Mayas Sicht Die Luft im Bunker war zu dünn, zu abgestanden. Als würde ich Geheimnisse einatmen. Ich starrte noch lange nach dem Ende des Videos auf den flackernden Bildschirm. Das Echo der Stimme meiner Mutter nagte an meinem Gehirn, ihre kühle Erklärung wiederholte sich wie ein verdorbenes Schlaflied: „Ein Geist mit Zähnen. Die letzte Maya.“ Lügen. Alles. Ich war nicht die Letzte. Ich war nicht einmal einzigartig. Ich war eine Version. Lukas stand still daneben. Immer still. Doch diese Stille fühlte sich schwerer an. Als versuchte er, die falsche Erinnerung nicht auszuatmen. Meine Stimme brach, als ich fragte: „Wusstest du es?“ Er antwortete nicht sofort. Seine Augen ließen mich nicht los, aber das hieß nicht, dass er blieb. Ich spürte, wie er sich hinter seine Soldatenmauern z

