Der Preis der Freundlichkeit

1193 Worte
Das Murmeln der Menge wurde lauter, als die Polizei den Raum betrat. Zwei Beamte gingen auf Josey zu, ihre Gesichter ernst. Die Menge wich zur Seite, und der Raum wurde still. „Frau Josey“, sagte einer der Beamten und hielt ein Papier hoch. „Sie stehen unter Untersuchung wegen Betrugs. Wir haben Beweise, dass Sie gefälschte Gemälde verkauft haben.“ Joseys Gesicht wurde blass. Sie trat einen Schritt zurück, ihre übliche Selbstsicherheit verschwand. „Officer, das ist ein Missverständnis“, stammelte sie. „Ich würde niemals—“ Ihre Assistentin beugte sich zu ihr und flüsterte ihr ins Ohr. „Wir können das beheben, aber du musst schnell handeln.“ Josey sah sich panisch um. Dann entdeckte sie mich und rief meinen Namen mit leiser, fast flehender Stimme. „Faye.“ Ich drehte mich verwirrt zu ihr. „Was?“ Sie griff nach meinem Arm und zog mich beiseite. „Du musst mir helfen, Faye. Das ist ein großer Fehler, und ich brauche dich, dass du vorerst die Schuld auf dich nimmst.“ Mein Herz setzte einen Schlag aus. „Was? Die Schuld auf mich nehmen? Meinst du das ernst?“ „Ja, ich meine es ernst“, zischte sie leise. „Hör zu, ich werde später die besten Anwälte engagieren, um deinen Namen reinzuwaschen. Aber jetzt sind die Polizisten hinter mir her. Wenn du die Verantwortung übernimmst, werden sie nachlassen, und wir haben Zeit, alles zu klären.“ Ich trat einen Schritt zurück und schüttelte den Kopf. „Du willst, dass ich mein Leben für dich ruiniere? Wie kannst du so etwas überhaupt verlangen?“ Bevor sie antworten konnte, sprach ihre Assistentin laut, sodass alle hinsahen. „Eigentlich“, sagte sie, „war es Faye, die die Gemälde gefälscht hat.“ Mein Herz blieb stehen. „Was?“ keuchte ich, unfähig zu glauben, was ich hörte. Die Assistentin sprach selbstbewusst weiter. „Die Beweise sind in ihrem Auto. Und ihr Atelier ist voller gefälschter Gemälde. Nicht wahr, Faye?“ „Nein! Das ist nicht wahr! Ihr lügt!“ schrie ich, doch meine Stimme zitterte. Einer der Polizisten trat vor. „Miss, wir müssen Ihr Auto und Ihr Atelier durchsuchen, um diese Anschuldigungen zu überprüfen.“ „Nein, warten Sie!“ rief ich. Mein Verstand raste. Ich erinnerte mich an die Papiere, die Joseys Assistentin mich hatte bringen lassen. Es waren keine Unterlagen. Es waren Beweise, um mich hereinzulegen. „Ihr habt mich reingelegt“, flüsterte ich, meine Stimme brach. Joseys kalte Augen trafen meine. „Mach keinen Aufstand, Faye. Kooperiere einfach. Es ist zum Wohle der Familie.“ Familie. Das Wort fühlte sich wie ein Schlag in den Magen an. Ich konnte es nicht länger zurückhalten. „Familie? Ihr habt euch nie um mich gekümmert. Euch geht es nur um euch selbst!“ Verzweifelt drehte ich mich um, um jemanden zu finden—irgendjemanden—der verstand, was ich durchmachte. Ich rannte zu Desmond, in der Hoffnung, dass er mir zuhören würde, doch stattdessen hörte ich ihn, wie er Tila seine Liebe gestand. Tila stand dort, tat mitleidig, und machte mich für alles verantwortlich. Sie sagte, ich hätte das Gemälde gefälscht und den Ruf der Familie ruiniert. Sie weinte falsche Tränen, und Desmond sah gebrochen aus. Er sagte ihr, dass er sich von mir scheiden lassen und sie stattdessen heiraten würde. Ich stand da, wie gelähmt, und hörte ihrem Gespräch zu. Tila verließ schnell den Raum. Ich ging zu Desmond und reichte ihm das Rücktrittsschreiben, fragte, warum er es vor mir verborgen hatte. Er sagte mir, ich solle den Umschlag öffnen. Als ich es tat, traute ich meinen Augen nicht. Darin war ein Scheidungsbrief. In diesem Moment traten die Polizisten vor. „Miss, wir müssen Sie mitnehmen.