Kapitel 3

2238 Worte
Er war groß und sein nackter Oberkörper wurde von einem langen, schwarzen Pelzmantel bedeckt. Offensichtlich war er ein Krieger. An seinem Gürtel hingen zwei große Schwerter und von allen Prinzen war er der einzige, der kaum Schmuck trug. Stattdessen trug er lediglich eine schwarze Lederhose, große Stiefel und Armbänder aus Drachenschuppen an den Unterarmen. Zu Füßen dieses Mannes wirkte Aria extrem verwundbar. Als sie erkannte, dass er ein Mitglied der kaiserlichen Familie war, wandte sie sofort den Blick ab. Warum hatte der Drache sie dorthin gebracht? Wollte er sie eigenhändig töten? Hatte sie die kaiserliche Familie irgendwie beleidigt? „Sie ist wirklich hübsch ...“, flüsterte einer der Prinzen. „Tristan, was hast du vor? Sollen wir sie töten?“ „Behalte sie doch einfach, Tristan! Du könntest ohnehin ein paar mehr Sklaven gebrauchen.“ Sie fröstelte. Prinz Tristan, der drittälteste Prinz und zugleich der Kriegsgott des Imperiums? Ausgerechnet er, der furchteinflößendste Prinz von allen, stand vor ihr! Sie verneigte sich noch tiefer und bereitete sich darauf vor, dass sie jeden Moment von einem Schwert getroffen werden würde. Eine lange, unheimliche Stille folgte. Sie wartete und wurde mit jeder vergehenden Sekunde verwirrter. Aber es schien niemand vorzuhaben, sie zu töten. Was war hier nur los? „Genug jetzt! Lasst uns weitermachen, bevor mir langweilig wird! Du kannst später mit ihr machen, was du willst, Tristan. Wen kümmert schon eine Sklavin?“, sagte Prinz Leander und klatschte in die Hände. Unten in der Arena eilten Diener herbei, um den blutverklebten Sand zu reinigen und sich auf den nächsten Teil des Spektakels vorzubereiten. Aria kniete immer noch wie erstarrt zu Füßen des Prinzen. Sie wusste, dass sie vor der kaiserlichen Familie niemals den Kopf heben durfte. Aber Prinz Tristan blieb regungslos. Plötzlich überraschte sie ein lautes Knurren und sie drehte den Kopf leicht, um den schwarzen Drachen weiterhin hinter sich zu sehen. Er war nahe genug, um sie mit seinem heißen Atem zu umhüllen. Außerdem konnte sie seine großen Fangzähne sehen. Plötzlich hörte sie das Zischen einer Klinge. Bevor sie sich überhaupt bewegen konnte, rauschte das Schwert auf sie zu. Sie bereitete sich auf das Schlimmste vor, indem sie die Augen schloss. Doch dann fielen ihre Handschellen mit einem lauten Klirren ab und ihre Handgelenke fühlten sich nicht mehr so schwer an. Er hatte sie von ihren Ketten befreit! Aria bewegte sich langsam und blickte auf ihre Handgelenke. Die Eisenbänder waren immer noch um ihren Hals und ihre Handgelenke gelegt, aber sie wurden nicht mehr so schmerzhaft zusammengehalten. Ihre Arme waren jetzt frei und sie konnte sich bewegen, wie sie wollte. Ihre Erleichterung hielt jedoch nicht lange an, weil er sie plötzlich am Hals packte und sie zu sich zog. Sie hatte keine Zeit, sich zu wehren, bevor er sie grob zu ihrem Platz zerrte. Aria war überrascht, dass er sie neben seinen goldenen Thron führte. Aber noch überraschter war sie, als er sich einfach setzte und kein Wort mehr sagte. Sie kniete zu seinen Füßen und lehnte sich mit den Schultern gegen den Thron, aber der Prinz sah sie nicht einmal an. Er richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die Arena. Was sollte das alles? Er hatte sie so platziert, dass sie nicht einmal einen Blick auf ihn erhaschen konnte. Sie war vollkommen schockiert und ratlos. Als sie sich umschaute, bemerkte sie außerdem, dass sie die einzige Sklavin auf der Plattform war. Abgesehen von den Prinzen standen nur einige Palastdiener hinter den Thronen wie Statuen. Aria atmete unregelmäßig und versuchte ihre aktuelle Situation zu verstehen. Plötzlich spürte sie eine Wärme an ihrer Schulter. Überrascht blickte sie zur Seite und erkannte, dass es ein Teil des großen Mantels des Prinzen war! Hatte er den Mantel absichtlich so bewegt, dass er sich nun auch über ihr befand? Oder war es einfach nur Zufall? Ihre nackten Schultern waren nun von dem dicken Pelz bedeckt, der sie vor dem Wind und der bitteren Kälte schützte. „Was kommt als Nächstes?“, fragte plötzlich einer der Prinzen. „Tänzer! Ich habe gehört, diese Gruppe kommt von jenseits des Nordmeeres!