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Die Buße des Sünders

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Drama
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Billy „The Butcher“ Vane ist ein Geist. Für die Unterwelt ist er der kaltblütige Architekt des größten Verbrechersyndikats der Stadt. Doch nachdem eine Kugel ihn beinahe umgebracht hätte, erfindet Billy eine zweite Identität: William, einen ruhigen, menschenfreundlichen Holzarbeiter, der in einer abgelegenen Gegend lebt. Er will raus, aber das Blut an seinen Händen lässt sich nicht abwaschen. Als er Elena trifft, eine Frau, die den Mann sieht, der er sein möchte, und nicht das Monster, das er ist, findet Billy einen Grund zum Leben. Aber ein Doppelleben ist ein Kartenhaus. Als seine Feinde näher kommen und seine eigenen Leutnants misstrauisch gegenüber seiner „Weichheit“ werden, muss Billy sich entscheiden: Kann er sich den Weg zu einem friedlichen Leben erkämpfen, oder wird seine Buße das Einzige erfordern, was er nicht aufgeben kann – Elena?

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Kapitel Eins
Der Duft von kaltem Eisen und teurem Espresso beruhigte Billy „The Butcher“ Vane normalerweise, aber heute Abend fühlten sich die mit Mahagoni verkleideten Wände seines Penthouses wie ein Käfig an. Er starrte auf die Sicherheitsmonitore – sechzehn Ansichten einer Welt, die er mit Blut und Eisen aufgebaut hatte –, während seine Hand die gezackte Narbe nachzeichnete, die von seinem Schlüsselbein bis zu seinen Rippen reichte. Die Erinnerung an die Kugel, die ihn vor drei Monaten hätte töten sollen, pochte immer noch im Takt seines Herzschlags. „Die Lieferung von den Docks war leicht, Boss“, knisterte Lorenzos Stimme durch die Gegensprechanlage, angespannt von einer Nervosität, die normalerweise einer Beerdigung vorausgeht. „Die Familie Valenti zieht in die North Side. Sie denken, du bist weich geworden, weil du seit Wochen nicht im Club gesehen wurdest.“ Billys Griff um sein Glas wurde fester, bis das Kristall stöhnte. „Lass sie darüber nachdenken“, krächzte er, seine Stimme war ein tiefes Knurren, das das Gewicht eines Jahrzehnts als Befehlshaber verriet. „Weichheit ist ein Luxus, den ich mir nicht leisten kann, wenn ich über ihren Gräbern stehe.“ Er schaltete den Monitor aus und tauchte den Raum in Schatten. Der „Schlächter“ wurde in einer Stunde am Hafen erwartet, um an einem Verräter ein Exempel zu statuieren. Seine Männer mussten das Monster sehen. Sie mussten den Mann sehen, der nichts fühlte. Doch als er nach seinem maßgeschneiderten, anthrazitfarbenen Blazer griff, blieb sein Blick an einem kleinen, handgeschnitzten Holzvogel hängen, der auf seiner Kommode saß. Es handelte sich um ein Stück, an dem er in seiner geheimen Werkstatt in Saint Jude’s gearbeitet hatte – dem einzigen Ort, an dem seine Hände nicht das Gefühl hatten, mit Fett und Schießpulver befleckt zu sein. Als er vierzig Minuten später die ruhigen, von Blumen gesäumten Straßen des Viertels Saint Jude’s erreichte, war die Verwandlung abgeschlossen. Der Blazer wurde durch eine abgenutzte Jeansjacke ersetzt; Der tödliche Blick verbarg sich hinter einem müden, geübten Lächeln. Hier war er kein Boss. Er war William, der stille Holzarbeiter, der für sich blieb. „William! Du bist zu spät“, rief eine sanfte, melodische Stimme. Billy erstarrte. Elena stand vor ihrem Blumenladen, ihr dunkles Haar fing den goldenen Schein der Straßenlaternen ein. Sie hielt ein Bündel Lilien in der Hand, ihre Augen leuchteten mit einer Wärme, die Billys Brust mit einem körperlichen, schmerzenden Druck schmerzen ließ. „Die Arbeit ist übergelaufen“, sagte er, und die Lüge schmeckte wie Asche. „Du arbeitest zu hart“, sie trat näher, der Duft von Jasmin und Regen folgte ihr. Sie streckte die Hand aus und ihre Finger berührten seinen Unterarm. „Deine Hände zittern, William. Ist alles in Ordnung?