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Der Preis unseres Schweigens

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knallharte Heldin
Drama
High-Tech-Welt
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In der Öffentlichkeit gelten Rafael „Rafa“ Severino und Althea „Thea“ Cruz als das ultimative Traumpaar der philippinischen Elite – eine perfekte Verschmelzung von Bankadel und dem Prestige eines Bauimperiums. Doch hinter den verschlossenen Türen ihres atemberaubenden Penthouse-Apartments in BGC herrscht nur erstickendes, als Waffe eingesetztes Schweigen.Vor acht Jahren riss ein tragischer Universitätsskandal ihre leidenschaftliche erste Liebe auseinander und hinterließ Rafa kalt und rücksichtslos und Thea verschlossen und abwehrend. Nun droht eine verheerende, verborgene Krise, das Erbe beider Familien auszulöschen. Zu einem arrangierten Ehevertrag gezwungen, um einer räuberischen Unternehmenserpresserin gegenüber eine geeinte Front zu präsentieren, vereinbaren sie eine strenge Regel: In der Öffentlichkeit die Liebe vortäuschen, privat absolute Distanz wahren.Doch als die Messer der Unternehmenswelt immer näher rücken, beginnen die Wände ihres gläsernen Käfigs zu zerbrechen. Gefangen in erzwungener Nähe weigern sich die ungelösten Geister ihrer Vergangenheit, begraben zu bleiben. In einem hochbrisanten Spiel des Unternehmensschachs, in dem jede Berührung ein Schlachtfeld ist, müssen sie herausfinden, ob ihr Schweigen ein Schutzschild ist, um einander zu schützen – oder genau die Waffe, die sie beide zerstören wird.

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Kapitel 1: Die Architektur der Wölfe‎
‎Die Luft im zweiundvierzigsten Stock des Cruz-Hauptquartiers schmeckte genau wie der Rest von Althea Cruz’ Leben: teuer, steril und völlig frei von Wärme. Hinter den raumhohen Glaswänden erstreckte sich die glitzernde Skyline von Bonifacio Global City wie ein weitläufiges Raster aus flüssigem Gold und poliertem Titan. Drinnen war es ein Schlachthaus, getarnt als Sitzungssaal. ‎ ‎„Unterschreib es, Althea.“ ‎ ‎Ihr Onkel Arturo sah sie nicht an, als er die ledergebundene Mappe über den Mahagonitisch schob. Er blickte auf seine Rolex, während seine Finger in einem nervösen, unregelmäßigen Rhythmus gegen das Holz trommelten. „Die Zentralbank eröffnet ihre Prüfung in genau sechs Stunden. Wenn Severino Holdings die Liquiditätshilfen für unsere Bauprojekte zurückzieht, geht nicht nur das Familienunternehmen unter. Wir werden noch vor dem Wochenende mit einer Senatsanhörung konfrontiert sein.“ ‎Althea rührte das Dokument nicht an. Stattdessen rückte sie die Hosenbeine ihres cremefarbenen, maßgeschneiderten Hosenanzugs zurecht – ihre Bewegungen waren langsam, bedächtig und darauf ausgerichtet, eine Gelassenheit auszustrahlen, die sie nicht ganz besaß. Unter dem Tisch gruben sich ihre Fingernägel tief in ihre Handflächen. „Du erwartest von mir, dass ich mich verkaufe, um einen Sitzungssaal voller Männer zu retten, die die letzten fünf Jahre damit verbracht haben, mich aus dem Vorstand abzustimmen?