ich nicht bei jedem Schritt meine Oberschenkel zusammenpressen, weil die Rückseite meines Kleides ständig gegen meinen Hintern streift und ich mir stattdessen Connors Hand dort vorstelle. Dann sehe ich sie. Den Rest der Gruppe. Vier von ihnen haben sich bereits auf den Liegestühlen unter dem Baldachin versammelt. Zwei Jungs und zwei Mädchen. Alle gebräunt, lachend und Cocktails schlürfend, als wäre dies ihr vierter Sommer in Saint-Tropez. Einer der Jungs hat Tattoos. Ein Mädchen trägt goldene Kreolen, die so groß sind wie meine Fäuste. Alle sehen irgendwie älter, cooler und entspannter aus. Und ich? Ich sehe aus wie eine Jungfrau mit einer geheimen Vorliebe für ältere Männer und einem Puls, der so stark ist, dass ich ohnmächtig werden könnte. Bella stellt mir dann alle vor. „Also! Das ist Tyler. Er gehört mir, fass ihn nicht an, sonst bringe ich dich um! Das sind Chase und Courtney. Sie trennen sich ungefähr dreimal am Tag, also einfach lächeln und nicken. Und das sind Daphne und Elia. Sie sind unerträglich verliebt und du wirst sie wahrscheinlich bereits am dritten Tag über Bord werfen wollen.“ Ich winke. Ich lächle. Ich nicke. Ich sage etwas Höfliches. Ich erinnere mich allerdings nicht daran, was ich genau sage. Denn dann öffne ich meinen Mund und will mich bereits in dem Moment umbringen, als ich höre, was ich da gerade laut ausspreche. „Dein Vater sieht echt gut aus.“ Oh, Göttin! Habe ich das gerade laut gesagt? Ja, das habe ich. Ich habe das tatsächlich gesagt. Laut. Zu ihr. Zu seiner Tochter. Zu meiner besten Freundin. In der Öffentlichkeit. Umgeben von Menschen. Ich will die Worte greifen und sie verschlucken, aber sie hängen schon in der Luft. Klebrig, pervers und unmöglich zu erklären. Aber Bella, die Göttin segne ihr ahnungsloses Herz, dreht nur den Kopf und hebt eine Augenbraue, als hätte sie genau gehört, was ich gesagt habe, aber will mir eine Chance geben, es zurückzunehmen, bevor es seltsam wird. Ich gerate in Panik. „Ich meine, äh, nicht auf eine merkwürdige Art oder so“, platzt es aus mir heraus. Ich rede schneller, als mein Gehirn es verarbeiten kann. „Ich sage nur, er sieht aus, als würde er sich, du weißt schon, um sich selbst kümmern. So fit. Also für sein Alter. Nicht, dass er alt ist. Das meinte ich auch nicht. Ich meinte nur, wenn er nicht dein Vater wäre, aber das ist er ja offensichtlich. Aber wenn er es nicht wäre, würden die Leute definitiv denken, er sei so ein heißer Typ, der immer oben ohne durch den Wald joggt oder so. Nicht, dass ich mir vorstelle, dass er oben ohne joggt. Ich meine, nicht oft. Vielleicht ein Mal oder so.“ Ich will mich jetzt im Meer ertränken. Ich werde mir einen Anker an den Knöchel binden. Ich werde es tun! Aber Bella lacht einfach nur. Es ist ein richtiges, ehrliches Lachen. Sie hält sich sogar den Mund zu. „Oh, Lily!“, keucht sie. „Du bist echt so verrückt.“ „So habe ich das nicht gemeint“, flüstere ich, obwohl ich es zu hundert Prozent so gemeint habe. Das wissen wir auch beide. Sie winkt ab. „Ist schon okay! Das sagen alle. Meine Freundinnen nannten ihn früher immer ‚Alpha Daddy‘. Ich wollte am liebsten im Boden versinken.“ Dieser Alpha Daddy gehört mir! Meine Muschi pocht so heftig, dass ich die Zähne zusammenbeißen muss. Ich lache nervös, schiebe mein Haar hinter mein Ohr und versuche so zu tun, als wäre mein Gesicht nicht feuerrot. „Nun ja, ich meine, ich kann das schon verstehen. Er strahlt definitiv, ähm, Macht und so aus.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Er trainiert jeden Morgen. Wie besessen. Steht um fünf Uhr auf, hebt Gewichte, rennt am Strand, kämpft gegen imaginäre Leute im Garten. Als würde er sich auf einen Krieg vorbereiten. Er benutzt nicht mal Kopfhörer. Er, ähm, knurrt einfach.“ Er knurrt. Mein Gehirn explodiert. Mein ganzer Körper verwandelt sich in ein einziges Verlangen. Ich gebe irgendein Geräusch von mir. Halb Keuchen, halb Quietschen, vielleicht auch Stöhnen, aber getarnt als Husten. Ich bete, dass die Musik laut genug ist, sodass es niemand hört. „Das klingt echt intensiv“, sage ich, weil ich nicht weiß, was ich sonst sagen soll, ohne zu schreien, dass ich will, dass er mich über dieses Geländer beugt und mich richtig durchnimmt. „Er ist ein echter Psycho, was Disziplin angeht“, fährt Bella fort. „Das ist alles so Alpha-Zeug. Er muss immer die Kontrolle haben. Sogar über seinen Körper. Das ist manchmal echt beängstigend. Aber ja, er ist heiß, schätze ich. Wenn man auf furchteinflößende Männer mit emotionalen Schäden steht.“ Oh, das tue ich! Das tue ich wirklich. Ich stehe auf furchteinflößende Männer mit emotionalen Schäden und dicken Adern in ihren Unterarmen. Ich stehe auf Männer, die einen düsteren Daddy-Blick haben und Fäuste, die groß genug sind, um meinen Hals zu umfassen, während sie mich mit ihrem Schwanz in den Kissen stöhnen lassen. „Lily?“ Bella winkt mit der Hand vor meinem Gesicht. Ich blinzle. „Hä?“ „Du warst weggetreten.“ „Sorry.“ Ich räuspere mich. „Wahrscheinlich der Jetlag.“ Sie nickt grinsend. „Oder vielleicht denkst du einfach daran, es bald mit jemandem zu treiben. Meine kleine Jungfrau.“ „Ich hasse dich“, flüstere ich. Sie lacht und packt mein Handgelenk. „Komm schon! Wir holen uns einen Drink, bevor du noch weiter an s*x denkst.“ Ich lasse mich von ihr zur Bar ziehen, aber in meinem Kopf gibt es nur noch ein Bild. Connor. Verschwitzt. Knurrend. Oben ohne. Dominant. Verdammt einschüchternd. Und ich werde ihn ganz für mich allein haben, wenn ich es richtig anstelle ...
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