Mayas Sicht Ich kann mich nicht erinnern, meine Waffe gesenkt zu haben. Aber irgendwie zielte sie nicht mehr. Das Mädchen – nein, das Ding – vor mir stand barfuß mitten im Korridor, ihre Augen glitzerten wie weiches Glas. Meine Augen. Meine Stimme. Mein Gesicht. Aber nicht ich. Niemals ich. „Du bist nicht real“, sagte sie wieder, wie ein Schlaflied. „Du bist das Konstrukt. Eine Reaktion auf ein Trauma. Ich bin die Basis. Der Ursprung. Ich bin die beabsichtigte Maya.“ Mir stockte der Atem, aber ich blieb stehen. „Und doch bin ich hier. Mit Dreck unter den Nägeln und Blut an den Händen. Also sag mir, wie ‚originell‘ bist du, wenn ich diejenige bin, die überlebt hat?“ Ihr Lächeln verschwand nicht. Es wurde nur noch tiefer. „Du hast überlebt. Aber Überleben verzerrt. Du bist … Lärm. Mu

