Kapitel 107

1261 Worte

Mayas Sicht Die Nacht brach auf wie eine Wunde und blutete Schatten über das kriegszerstörte Gelände. Ich hörte seine Schritte nicht. Ich spürte sie – Vibrationen in den Dielen, in meinen Knochen, im wilden Pulsieren zwischen meinen Rippen. Lukas trat über die Schwelle, als wäre er von all den chaotischen, verbotenen Gedanken heraufbeschworen worden, die ich zu verdrängen versucht hatte. Sein Hemd war halb aufgeknöpft, Schmutz verschmierte seine Brust wie Kriegsbemalung. Eine Schnittwunde ziert seine rechte Schulter – frisch, wütend, nicht genug, um ihn zu bremsen. Aber seine Augen? Sie waren nicht verletzt. Sie waren wild. Und auf mich gerichtet. „Wir sind noch nicht fertig“, sagte er. Die Tür schlug hinter ihm zu, das Echo hallte durch den winzigen Sanitätsraum wie eine Warnung

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