“ Sie alle schienen die schrecklichen Szenen, die sich noch vor wenigen Minuten in der Arena abgespielt hatten, vollkommen vergessen zu haben. Aria hielt den Kopf gesenkt und betete im Stillen, dass man sie für den Rest des Tages ignorieren würde. Während sie dort kniete und regungslos verharrte, spürte sie plötzlich eine Hand, die sanft über ihr Haar strich. Es dauerte einige Sekunden, bis sie realisierte, dass die Finger, die zärtlich mit ihren langen Haaren spielten, so leicht waren, dass sie sie kaum spürte. Einen Moment lang war sie sprachlos und fragte sich, ob sie träumte. Niemand außer dem drittältesten Prinzen saß nahe genug an ihr dran, um sie erreichen und berühren zu können. Seine große Hand strich langsam über ihr Haar und berührte fast ihren Rücken. Sie konnte seine warme Haut an ihrer spüren. Berührte der Kriegsgott tatsächlich gerade zärtlich ihre Haare? Unter seiner Berührung konnte sie kaum atmen. Sie wagte es nicht, auch nur einen Muskel zu bewegen. Im Sand der Arena unter ihnen fand währenddessen eine prächtige Tanzperformance mit unzähligen Künstlern statt. Aber alles worauf sie sich konzentrieren konnte, war das leichte Streichen seiner Fingerspitzen an ihrem schlanken Hals. Hatte sonst noch jemand die Handlungen des Prinzen unter dem Umhang bemerkt? Als Aria endlich einen Blick zur Seite wagte, schien es ihr nicht so. Die anderen Prinzen zu ihrer Linken waren ausschließlich auf die Vorstellungen in der Arena konzentriert und schenkten ihr oder ihrem neuen Meister keine Beachtung. Denn genau das war nun ihre Situation, nicht wahr? Innerhalb weniger Minuten war sie zum Eigentum des drittältesten Prinzen geworden. Es war, als hätte er einen Stein vom Bürgersteig aufgesammelt. Aber anstatt eines Steins hatte er eine neue Sklavin erhalten. Alles, was Aria über ihn wusste, stammte aus Gerüchten. Und davon gab es so einige. Er war der Lieblingssohn des Kaisers und galt als finster, grausam und rücksichtslos. Man bezeichnete ihn als den Kriegsgott des Imperiums. Hatte also ausgerechnet er, gerade eine einfache Sklavin verschont? Und warum hatte er das getan? Weil sich sein Drache so ungewöhnlich verhalten hatte? Das Biest ruhte nun friedlich auf den unteren Stufen ein paar Meter entfernt. Der Drache schien gelangweilt zu sein und lag einfach herum, während seine Artgenossen in ihre Käfige zurückgebracht oder angekettet worden waren und nun an den Seiten der Arena saßen. Aria betrachtete den prächtigen Drachen erneut, denn seine obsidianfarbenen Schuppen faszinierten sie. Würde der Drache sie auf den Befehl des Prinzen hin töten, wenn sie ihn darum bitten würde, sie gehen zu lassen? Aria wagte es nicht einmal, ihn anzusehen oder sich zu bewegen. Sie unterwarf sich seiner Hand und seinen sanften Berührungen. Einige Male lief ihr ein Schauer über den Rücken. Aber nicht wegen der Kälte, denn sie befand sich ja unter dem Mantel des Prinzen. Die Schauer kamen durch die Berührung der heißen Hände des Prinzen auf ihrer Haut. Außerdem wanderte seine Hand immer weiter hinab zu ihrem Nacken und ihren Schultern. Er berührte nicht mehr nur ihr Haar. Seine Finger bewegten sich nun weiter nach unten und sie fühlte sich plötzlich ein wenig verlegen. Sie war noch nie von einem Mann auf diese Weise berührt worden. Sklavinnen waren keine Konkubinen, sie waren nicht einmal als Frauen anzusehen. Sie waren meist schmutzig und schlecht gekleidet. Adelige Frauen hingegen waren völlig anders. Sie legten Wert auf die feinste Kleidung, den schönsten Schmuck und die teuersten Kosmetika. Aria hatte nie einen dieser Luxusartikel besessen. Aber sie besaß eine natürliche Schönheit, die selbst Jahrzehnte der Versklavung und des Missbrauchs ihr nicht hatten nehmen können. Wie eine Blume in einem Beet aus Unkraut hatte sie es irgendwie geschafft, wunderschön zu bleiben. Sie war groß, schlank und hatte blasse Haut, die allerdings an verschiedenen Stellen dauerhaft von Peitschenhieben vernarbt war. Ihre Brüste waren nicht groß, aber immer noch rund und voll genug, um sie weiblich aussehen zu lassen. Hätte sie immer ordentlich zu essen bekommen, hätte sie eine schöne Silhouette gehabt. Trotz jahrelanger Unterernährung war ihre anmutige Schönheit in ihrem Gesicht unverkennbar. Sie hatte große grüne Augen, eine kleine Nase und volle Lippen. Ihre Schönheit war rein und fragil. Im Laufe des Nachmittags gewöhnte sich Aria allmählich an die Berührung des Prinzen. Sie konnte es zwar nicht ignorieren, aber sie zitterte nicht mehr und machte sich auch keine Gedanken mehr darüber. Nach einigen weiteren Vorstellungen stand der Prinz plötzlich auf. „Tristan?