Mom and Co

790 Worte
Aomi: Ich schlich leise aus dem Zimmer die Treppe hinunter. Mom saß am Küchentisch und arbeitete bereits. Nebenher versuchte sie noch ihren Latte zu schlürfen. Versuchte, weil er in mehr als der Hälfte der Fälle kalt wurde, bevor er lehr war. Nicht das ich dazu eine verlässliche Studie gemacht hätte.  Meine Mom hatte die gleichen blonden Locken wie ich. Sie hatte die Eigenschaft immer gut auszusehen, egal ob sie gerade aus dem Bett, vom Duschen, vom Sport oder sonst woher kam. Ihre Haut war leicht rosig und leuchtete fast ein wenig. Das war für normale Menschen irgendwie ein wenig nervig.  Mom sah auf und begrüßte mich abwesend als ich hereintrat. Sie starrte konzentriert auf den Bildschirm vor ihr, tippte aber nichts neues hinzu. Perfekt. Das würde funktionieren Ich wartete bis die Kaffeemaschine den Kaffee fertig hatte (vorher hätte sowieso nichts funktioniert) und lehnte mich dann mit Kaffeetasse an die Herdplatte meiner Mutter gegenüber.  Dann versuchte ich es bestimmt zum hundertsten Mal: "Mom?" "Ja?", sie blickte weiter konzentriert auf den Bildschirm. "Kann ich bitte mit Luzi mitfahren? Bitte?" Diesmal sah sie hoch. Ihre grünen Augen sahen mich durchdringend an. Dann sagte sie zu meinem Erstaunen ja.  "Wirklich?"  "Ich hätte dich sowieso nicht davon abbringen können", sagte sie "Selbst eine Mutter muss wissen wann sie verloren hat." Das stimmte. Und trotzdem meinte ich ein kleinen wenig Traurigkeit in ihrer Stimme zu hören. "Morgen ist dein 16. Geburtstag", sagte sie. Ich nickte. "Bitte versprich mir das egal was passiert du nicht sauer auf mich bist." Eigentlich war es noch zu früh morgens für so ein Gespräch merkte ich. Und trank schnell meine zweite Tasse Kaffee.  "Versprochen." Mom schien es plötzlich eilig zu haben das Haus zu verlassen. Mit einem Blick auf die Uhr sah ich das es inzwischen schon fast sechs Uhr war. Verdammt! Der Flieger ging in drei Stunden. Schnell rannte ich los und holte meine Sporttasche bevor ich fluchend aus dem Haus rannte. Kaffee ganz vergessen. Schnell holte ich mein Fahrrad aus der Garage und fuhr los. Ich fand es um einiges schneller mit dem Fahrrad durch kleine Seitenstraßen zu schießen als mit dem Auto irgendwo hin gebracht zu werden. Aber ich gebe zu das meine Unterfangen mit dem Fahrrad manchmal doch ein wenig gefährlich waren.  ... Mom: Ich war gerade am arbeiten als Aomi die Treppe herunter kam. Mein Latte war bereits kalt und so, schmeckte aber immer noch. Auch wenn er hundert mal besser warm schmeckte. Ich achtete kaum darauf was ich sagte als sie herein kam. Ich musste dringend diese verdammte PowerPoint über Meeresalgen fertig machen. Gähn. Aber meine Gedanken drifteten immer wieder ab. Ich konnte das doch nicht machen? Doch ich konnte das. Ich war ihre Mutter! Ich konnte das. Verzweifelt starrte ich auf meinen Laptop, aber ich verstand ein Wort. Das ganze ergab einfach keinen Sinn.  Eine Weile war es still. Ich versuchte meine Gedanken zu einem sinnvollen Satz zusammen zufassen. Einen Satz der nur Meeresalgen beinhaltete. Nicht den ganzen komischen Rest.  "Mom?" Nicht schon wieder. "Ja?", ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen.  "Kann ich bitte mit Luzi mitfahren? Bitte?" Nein. Warum? Warum musst du es mir so kompliziert machen? Morgen ist dein 16. Geburtstag Kind!  Ich sah sie an. Sie würde sicher sein. Luzis Eltern kannten sich aus. Ich mochte sie nicht, sie waren mir irgend wie zu schrill. Aber was sollte ich tun? Sie waren die Eltern der besten Freundin meiner Tochter. Außerdem waren sie keine bösen Leute. Aomi würde perfekt aufgehoben sein bei denen. Aber es war immer noch ihr 16. Geburtstag. Ich wolle unbedingt dabei sein. "Ja", entschied ich. Manchmal musste man auch selbstlos sein können.  "Wirklich?" Ja, verdammt! "Ich hätte dich sowieso nicht davon abbringen können", sagte ich "Selbst eine Mutter muss wissen wann sie verloren hat." Es tat weh das zu sagen, aber es war die Wahrheit. Aomi war dickköpfig. Das hatte sie von ihrem Vater. Und es tat weh das zu denken. "Morgen ist dein 16. Geburtstag!", sagte ich. Sie nickte. Ich konnte aber nicht umhin herum noch schnell hinzuzufügen:" Bitte versprich mir das egal was passiert du nicht sauer auf mich bist." Ok. Es war definitiv zu früh morgens und ich hatte definitiv zu wenig geschlafen.  "Versprochen."  Gut. Das musste ausreichen. Ich musste definitiv jetzt los. . . . Aomi: Ich schaffte es zu Luzis Haus gerade zehn Minuten vor der abgemachten Abfahrzeit. Luzis Eltern waren gerade dabei das ganze Gepäck in ihr Auto zu packen Sie sahen im wesentlichen nicht weniger gestresst aus als ich, die in dem Moment, knall rot und verschwitzt vor ihrem Haus hielt.  Luzi war gerade dabei gewesen ihren neu geflochtenen Zopf in einem Handspiegel auf Fehler zu untersuchen. Sie ließ jedoch alles stehen und liegen um mich sofort zu umarmen. 
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