ALISAS SICHT
Mein Körper schmerzte auf die beste Art – tief, pochend, köstlich erfüllt, wo Kael mich vor wenigen Stunden mit seinem Knoten verriegelt hatte.
Die Bindung zwischen uns summte tief und warm, goldene Fäden pulsierend von der trägen Zufriedenheit zweier Partner, die den Krieg endlich gewonnen hatten.
Ich war noch um ihn geschlungen, Kopf auf seiner Brust, ein Bein über seine Hüfte geworfen, sein Schwanz noch tief in mir, halbhart und zuckend bei jedem langsamen Atemzug. Seine Morgenerektion drückte unerbittlich gegen meinen Kern, der Knoten an seiner Basis hakte beim Herausziehen und schwoll wieder an, als er sich an das Versprechen der letzten Nacht erinnerte.
„Guten Morgen, Ehefrau“, murmelte er, die Stimme rau und kiesig vom Schlaf. Seine Hand glitt meine Wirbelsäule hinunter, besitzergreifend und ehrfürchtig, die Handfläche warm gegen den frischen Verband an meinem Arm. „Du strahlst.“
Ich lächelte gegen seine Haut und nusste die Narbe an seinem Kiefer. „Weil ich dir gehöre. Offiziell. Rechtlich. In jeder Weise, die jetzt zählt.“
Sein tiefes Knurren vibrierte durch meine Brust. „Gut. Denn ich bin noch nicht fertig, dich daran zu erinnern.“ Er rollte uns langsam, hielt mich aufgespießt auf seinem Schwanz, während er sich über mich legte, die Bindung heiß und elektrisch auflodernd. „Gestern Abend hast du in diesem Raum gestanden und *mich* vor dem ganzen Rudel gewählt. Heute werde ich *dich* vor der ganzen Stadt wählen.“
Ich keuchte, als er anfing, sich zu bewegen – tiefe, rollende Stöße, die an jeder empfindlichen Stelle in mir entlangzogen. Das Kopfende des Bettes flüsterte gegen die Wand. Meine Nägel gruben sich in seine Schultern, und die Bindung sang so laut, dass ich sie in meiner Klitoris spürte.
„Härter“, atmete ich, die Beine fester um ihn schlingend. „Knot mich wieder. Ich will dich den ganzen Tag spüren.“
Er knurrte, die Fangzähne streiften meinen Hals – brachen die Markierung nicht, kosteten sie nur – und stieß die Hüften schneller. Der Knoten schwoll an, verriegelte uns mit einem feuchten, perfekten Pop. Heiße Pulse fluteten mich, während er kam, meinen Namen wie ein Gebet brüllte und die Bindung zwischen uns explodierte.
Wir blieben verriegelt, zitternd, atmeten einander ein. Seine Stirn lag an meiner. „Meine perfekte, wilde Ehefrau.“
„Partnerin“, korrigierte ich und lächelte durch die Nachbeben. „Mein rücksichtsloser, wunderschöner Partner.“
Doch der Frieden hielt nicht an.
Die Bindung spitzte plötzlich scharf und dringend auf – Benachrichtigungen blitzten auf Kaels Handy und auf jedem Bildschirm im Raum auf. Blackwood. Viktors verbliebene Leutnants. Der Anwalt meiner Mutter. Und eine von einer unbekannten Nummer, die meinen Magen sinken ließ.
**Unbekannt: Das alte Rudel hat noch Zähne. Heute Nacht um Mitternacht. Dein Restaurant. Kein Verstecken mehr. Komm allein.**
Kaels Augen blitzten bernsteinfarben auf, sobald er es las. Seine Arme zogen sich wie Stahlbänder um mich. „Sie kommen zum Restaurant. Wegen *dir*.“
Ich setzte mich langsam auf, ließ den Knoten mit einem leisen Pop herausgleiten, und traf seinen Blick ohne zu zucken. „Dann gehen wir zu ihnen. Zusammen. Du beschützt mich. Ich kämpfe an deiner Seite. Weil ich nicht mehr weglaufe.“
Er fluchte, aber in seinen Augen war Feuer – Hunger gemischt mit beschützender Wut. Die Bindung vibrierte vor rohem Verlangen. „Du gehörst mir. Und ich gehöre dir. Aber ich werde dich nicht verlieren. Nicht an sie. An niemanden.“
Er zog mich wieder zu sich hinunter, küsste mich tief und besitzergreifend, die Hände wanderten über meinen Körper, als würde er jede Kurve auswendig lernen, die er gleich verteidigen würde. Der Knoten begann wieder zu schwellen, und ich wiegte mich gegen ihn, flüsterte: „Dann lass mich dir zeigen, wie sehr ich dich liebe, solange du noch kannst. Denn heute Nacht… kämpfen wir.“
Das verlassene Lagerhaus am Rande des Justizviertels sah aus, als hätte es genau auf diesen Krieg gewartet.
Regen hämmerte auf das rostige Dach, als ich aus dem SUV stieg, Kaels Hand nie von meiner Taille wich. Die Bindung sang mit einer Mischung aus Angst und wildem, beschützendem Verlangen – seine Alpha-Aura legte sich wie eine Rüstung um mich, meine eigene Wölfin heulte zustimmend.
Hinter uns flankierte Blackwoods Sicherheitstrupp das Gebäude in stiller Formation. Vor uns, unter den flackernden Natriumlampen, wartete Viktor Kane mit sechs Männern – Krallen ausgefahren, Gesichter vom Ratskampf blutig und blau.
