Kapitel 103

1128 Worte

Mayas Sicht Der Wind heulte wie ein Lebewesen hinter den verbarrikadierten Kapellenfenstern. Drinnen schmeckte die Luft nach altem Stein und Trauer, nach Asche und dem schwachen Duft einer längst verstorbenen Frau – Überbleibsel einer nie vollendeten Zeremonie. Lukas stand im Türrahmen, erleuchtet von Kerzenlicht und Widersprüchen. Seine Jacke war an der Schulter zerrissen, Blut trocknete an seinem Lippenwinkel. Aber seine Augen … Gott, seine Augen sahen mich immer noch an, als wäre ich etwas Kostbares. Selbst jetzt. Selbst nach allem. „Ich dachte, du kommst nicht zurück“, flüsterte ich, und das Geständnis entglitt mir wie ein Schnitt. „Ich dachte, du würdest nicht warten“, sagte er leise. Wir starrten uns über ein Mosaik aus Staub und zerbrochenen Schwüren hinweg an. Die Zeit verharr

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