8.Kapitel Die Scheune
Etwas später...
Graupfote ging gemächlich neben mir her und trug Finsterjunges vorsichtig am Nacken.
„Ich kann ja verstehen, dass es komisch und beängstigend sein muss, wenn man daran denkt, dass man Junge erwartet, aber wieso wolltest du es niemandem sagen?" Ich zögerte und antwortete schliesslich: „Weil ich Angst hatte." //Muss er mich wirklich ausfragen?//
„Und wieso?" „Abendstern hatte doch schon eine Gefährtin!" Graupfote sah mich zweifelnd an. „Meinst du Vogelfeder? Wie kommst du darauf, dass sie Gefährten waren?" „Ist dir nie aufgefallen, wie sie ihn angesehen hat? Oder seine Gesellschaft genossen hat?" Er blieb abrupt stehen und setzte Finsterjunges ab, der empört aufquieckte.
„Das habe ich mitbekommen, aber Abendstern hat es nicht erwidert. Er hat immer nach dir Ausschau gehalten und dich oft um Rat gefragt."
„Weil er nicht wollte das ich ihm die Schuld von Rabensterns Tod gebe."
Graupfote schnaubte genervt und sah skeptisch zu dem roten grossen Bau, der vor uns aufragte. „Was ist denn das?"
Ich prüfte die Luft und antwortete: „Das ist eine Scheune. Früher haben hier räudige Katzen gelebt, die uns immer wieder Beute gestohlen haben, aber jetzt sind sie weg. Es ist nicht so gemütlich wie ein Lager, aber warm und trocken."
Graupfote wirkte zwar nicht überzeugt, aber folgte mir mit Finsterjunges. „Woher weisst du das?" „Bachkralle hat oft davon erzählt."