Der 1. Januar – Neujahr – fühlte sich nicht wie ein Neuanfang an, sondern wie das Ende einer Atempause. Die Welt draußen feierte mit Feuerwerk, das in der Ferne wie dumpfe Explosionen dröhnte, und Champagner, der in fremden Gläsern perlte, aber auf der Ranch herrschte eine bleierne, erdrückende Schwere. Die virale Entblößung hatte alles verändert: Jeder Blick, jede Berührung trug nun das Gewicht von Millionen Augen, die sie gesehen hatten – nackt, stöhnend, kommend. Die Angst hatte sich tief in ihre Knochen gefressen, machte jede Bewegung zögerlich, jede Umarmung verzweifelt. Emma, Lily und John verbrachten den Tag nackt, wie immer in diesen Wochen der Nähe, aber die Berührungen waren nicht mehr selbstverständlich. Die Luft im Haus war stickig vor unausgesprochenen Worten, vor Zweifeln, d

