~Lily~
Ich erinnere mich nicht einmal daran, wie ich die Treppe hinaufgekommen bin. Also, ich weiß, dass sich meine Beine bewegt haben müssen, weil ich tatsächlich hier mit Bella auf dem Oberdeck stehe. Die Sonne scheint und die Meeresbrise spielt mit meinem Haar. Aber mein Gehirn ist immer noch unten am Dock. Es beobachtet immer noch Connors Mund, während er meinen Namen ausspricht.
Es schreit immer noch, weil ich ihn gerade einfach Connor genannt habe und nicht im Erdboden versunken bin. Es ist immer noch völlig durchgedreht wegen des Gedankens, dass er mich ansah, als wäre ich ein verdammt leckeres Häppchen, das er im Stehen verschlingen wollte. Ein Bein über seiner Schulter, mein Kleid an meiner Taille gebündelt und sein Schwanz in mir anschwellend, während ich wie eine ruinierte kleine Jungfrau stöhne und schreie.
Ich nicke, lächle und versuche, Bella zuzuhören, während sie über die engen Badehosen ihres Freundes herzieht und darüber redet, dass sie plant, ihr Bikini-Oberteil versehentlich beim ersten Stopp in Frankreich zu verlieren.
Aber in meinem Kopf gehe ich auf die Knie. In seinem Schlafzimmer. Und flehe darum, von ihm beansprucht zu werden.
Ich schaue ständig wie eine Verrückte über meine Schulter, weil ich hoffe, dass er uns folgt. Nur um mir nachzusehen. Nur um meinen Hintern in diesem Sommerkleid schwingen zu sehen, das ein wenig zu hoch sitzt, weil ich es so wollte. Nur um meinen Duft einzuatmen. Nur um mich erneut zu bemerken. Aber als ich zurückblicke, ist er nicht da. Er ist immer noch am Dock. Er spricht mit dem Kapitän, gibt Befehle oder macht, was auch immer mächtige Alphas so tun, wenn sie nicht gerade in den heißesten Fantasien der besten Freundin ihrer Tochter die Hauptrolle spielen.
Und dann plötzlich. Klick. Klick. Klick. High Heels. Schnelle, scharfe, selbstbewusste Schritte klackern über das Deck.
Bella und ich drehen uns gleichzeitig um und dann sehe ich sie: Rose. Die Stewardess.
Und wenn ich Stewardess sage, meine ich nicht Flugbegleiterinnen-Vibes. Ich meine, dass sie aussieht wie ein Victoria’s Secret Model. Sie ist ganz in weißes Leinen gekleidet und hat Wangenknochen, die von der Göttin selbst gemeißelt wurden. In der Hand hält sie ein Klemmbrett, das aussieht, als würde es die Geheimnisse aller, die jemals auf dieser Yacht gesündigt haben, bewahren.
„Meine Damen“, sagt sie mit ihrer wunderschönen, prägnanten, leicht französischen Stimme. „Die Zimmer sind nun fertig zugeteilt. Folgt mir bitte!“
Bella grinst, als würde sie in ihre Hochzeitssuite geführt werden. Ich folge ihr, weil ich physisch keine andere Option habe.
Meine Beine bewegen sich, mein Gehirn hängt hinterher und meine Muschi sehnt sich schon nach einer Füllung. Also, buchstäblich. Ich gehe den goldverzierten Korridor entlang und frage mich, wie schalldicht die Wände wohl sind. Ob ich ihn im Schlaf stöhnen hören werde und was ich tun werde, wenn ich den Duft seiner Haut auf den Laken wahrnehme. Denn ich weiß, dass ich es tun werde. Ich weiß, dass sein Zimmer nach Macht, Gefahr und dem Parfüm riechen wird, das bereits letzten Sommer mein Leben ruiniert hat.