“ Ich trat zurück und schüttelte den Kopf. „Nein. Das ist nicht fair.“ Ich konnte es nicht mehr ertragen. Ich drehte mich um und rannte, mein Herz brach, als ich aus dem Raum floh. Ich stieg in mein Auto und griff das Lenkrad so fest, dass meine Knöchel weiß wurden. Mein Kopf raste, während ich alles Revue passieren ließ, was passiert war. Mein Telefon klingelte, und ich sah Joseys Namen. Ich nahm ab, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Was jetzt?“ „Faye“, sagte Josey ruhig. „Es ist Zeit, das Richtige zu tun.“ „Das Richtige?“ fragte ich, meine Stimme zitterte. „Du meinst, die Schuld für deine Verbrechen zu übernehmen?“ „Ja“, sagte sie ohne Zögern. „Das Mindeste, was du nach allem tun kannst, was ich für dich getan habe. Ich habe dir ein Zuhause gegeben, Faye. Ich habe dich Teil dieser Familie gemacht.“ „Du hast dich nie um mich gekümmert“, sagte ich, Tränen der Wut in den Augen. „Du hast mich nur benutzt.“ Ihre Stimme wurde kalt. „Sei nicht undankbar. Ohne mich wärst du nichts.“ Ich ließ ein bitteres Lachen los. „Vielleicht wäre es besser gewesen, nichts zu sein, als Teil dieses Albtraums zu sein.“ „Wir sind Familie, Faye. Familien halten zusammen“, sagte sie sanft, versuchte, mich zu manipulieren. Ich schrie vor Frustration, warf das Telefon auf den Beifahrersitz. Meine Sicht verschwamm vor Tränen, und ich trat das Gaspedal durch, raste die Straße hinunter. Ich bemerkte das Auto vor mir erst, als es zu spät war. --- Das Quietschen von Reifen und der Aufprall von Metall erfüllten die Luft. Mein Auto geriet außer Kontrolle und krachte heftig. Der laute Knall des Unfalls hallte immer noch in meinen Ohren, als ich im Krankenhausbett lag. Ich konnte mich nicht bewegen, jeder Atemzug fiel schwer. Der Arzt sagte Josey, ich hätte Knochenbrüche und innere Blutungen. Eine Operation sei nicht möglich, nur das Schicksal könne entscheiden, ob ich überleben würde. Doch Josey weinte nicht und sah nicht besorgt aus. Als der Arzt ging, kam sie in mein Zimmer. Ich sah sie das Beatmungsgerät abstecken, das mir beim Atmen half. Ich wachte gerade genug auf, um sie stehen zu sehen. „Ich habe dich von dem ersten Tag an gehasst, an dem ich dich im Waisenhaus gesehen habe“, sagte sie kalt. Ich war damals nur ein kleines Kind, versuchte, sie glücklich zu machen, damit sie mich adoptieren würde. Und das tat sie—aber nur, weil sie es genoss, mich leiden zu sehen. Josey lehnte sich näher, ihre Stimme grausam. „Wir sollten so zusammen sein. Aber in deinem nächsten Leben sei nicht so freundlich. Es bringt nur Ärger.“ Bevor sie ging, sagte Josey ihrer Assistentin, das Beatmungsgerät wieder anzuschließen, um ihre Tat zu vertuschen. Ärzte stürmten herein, um mich zu retten, doch ich konnte spüren, dass es zu spät war. Als ich spürte, wie ich dahinschied, betete ich mit all meiner Kraft. „Gott, wenn du mir ein weiteres Leben gibst, verspreche ich, dass ich sie für das, was sie mir angetan haben, bezahlen lasse. Egal was passiert, ich werde meine Rache bekommen.“ --- If you want, I can continue and translate Chapter 6 next, keeping the natural, human-written style consistent. Do you want me to continue with Chapter 6?
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