Kapitel 106

1253 Worte

Mayas Sicht Ich war mir nicht sicher, ob es das Adrenalin, der Blutverlust oder der langsame, glühende Blick in Lukas’ Augen war – doch alles um mich herum wurde langsamer. Das Motelzimmer war dunkel, golden vom flackernden Licht der Glühbirne über mir. Seine Jacke fiel auf den Boden. Dann sein Gürtel. Meine Hände zitterten bereits, als er mit halb aufgeknöpftem Hemd auf mich zutrat, seine Brust hob und senkte sich mit einer stillen Intensität, die schwerer war als alle Schüsse, denen wir entkommen waren. „Du bist verletzt“, sagte er mit einer Stimme wie Rauch und Samt. „Du auch“, flüsterte ich zurück. Wir standen voreinander, zwei blaue Flecken an den entgegengesetzten Enden eines Krieges, den keiner von uns gewollt hatte – dem wir aber nicht entkommen konnten. Seine Finger schwebte

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