“, ihre Stimme war ein messerscharfes Flüstern, das das leise Summen der Klimaanlage des Hochhauses durchdrang. „Es ist kein Verkauf, Althea, es ist eine Fusion“, zischte Arturo, beugte sich vor, und der Duft von teurem Parfüm und Verzweiflung strömte von ihm aus. „Eine höchst strategische, für beide Seiten vorteilhafte Allianz. Rafa Severino braucht ein makelloses, traditionelles Image, um die Zustimmung seines Vorstands für die bevorstehende Offshore-Expansion zu erhalten. Du brauchst sein Geld, um den strukturellen Prüfungsbetrug zu begraben, den dein Großvater hinterlassen hat. Das ist einfache Mathematik.“ ‎ "Rafa " ‎ ‎Allein die Erwähnung seines Namens fühlte sich für sie wie ein Schlag auf die Brust an, ein Phantomschmerz, von dem sie geglaubt hatte, ihn in acht langen, stillen Jahren erfolgreich verkalkt zu haben. Bilder blitzten hinter ihren Augenlidern auf, unaufgefordert und heftig: ein regennasser Universitätscampus, eine beengte Wohnung voller gebrauchter Bücher und die vernichtenden, starren Augen eines Jungen, der sie angesehen hatte, als wäre sie das Einzige, was in einer Welt aus Dunst wirklich greifbar war. Ein Junge, der sich am nächsten Tag abgewandt hatte, das milliardenschwere Erbe seiner Familie angenommen und sein Herz in einem Stahltresor verschlossen hatte, während sie in den Trümmern seiner plötzlichen, eisigen Abwesenheit versank. ‎Jetzt war er der „Geist von BGC“. Der skrupellose, geisterhafte Milliardär und Vorstandsvorsitzende, der Konkurrenten wie billiges Glas zerbrach. Und er hatte diese ganze Krise inszeniert, um sie in die Falle zu locken. ‎ ‎„Er hasst mich, Arturo“, sagte sie leise und starrte auf das geprägte goldene Wappen auf der Mappe. „Und ich verachte ihn. Du verlangst von mir, in einen Käfig mit einem Wolf zu gehen.“ „Dann zieh deine Rüstung an, Althea“, erwiderte Arturo kühl, stand auf und warf einen letzten Blick auf seine Uhr. „Denn der Wolf wartet unten. Die Pressekonferenz ist bereits für morgen Vormittag angesetzt. Entweder verlässt du dieses Gebäude als zukünftige Mrs. Severino oder du verlässt es in Handschellen.“ Die Stille, die auf sein Gehen folgte, war bedrückend, erdrückend. Althea schloss die Augen und ließ die Geister ihrer Vergangenheit mit der grausamen Realität ihrer Gegenwart zusammenprallen. Sie hatte keine Wahl. Sie hatte fast ein Jahrzehnt damit verbracht, sich einen Ruf als überaus kompetente Karrierefrau aufzubauen und Mauern zu errichten, die so hoch waren, dass kein Mann sie jemals wieder verletzen konnte. Doch Rafael Severino hatte nicht versucht, ihre Mauern zu erklimmen; er hatte einfach den Boden unter ihnen aufgekauft. Sie nahm den schweren goldenen Füllfederhalter zur Hand und unterschrieb am Ende des Vertrags. Die Tinte sah auf dem makellosen weißen Papier aus wie getrocknetes Blut. Zehn Minuten später ertönte das Signalton des privaten Aufzugs, ein leiser, melodischer Klang, der ihre Ankunft auf der unterirdischen Parkebene für Führungskräfte signalisierte. Die Tiefgarage war riesig und schwach beleuchtet, nur bevölkert von einer Flotte gepanzerter schwarzer Limousinen und einer Sicherheitsmannschaft, die stramm stand. ‎ ‎In der Mitte des Bereichs stand ein maßgefertigter, mattschwarzer Maybach. ‎Die hintere Tür wurde von einem schweigsamen, hochgewachsenen Leibwächter offen gehalten. Althea schluckte den Kloß des Stolzes in ihrer Kehle hinunter, strich ihren Blazer glatt und stieg in den luxuriösen, nach Leder duftenden Innenraum des Fahrzeugs. Die Tür schloss sich hinter ihr mit einem