ALISAS SICHT
Die Sonne ging um 6:45 Uhr über *Alisas Tisch* auf, als würde sie sich persönlich für jeden Albtraum entschuldigen, den wir überlebt hatten.
Ich stand auf dem Dach, das Restaurant unter mir glühte im ersten echten Tageslicht – mein Name in fetten, eleganten Lettern, die A-L-I-S-A über die gesamte Fassade zogen. Die Bindung zwischen Kael und mir pulsierte warm und endlos, goldene Fäden, die mit stiller, unzerstörbarer Freude sangen. Seine Arme umschlossen mich von hinten, sein Kinn lag auf meiner Schulter, seine morgendliche Erektion bereits hart gegen den unteren Teil meines Rückens.
„Sechs Minuten“, flüsterte ich, drehte mich in seinem Griff und küsste ihn langsam und tief. Sein Mund schmeckte nach Kaffee und dem schwachen metallischen Nachgeschmack der vergangenen Nacht. „Sie werden bald da sein. Stammgäste. Neue Gesichter. Die Stadt schaut zu.“
Kaels Hände glitten meinen Rücken hinab, packten meinen Po und zogen mich eng an sich. „Sie werden genau sehen, was wir sind“, murmelte er gegen meine Lippen. „Ein Mate-Paar, das sich füreinander entschieden hat. Ein Restaurant, das einer Omega gehört, die dafür gekämpft hat. Und ein Ehemann, der die Welt verbrennen würde, um sie zu schützen.“
Die Bindung flackerte heißer bei dem Wort *Ehemann*. Meine Wölfin winselte, drängte sich näher, bereits feucht zwischen meinen Schenkeln. Ich wiegte mich gegen ihn, ließ ihn spüren, wie bereit ich war. „Dann geben wir ihnen eine Show.“
Wir schafften es nicht nach oben.
In dem Moment, in dem der erste Lieferwagen in die Gasse rumpelte, hatte Kael mich an die Ziegelwand neben der Servicetür gepresst. Sein Mund lag auf meinem, die Zunge fordernd, seine Hände schoben mein Kleid hoch und rissen mein Höschen beiseite. Ich keuchte in seinen Kuss, als zwei dicke Finger ohne Vorwarnung in mich eindrangen, sich perfekt krümmten, der Daumen meinen Kitzler in engen, gnadenlosen Kreisen umkreiste.
„Mein“, knurrte er gegen meinen Mund. „Meine Frau. Mein Mate. Immer noch so verdammt nass für mich.“
Ich stöhnte, schlang die Beine um seine Hüfte, die Absätze bohrten sich in seinen Rücken. Die Bindung explodierte zwischen uns – Lust raste durch uns beide gleichzeitig. Er stieß seine Finger schneller, die Bindung fütterte mich mit jedem Funken seiner Erregung, bis ich zitterte und an seinem Handgelenk heruntertropfte.
„Komm für mich“, keuchte er, die Reißzähne streiften meine Schulter – eine Warnung, kein Biss. „Während die Stadt zusieht, wie wir eröffnen.“
Ich zerbrach mit einem gebrochenen Schrei, die Wände krampften um seine Finger, der Orgasmus riss so heftig durch mich, dass meine Sicht weiß wurde. Kael hörte nicht auf – er führte mich sanft hindurch, küsste meinen Hals, meine Schulter, meine Claim-Marke –, bis ich keuchend und kraftlos an seiner Brust hing.
Erst dann befreite er sich, die harte Länge seines Schwanzes klatschte gegen meinen Bauch, der Knoten schwoll bereits. Er hob mich an, spießte mich in einem einzigen gleitenden Stoß auf sich auf und stöhnte, wie perfekt ich ihn aufnahm. Wir blieben lange, zitternde Minuten dort in der Gasse verbunden, die Stirnen aneinander gepresst, atmeten einander ein.
„Für immer“, flüsterte er.
„Für immer“, wiederholte ich und küsste ihn tief.
Er trug mich so hinein – immer noch verbunden, immer noch küssend –, während das Personal so tat, als würde es nichts bemerken. Lena grinste, als sie den ersten Tisch eindeckte. Meine Mutter stand an der Theke, die Hände gefaltet, die Augen glänzten von frischen, unvergossenen Tränen.
„Heute beginnt jetzt“, sagte ich zu ihnen allen mit fester Stimme. „Kein Moretti mehr. Kein Verstecken mehr. Nur wir.“
Der Tag verschwamm zu einer Symphonie des Erfolgs.
Kunden strömten herein – Stammgäste, die schon vor der Scheidung treu gewesen waren, neue Wölfe, die den Livestream gesehen hatten, sogar einige neutrale Betas, die eine Omega unterstützen wollten, die für sich selbst gekämpft hatte. Lachen erfüllte die Luft. Meine Gewürze rochen nach Zuhause. Der Kaffee, den ich am Morgen geröstet hatte, schmeckte nach Sieg. Kael saß am vorderen Tisch mit seinem Sicherheitsteam, die Augen nie von mir abgewandt, die Bindung summte vor stillem Stolz.