“ Der emotionale Konflikt wogte in ihm wie eine Flutwelle. Er wollte sie in den Schatten seiner Werkstatt ziehen und vergessen, dass für Mitternacht ein Schlag geplant war. Er wollte ihr seinen richtigen Namen sagen. Er wollte gestehen, dass die Hände, die sie so sanft hielt, Knochen gebrochen und Leben beendet hatten. Aber je mehr er sie liebte, desto mehr entweihte er sie. Jede Sekunde, die er in ihrem Licht verbrachte, brachte er die Dunkelheit seiner Welt näher an ihre Haustür. Er war ein Sünder, der Buße in den Armen einer Frau suchte, die nicht wusste, dass er genau der Teufel war, gegen den sie betete. „Mir geht es gut, Elena“, sagte er und zog sich sanft zurück. Die Ablehnung in ihren Augen war ein schärferer Schmerz als jede Klinge. „Ich... ich habe gerade viel um die Ohren. Ich sollte gehen.“ „Schließ mich nicht aus“, flüsterte sie, ihre Stimme war eine zarte Bitte. „Ich sehe dich, William. Auch wenn du versuchst, dich zu verstecken.“ Er konnte sie nicht ansehen. Wenn er es täte, würde er bleiben. Und wenn er bliebe, würde Lorenzo vorbeischauen. Und wenn Lorenzo vorbeikam, würde Elena Rossi Opfer eines Krieges werden, von dem sie nicht einmal wusste, dass er stattfand. Mitternacht fand ihn an den Blackwood Docks, der Übergang zurück zu „The Butcher“ fühlte sich an, als würde man einen Bleianzug anziehen. Die Luft war schwer vom Geruch von Salz und Diesel. Ein Mann war mitten in einem Lagerhaus an einen Stuhl gefesselt, sein Gesicht war eine Maske des Entsetzens. „Boss, er ist bereit für Sie“, sagte Lorenzo und reichte Billy einen schweren, verchromten Revolver. Billy trat ins Licht, sein Gesicht war frei von der Wärme, die Elena erst eine Stunde zuvor entfacht hatte. Er sah den Verräter an, aber alles, was er sah, war die Enttäuschung in Elenas Augen, wenn sie ihn jetzt sehen könnte. Er führte ein Doppelleben auf einem Drahtseil, und der Wind begann zu heulen. Er richtete die Waffe auf die Stirn des Mannes. Sein Finger drückte den Abzug fester. Plötzlich vibrierte sein Telefon in seiner Tasche. Eine SMS von einer unbekannten Nummer. Er hätte nicht hinsehen sollen, aber ein Bauchgefühl – dasjenige, das ihn fünfzehn Jahre lang am Leben gehalten hatte – zwang ihn zum Handeln. Er zog das Telefon heraus. Es war ein Foto. Es war eine körnige Fernaufnahme von Elena, wie sie vor ihrem Laden stand und über etwas lachte, das er früher am Abend gesagt hatte. Unter dem Bild befand sich eine einzelne Textzeile: *„William ist so ein bezaubernder Name. Wir fragen uns... weiß sie, was The Butcher mit Holz macht?“* Die Waffe entglitt Billys Hand und schlug klirrend auf dem Betonboden auf. Sein Herz blieb stehen. Der „radioaktive“ Tresor seines Lebens war durchbrochen worden. Seine Feinde wussten nicht nur, dass er weich war – sie wussten auch genau, wo sie zuschlagen mussten, um ihn auszubluten. „Lorenzo“, flüsterte Billy, seine Stimme zitterte vor Wut, die ein Blutbad versprach. „Holt die Autos. Sie haben sie.“ Doch als er sich umdrehte, um zum Ausgang zu rennen, schlossen sich die Türen des Lagerhauses ächzend, und das schwere Klicken eines Dutzends von Sicherungen, die gelöst wurden, hallte durch den Hohlraum. „Eigentlich, Billy“, sagte Lorenzo und trat mit gezogener Waffe in den Schatten zurück. „Wir haben euch beide.“

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