schweren, luftdichten Klicken und schnitt sie vom Rest der Welt ab. ‎ Der Innenraum war dunkel und wurde nur vom schwachen, eisblauen Schein der Armaturenbrettbeleuchtung erhellt. ‎ ‎Im Schatten des linken Beifahrersitzes saß ein Mann. Seine breiten Schultern waren in einen dunklen, zweireihigen, anthrazitfarbenen Anzug gehüllt, der mit tödlicher Präzision zu seiner imposanten Statur passte. Sein Kinn war scharf genug, um Stein zu schneiden, sein dunkles Haar makellos frisiert, doch es waren seine Augen, die sie fesselten – durchdringend, obsidianfarben und völlig undurchschaubar, voller tiefer, uralter Erschöpfung. ‎ ‎Rafael Severino drehte den Kopf nicht, um sie anzusehen. Er hielt seinen Blick auf die getönte Scheibe gerichtet, seine große, von Adern durchzogene Hand lag locker auf der Armlehne. An seinem Handgelenk tickte lautlos eine Luxusuhr. ‎„Du bist spät dran, Althea“, sagte er. Seine Stimme war ein tiefer, rauer Bariton, der durch die Ledersitze vibrierte und ihr einen unwillkürlichen Schauer über den Rücken jagte. Es war das erste Mal seit 2900 Tagen, dass sie seine Stimme hörte. Sie klang kälter, als sie sie in Erinnerung hatte. „Ich musste die Bedingungen meiner Hinrichtung lesen“, gab sie zurück, ihre Stimme triefte vor defensivem Gift, während sie sich auf die andere Seite des Sitzes rutschte, um den Abstand zwischen ihnen zu vergrößern. „Bist du zufrieden, Rafael? Du hast endlich das einzige gekauft, was du nicht kontrollieren konntest.“ Einen langen, quälenden Moment lang war das einzige Geräusch das sanfte Schnurren des Maybach-Motors, als er aus der Garage rollte und in die dunkle, regennasse Unterführung von Makati hinabfuhr. Langsam drehte Rafael den Kopf. Sein Blick traf ihren, und für den Bruchteil einer Sekunde flackerte etwas Unverfälschtes, Verzweifeltes und quälend Vertrautes in der Tiefe seines Blicks auf, bevor sich die eisernen Klappen seines Gesichtsausdrucks wieder schlossen. ‎ ‎„Ich kaufe keine Dinge, die ich nicht kontrollieren kann, Althea“, murmelte er, wobei sein Blick auf ihre Lippen fiel, bevor er zu ihren Augen zurückkehrte. Er griff in seine Brusttasche und holte eine kleine, bernsteinfarbene Medikamentenflasche hervor, kippte zwei schwere Tabletten in seine Handfläche und schluckte sie trocken, ohne mit der Wimper zu zucken. Seine Hand zitterte, nur einen Bruchteil, bevor er sie zu einer festen Faust ballte. „Und du irrst dich. Das hier ist nicht deine Hinrichtung.“ Er beugte sich leicht näher zu ihr, seine Präsenz überwältigend, füllte den geschlossenen Raum, bis sie seinen vertrauten, berauschenden Duft nach Zedernholz und teurem Tabak riechen konnte. „Das hier ist meine.“ Bevor sie das seltsame, eindringliche Gewicht seiner Worte verarbeiten konnte, kam der Maybach plötzlich mit quietschenden Reifen und heftigem Ruckeln mitten in der dunklen Unterführung zum Stehen. Die Notbeleuchtung im Innenraum blinkte in einem blendenden, bedrohlichen Rot. Vom Vordersitz aus zog der Sicherheitschef seine Waffe, seine Stimme knisterte voller plötzlicher, blanker Panik durch die Sprechanlage. „Sir, wir haben einen Einbruch. Die Sicherheitsüberwachung ist gerade ausgefallen, und drei unmarkierte SUVs blockieren den Ausfahrtstunnel. Wir sind komplett eingekesselt.“

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