Kapitel 22 9 Monate früher, Moskau Unsere Lippen prallen aufeinander wie wilde Wellen, voller Gewalt und aufgestauter Wut. Er ist wütend auf mich, und ich bin wütend auf mich selbst, auf meine Schwäche, die mich zu einem Mann treibt, dem ich mit allen Mitteln entkommen sollte. Ich hätte heute Abend nicht hier sein müssen. Ich musste nicht in seiner Nähe sein, aber ich kam aus eigenem Antrieb. Und das nicht nur, um ihm mein Beileid auszusprechen. Ich bin gekommen, um ihn zu sehen. Nachdem ich ihn jahrelang nur auf Bildern und in Videos gesehen habe, war ich hungrig geworden. Auf ihn. Auf das Gefühl, nicht nur zu überleben, sondern zu leben. Seine Zunge fährt in meinen Mund, während sich meine Nägel in seinen Schädel graben, meine Finger krampfhaft nach seinen Haaren greifen und ich mei