„Du bist wirklich gekommen“, knurrte Viktor, die Stimme rissig vor einer Mischung aus Wut und Verzweiflung. „Ich dachte, deine teure schicksalhafte Partnerin würde weglaufen und sich verstecken. Ich dachte, du würdest merken, dass du nur eine hübsche Omega bist, die mit echter Macht nicht umgehen kann.“
Kael trat sofort vor mich, sein Körper strahlte tödliche Ruhe aus. „Du hast meine Frau bedroht. Du hast mein Zuhause bedroht. Du bist fertig. Jetzt oder nie.“
Viktor lachte, hässlich und gebrochen. „Jetzt. Genau jetzt.“ Er gab ein Zeichen, und die Lagertüren schlugen hinter uns mit einem donnernden Knall zu. Die Lichter flackerten. Der Regen trommelte wie Gewehrfeuer.
Der erste Mann stürzte vor – Viktors rechte Hand, Krallen ausgefahren. Kael bewegte sich wie flüssiges Metall, packte das Handgelenk und brach es mit einem widerlichen Knacken. Der Mann schrie. Kael hörte nicht auf – Fäuste flogen in brutalen, präzisen Schlägen, die den Alpha zweimal zu Boden brachten, bevor der dritte in den Kampf eingriff.
Ich wartete nicht.
Die Bindung flammte auf. Ich griff ein loses Rohr vom Boden – rostig, aber schwer – und schwang es mit allem, was ich hatte. Es traf Viktors Knie. Er heulte. Die Bindung speiste mich mit seinem Schmerz und verwandelte meine Wut in etwas Schärferes, Klareres. Ich war nicht mehr die unterwürfige Omega. Ich war eine Kämpferin.
Kael drehte sich um, die Augen loderten, und brachte den nächsten Mann mit einem verheerenden Ellbogenstoß gegen die Kehle zu Fall. Das Lagerhaus füllte sich mit Stöhnen und Knurren. Die früheren Worte meiner Mutter hallten in meinem Kopf wider, aber ich schob sie weg. *Ich wähle mich selbst.*
Viktor stürzte sich durch das Chaos auf mich – Krallen ausgefahren, schreiend. Kael war in einem Verschwimmen da, schulterte ihn in einen Stützbalken mit einem Knall, der wie Donner widerhallte. Viktor rutschte hinunter, benommen.
Dann kam der Verrat.
Meine Mutter trat aus den Schatten am anderen Ende des Lagerhauses – die Augen wild, eine Pistole in der Hand. „Alisa… hör auf damit. Zu deinem eigenen Besten. Sie werden euch beide vernichten.“
Die Worte waren ein Messer.
Ich erstarrte für eine halbe Sekunde. Die Bindung schrie *Verrat* und *Liebe* gleichzeitig. Kaels Kopf schnellte zu ihr herum, Bernstein blitzte gefährlich auf.
„Mama?“ flüsterte ich, die Stimme zum ersten Mal in dieser Nacht zitternd.
Sie hob die Pistole höher. „Viktor hat mir Schutz versprochen. Versprochen, dass die Familie sicher sein würde, wenn ich das tue. Wenn ich dich aufhalte. Wenn ich die Schlüssel zum Restaurant nehme und sie ihm gebe. Ich liebe dich, Alisa. Ich wusste nur… nicht, wie ich dich anders retten sollte.“
Kaels Knurren war tief und furchterregend. „Du hast sie wieder über sie gestellt.“
Die Bindung flammte weißglühend auf. Meine Wölfin schoss nach vorn. Ich rannte nicht. Ich kämpfte.
Die nächsten Momente verschwammen zu purem Chaos.
Viktor erholte sich und kratzte an Kaels Rücken. Kael wirbelte herum, schmetterte Viktor gegen die Wand und brach ihm den Arm mit einem widerlichen Knacken. Viktor heulte. Ich schwang das Rohr erneut – traf den zweiten Mann in die Rippen. Schmerz explodierte in meinem Arm, aber die Bindung machte daraus Treibstoff.
Kaels Augen trafen die meinen quer durch das Lagerhaus. *Zusammen.*
Ich nickte.
Er brachte Viktors letzten treuen Mann mit einem letzten, brutalen Schlag zu Fall. Viktor lag zusammengekauert da, atmete schwer.
Dann hob meine Mutter die Pistole auf Kael.
„Alisa, lauf!“ schrie sie.
Kael bewegte sich schneller, als ich verarbeiten konnte – warf sich zwischen uns, fing die Kugel auf, die für mich bestimmt war, in seiner Seite. Blut blühte heiß über sein schwarzes Hemd. Er fiel nicht. Er brüllte, Alpha-Kraft explodierte aus ihm, als er in drei Schritten den Abstand zu meiner Mutter schloss.
„Nie wieder“, knurrte er, die Stimme unmenschlich. „Du verletzt sie, und ich werde dich beenden. Langsam.“
Das Lagerhaus wurde still außer dem Regen.
Meine Mutter ließ die Pistole fallen, Tränen strömten. „Es tut mir leid… es tut mir so leid…“
Ich rannte zu Kael, das Herz zersplitterte. Blut tränkte sein Hemd. Die Bindung schrie vor seinem Schmerz.
„Kael – Kael, bleib bei mir!“
Er zog mich an seine Brust, Blut vermischte sich mit unseren Düften. „Mir geht’s gut. Meine Partnerin. Meine Ehefrau. Bleib bei mir.“
Blackwoods Stimme knisterte über den Funk – Sirenen näherten sich. Viktor wurde gefesselt. Meine Mutter zitterte, gebrochen und menschlich.
Ich hielt Kael, während die Welt sich drehte, die Bindung heller als je zuvor leuchtete.
Noch kein Sieg.
Noch nicht.
Aber der Kampf war nicht vorbei.
Und die Liebe auch nicht.