Rose klopft auf ihr Klemmbrett und beginnt, zuerst den Paaren ihre Zimmer zuzuweisen. „Daphne und Elia: Unterdeck, Zimmer Eins!“
Sie gehen so schnell los, als könnten sie es wirklich nicht mehr erwarten, es miteinander zu treiben.
„Courtney und Chase: Unterdeck, Zimmer Zwei!“
Bella beugt sich vor und flüstert: „Die trennen sich zweimal am Tag, aber sie vögeln wie Pornostars. Warte nur ab! Du wirst sie auf jeden Fall hören.“
Ich nicke. Ich lächle. Ich versuche zu lachen, als wäre ich nicht schon völlig durchnässt.
„Tyler und Bella: Unterdeck, Zimmer Drei!“
Bella klatscht in die Hände. „Oh, Göttin! Ich werde auf italienischer Seide s*x haben! Dieses Boot ist ein wahrer Segen.“
Und dann schaut Rose zu mir auf. Und ich schwöre, dass ihre Augen funkeln. Wenn auch nur ein bisschen.
„Lily Vale“, sagt sie mit dieser glatten, neutralen Stimme, die mir das Gefühl gibt, als würde ich gleich etwas Teurem und Sündhaftem geopfert werden. „Du bist in der Twin Suite auf dem Oberdeck. Zweite Kabine rechts. Du hast die Hälfte des Decks für dich allein.“
Mein Herz setzt aus. Warte! Was? Das kann nicht richtig sein.
Alle anderen sind auf dem Unterdeck. Warum sollte ich auf dem Oberdeck sein?
Dann fügt sie hinzu: „Dort ist ansonsten nur noch die Master Suite. Sie wird von Herrn Blackwood bewohnt.“
Herr Blackwood. Connor. Ihre Worte treffen mich wie ein verdammter Schlag auf die Klitoris.
Ich bin auf dem Oberdeck. Mit ihm. Wir zwei. Allein. Teilen die Luft. Teilen die Nähe. Teilen einen Flur. Teilen eine verdammte Wand.
Ich kann nicht atmen. Ich kann tatsächlich nicht mehr atmen.
Bella sagt kein Wort. Sie ist zu beschäftigt, ihrem Freund über Gleitgel vom Zimmerservice oder was auch immer zu schreiben. Alle anderen ziehen bereits ihre Taschen hinter sich her und machen Pläne für den Abend. Aber ich erlebe eine ausgewachsene sexuelle Identitätskrise auf dieser Yacht, weil ich gerade das Zimmer neben dem Mann zugewiesen bekommen habe, zu dem ich diese Woche buchstäblich in drei verschiedenen Positionen in meinen Träumen masturbiert habe.
Rose wartet nicht auf meine Reaktion. Sie dreht sich einfach um und geht davon. Also folge ich ihr. Und jeder Schritt, den ich in Richtung dieser Suite mache, fühlt sich an, als würde ich in mein persönliches Verlies marschieren. Meine Nippel sind steinhart.
Meine Kehle ist trocken. Ich schwöre, ich kann ihn schon durch die Wände riechen. Diese berauschende Mischung aus Holz, Leder und diesem tiefen, maskulinen Duft, der einfach an ihm haftet, als wäre er dazu geboren, Frauen nass und zitternd in seinem Kielwasser zurückzulassen.
Rose öffnet die Tür. Meine Tür. Die Suite ist perfekt. Sauber. Weiße Laken. Ein Spiegel. Ein Fensterblick auf das Meer. Luxuriös, ohne zu bemüht zu wirken. Die Art von Zimmer, in dem man entweder wie eine Königin schläft oder wie ein schmutziges kleines Luder gefickt wird, das besser zu Hause geblieben wäre.
„Ich gebe dir einen Moment zum Auspacken“, sagt sie. „Die Getränke werden in Kürze serviert.“
Ich nicke. Ich bedanke mich. Ich erinnere mich kaum daran, die Tür zu schließen. Und dann drehe ich mich zur Wand um.