Um 14:17 Uhr kam die erste private Nachricht.
**Viktor: Mitternacht. Die letzten Loyalisten sind noch da draußen. Sie kommen für das Restaurant. Und für dich.**
Mir wurde übel im Magen, aber die Bindung nicht. Sie schwoll stattdessen an – beschützend, wild, unaufhaltsam. Ich zeigte Kael die Nachricht. Sein Kiefer spannte sich, Bernstein flackerte, aber seine Hand fand die meine unter dem Tisch und drückte.
„Lass sie kommen“, sagte er leise. „Wir haben sie schon einmal besiegt. Wir werden sie wieder besiegen.“
Meine Mutter erschien an meiner Seite, die Stimme weich, aber fest. „Ich bleibe die ganze Nacht hier. Kein Wegrennen mehr. Kein Verstecken mehr.“
Ich umarmte sie fest. Die Bindung sang mit einer neuen, chaotischen, wunderschönen Art von Frieden.
Am Abend war das Restaurant voll. Mein Name in Lichtern, mein Personal arbeitete wie eine Familie, Kael und ich bewegten uns zwischen den Tischen – ich bediente, er schaute in der Küche nach dem Rechten, unsere Hände streiften sich jedes Mal, wenn wir aneinander vorbeikamen. Die Bindung hielt uns verbunden, fütterte mich mit jedem Lachen, jedem Erfolg, jedem Moment, in dem er mich ansah, als wäre ich das Einzige, was in der Welt zählte.
Um 23:58 Uhr knarrten die Lagertüren auf der anderen Seite des Gebäudes erneut auf.
Viktor Kane trat als Erster heraus, flankiert von sechs Männern – Krallen ausgefahren, Augen wild. Dahinter bewegten sich Schatten – mehr Wölfe aus dem alten Rudel, angezogen vom Livestream, von Viktors Drohungen, von der Macht, die er immer noch zu haben glaubte.
Die Bindung detonierte.
Ich trat vor, Kael an meiner Seite, und lächelte.
„Willkommen bei *Alisas Tisch*“, sagte ich mit klarer Stimme, die über die Gasse trug. „Ihr seid genau vierundzwanzig Stunden zu spät.“
Der Kampf war brutal und schön.
Kael legte drei Wölfe nieder, bevor Viktor ihn überhaupt erreichte. Ein Schlag gegen den Kiefer, ein Knie in die Rippen, ein letzter Stoß, der Viktors Nase brach. Der ältere Alpha ging schreiend zu Boden.
Ich hörte nicht auf. Ich kämpfte an Kaels Seite – wich Krallen aus, schwang Stühle, mein kleiner Körper bewegte sich mit überraschender Kraft, weil die Bindung mich schneller, schärfer, stärker machte. Jedes Mal, wenn Viktor nach Kael ausholte, war ich da, beschützte ihn, erinnerte das Rudel daran, dass niemand anfasste, was mir gehörte.
Als der letzte Wolf fiel, kroch Viktor auf Händen und Knien rückwärts, Blut strömte aus seinem zertrümmerten Gesicht.
„Ihr glaubt, ihr seid frei?“, spuckte er. „Das alte Rudel hat noch Freunde im Rat. Sie kommen heute Nacht für das Restaurant. Mitternacht. Kein Entkommen.“
Kael trat über ihn hinweg, stand groß da. „Du bist erledigt. Der Rudelrat hat abgestimmt. Die alten Blutlinien zerbrechen. Und du – du bist derjenige, der meine Frau angeschossen hat, um sie zu schützen. Das macht dich heute Abend zum Bösewicht.“
Viktor sah mich dann an, die Augen voller etwas, das wie Reue wirkte. „Ich… ich habe mich in dir geirrt. Du bist stärker als wir alle.“
Ich triumphierte nicht. Ich nickte nur. „Du irrst dich immer noch. Aber danke für die Lektion.“
Der Rudelrat kam Minuten später – Blackwoods Männer, das Sicherheitsteam, sogar einige neutrale Wölfe, die wegen des Livestreams früher aufgetaucht waren. Sie führten Viktor in Handschellen ab, das alte Rudel zerfiel direkt vor unseren Augen.
Kael zog mich in seine Arme, als die letzte Sirene verklang. Blut an uns beiden. Aber die Bindung leuchtete heller als je zuvor.
„Meine Frau“, flüsterte er, die Stirn an meiner. „Meine perfekte, wunderschöne, unzerstörbare Frau.“
Ich küsste ihn langsam und tief, schmeckte den Sieg und die Nachtluft und alles, was wir überlebt hatten.
„Für immer“, atmete ich.
Er lächelte gegen meine Lippen. „Für immer, kleiner Wolf.“
Drinnen in *Alisas* leuchteten die Lichter noch hell.