Die Wand. Diejenige, die meine kleine Suite von seinem riesigen, nach Alpha duftenden Verführungstempel trennt.
Und ich stehe einfach da und starre die Wand an. Wie eine Verrückte. Wie eine Jungfrau, die zur Göttin des ersten Orgasmus betet.
Ich gehe langsam darauf zu, mein Herz pocht in meiner Brust und meine Finger zucken vor Verlangen. Ich hebe meine Hand und lege sie flach gegen das Holz. Ich schwöre bei der Göttin, dass es sich tatsächlich warm anfühlt. Nicht nur metaphorisch. Nicht emotional. Physisch warm. Als ob er vielleicht auf der anderen Seite sitzt, sich zurücklehnt und ein Buch liest. Seine Ärmel sind hochgekrempelt und er schenkt sich einen Drink ein, während seine Bauchmuskeln angespannt sind. Ich weiß es nicht. Aber jeder einzelne Gedanke daran lässt meine Klitoris pochen.
Ich setze mich auf das Bett, verschränke die Beine und lehne mich vor wie bei der Planung eines Raubzugs. Denn irgendwie mache ich das ja auch. Ich plane, wie ich diese Nacht überleben kann, ohne die Wand zu rammeln oder mich in sein Zimmer zu schleichen und Kratzspuren auf seinem verdammten Kissen zu hinterlassen. Ich will ih einfach so sehr.
Aber tief im Inneren kenne ich bereits die Wahrheit. Ich werde diese Reise wirklich nicht überleben.
Ganz ehrlich und wahrhaftig. Ich glaube, ich werde gleich einen Krankenwagen für meine Muschi rufen müssen. Ich sitze hier auf diesem dummen, wunderschönen Bett in diesem dummen, perfekten Zimmer mit dieser dünnen Wand, die mich von dem Mann trennt, den ich mir buchstäblich vorgestellt habe, wie er die Seele aus meiner Klitoris saugt. Und alles, woran ich denken kann, ist, warum zur Hölle ich mir das angetan habe.
Ich meine, ich wusste es. Ich wusste es. In dem Moment, als Bella sagte: „Komm mit auf die Kreuzfahrt! Es wird Spaß machen! Mein Vater zahlt für alles!“, hätte ich Nein sagen sollen. Ich hätte lügen und einfach sagen sollen, dass ich Pfeiffersches Drüsenfieber, Tollwut oder eine tragische allergische Reaktion auf reiche Leute bekommen würde, die es verhindern würde, einen Bikini zu tragen. Aber habe ich das getan?
Nein! Weil ich eine dumme, notgeile Tussi mit Todeswunsch bin, die auf gefährliche ältere Männer steht, die mich mit einem einzigen Knurren ruinieren könnten.
Und jetzt bin ich hier und teile mir das Oberdeck mit ihm. Connor. Bellas Vater. Der Mann, der keine Ahnung hat, dass ich den halben letzten Sommer damit verbracht habe, mich gegen sein Badetuch zu reiben, während ich mir vorstellte, wie er frisch aus der Dusche riecht. Und jetzt bin ich in dem Zimmer neben seinem untergebracht worden. Uns trennt nichts außer einer hauchdünnen Wand.
Ich werfe mich dramatisch auf das Bett zurück und breite die Arme aus, als wäre ich eine emotional instabile Jungfrau aus irgendeinem Musikvideo.
„Okay, Lily! Lass uns das ganz langsam durchgehen!“, sage ich laut, weil ich jetzt mit mir selbst rede. So bin ich einfach. „Du bist achtzehn Jahre alt. Du bist nicht wild. Du bist keine Schlampe. Du bist eine respektvolle junge Frau, die hier ist, um sich zu entspannen, zu schwimmen und fruchtige Cocktails zu trinken. Und du wirst dich nicht an den emotional unerreichbaren, sexy, muskulösen Vater deiner besten Freundin ranmachen!“
Ich schließe die Augen. Sein Gesicht blitzt in meinem Kopf auf. Seine Arme. Sein Kiefer. Sein Hemd, das an seiner Brust klebt.
Ich setze mich blitzschnell aufrecht hin. „Nein! Ich habe gelogen. Ich bin eine Schlampe. Offiziell. Ich werde diesen Mann flachlegen und es ist mir egal, ob ich mitten in der Nacht mit einer Tube Gleitgel im Mund über dieses verdammte Boot kriechen muss.“
Ich stehe auf und beginne auf und ab zu gehen, als würde ich mich auf einen Krieg vorbereiten. Aber anstelle einer Rüstung trage ich ein Sommerkleid, das jetzt zwischen den Schenkeln durchnässt ist. Außerdem trage ich keinen BH, weil ich wollte, dass er meine Nippel sieht, während ich seinen Namen sagte. Und jetzt, nachdem er sie gesehen hat, verliere ich langsam den Verstand.
„Was, wenn er mich gerade durch die Wand gehört hat?“, frage ich die Lampe. „Was, wenn er da drinnen auch gerade auf und ab geht? Was, wenn er dort sitzt, sich die Schläfen reibt und denkt: ‚Was zum Teufel stimmt nicht mit mir, dass ich an den Mund der Freundin meiner Tochter um meinen Schwanz denke?‘ Genau das will ich Connor. Genau das!“
Ich halte an der Wand an. Ich lege meine Hand darauf. Ich starre sie an, als wäre sie ein verdammtes Portal nach Narnia. Nur dass es dort statt magischer Löwen und sprechender Tiere einfach nur Connor gibt, der auf seinem Kingsize-Bett liegt. Sein riesiger Schwanz liegt auf seinem Oberschenkel und er hat den sündhaftesten Gesichtsausdruck, den man sich vorstellen kann, während er sich vorstellt, mich über das Geländer zu beugen und mich schreien zu lassen.
„Oh, Göttin! Ich muss die Klappe halten! Ich muss mich beruhigen! Ich brauche eine kalte Dusche. Ich gehöre verhaftet. Was ist nur los mit mir? Werde ich irgendwie gerade läufig? Ist das so etwas in der Art? Denn mein ganzer Körper fühlt sich an wie ein Vibrator, der sechs Stunden lang auf höchster Stufe läuft. Aber es ist keine Erlösung in Sicht.“
Ich laufe im Kreis. Ich fächle mir mit einem Zierkissen Luft zu. Ich murmele vor mich hin wie ein besessenes Waisenkind in einem viktorianischen Irrenhaus. Und dann lasse ich mich wieder aufs Bett fallen und sage es. Es spreche es tatsächlich aus.
„Ich will, dass er mich fickt!“
Meine Stimme zittert. Nicht, weil ich Angst habe. Sondern weil es sich nun absolut real anfühlt, nachdem ich es ausgesprochen habe.
„Ich will, dass Connor Blackwood, der unglaublich heiße Vater meiner besten Freundin, seinen perfekten, furchteinflößenden Körper benutzt, um mich so zu ruinieren, dass ich vergesse, wie man meinen eigenen Namen buchstabiert.“ Ich lege mich auf das Bett, starre an die Decke und spreche, als würde ich der Mondgöttin selbst etwas beichten. „Ich will, dass er mich am Hals packt und sagt: ‚Du hast darum gebettelt, kleines Mädchen!‘ Ich will, dass er mir auf den Hintern schlägt und mich Danke sagen lässt. Ich will, dass er mein Gesicht in dieses Kissen drückt und mich dort hält, während er mich so tief verknotet, dass ich nie wieder gerade laufen kann.“
Ich lege eine Hand über meinen Mund und stöhne hinein wie eine kranke kleine Jungfrau kurz vorm Abkratzen. „Oh, Göttin! Ich komme in die Hölle!“
Und ich hoffe, er wartet dort auf mich.