“, fragte der jüngste Prinz. Aber Prinz Tristan machte sich nicht die Mühe zu antworten. Stattdessen verließ er einfach seinen Platz. Aria überlegte einen Moment lang, ob sie ihm folgen sollte, und entschied dann, dass es wahrscheinlich besser wäre, als mit den anderen fünf Prinzen auf der Plattform zu bleiben. Nachdem Prinz Tristan die Plattform verlassen hatte, lief er so schnell durch die vielen Gänge, dass sie kaum Schritt halten konnte. Zu ihrer Überraschung befanden sich die Quartiere des Kriegsgottes im entferntesten Flügel des Palastes. Als sie dort ankamen, war sie ziemlich erschöpft. Er öffnete die Flügeltüren und gab den Blick auf einen relativ simpel eingerichteten Raum frei, zumindest für die Verhältnisse eines Prinzen. Aber Aria empfand den Raum als unglaublich groß und luxuriös. Es gab ein Himmelbett, auf dem Seidenbettwäsche lag und das groß genug für vier Personen war. Sie erblickte auch noch zwei antike Stühle, einen Tisch aus Mahagoni, einen Wandschrank, in dem sich eine Kriegerrüstung befand, und ein Badezimmer. War dies wirklich sein persönliches Zimmer oder war es nur für seinen Aufenthalt während des Rotmondfestes hergerichtete worden? Immerhin hatte sie gehört, dass jeder Prinz in seinem eigenen Palast lebte. Tristan legte seinen großen Pelzmantel auf einen der Stühle und massierte sich den Nacken. Aria wurde plötzlich bewusst, dass sie anscheinend seine einzige Dienerin war! War er etwa ohne Sklaven oder Diener zum Rotmondfest erschienen? Der Kriegsgott seufzte. „Ich möchte ein Bad nehmen.“ Das war das Erste, was er jemals zu ihr gesagt hatte. Trotz ihrer Überraschung gehorchte Aria aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung sofort. Nachdem sie den Raum verlassen hatte, suchte sie den erstbesten Hofdiener auf und bat ihn um heißes Wasser und einige Kräuter, die bereits für den Prinzen vorbereitet worden waren. Der Diener, der die Sklavin nicht erkannte, wollte sie zuerst auspeitschen und danach an ihren Platz zurückschicken. Aber als sie ihm sagte, dass es sich um Prinz Tristan handelte, hielt er auf der Stelle inne. Wenn es einen Mann gab, den niemand verärgern wollte, dann war es der drittälteste Prinz. Also nickte er nach einer Sekunde der Verwirrung, drehte sich um und ging weg. Ein paar Minuten später goss Aria das heiße Wasser in die große Badewanne und verteilte die Kräuter, die sie bestellt hatte. „Was ist das?“ Aria blickte ihn an und wollte gerade etwas erwidern, als sie bemerkte, dass ihr Herr sich vor ihr entkleidete. Sie warf nur einen schnellen Blick auf die beeindruckende Muskulatur des Kriegers, bevor sie schüchtern den Kopf senkte. Aber das Bild hatte sich bereits tief in ihr Gedächtnis eingeprägt. Ein Kriegsgott, in der Tat! Sie errötete und antwortete dann: „Das sind Kräuter. Sie können, ähm, Müdigkeit und Muskelschmerzen lindern, Kaiserliche Hoheit.“ Prinz Tristan runzelte die Stirn. Woher wusste diese Frau von seiner strapazierten Muskulatur? Er hatte doch niemals Schwäche gezeigt. Lag es daran, dass er angefangen hatte, sich zu dehnen, sobald sie seine Gemächer betreten hatten? Während er darüber nachdachte, bemerkte er, wie seine Sklavin den Kopf wieder senkte und sich eine Röte auf ihren Wangen ausbreitete. Er lachte leise, während er in die Badewanne stieg. Hatte sie etwa noch nie einen nackten Mann gesehen? „Brauchen Sie noch Wasser, Kaiserliche Hoheit?“ „Komm her!“ Aria machte ein paar zögerliche Schritte auf die Wanne zu und versuchte, sich daran zu hindern, einen Blick auf ihn zu werfen. Tatsächlich hatte sie sich bisher immer nur um Frauen gekümmert. Es machte sie ausgesprochen nervös, nun einem erwachsenen Mann gegenüberzustehen. Tristan hatte nicht nur einen attraktiven Körper. Seine gesamte Ausstrahlung schien stark und beeindruckend. Als er sie dabei beobachtete, wie sie sich bemühte wegzuschauen, wusste er, dass er Recht hatte. „Massiere mich!“ „Hoheit, ich …“ Er machte sich nicht die Mühe, den Befehl noch einmal zu erteilen, und zog sie einfach näher heran. Aria war ein wenig überrascht, stellte sich dann aber gehorsam hinter den Prinzen und begann, seine breiten Schultern zu massieren. Ihre Finger zitterten. Sie berührte schließlich gerade einen Prinzen! Sie versuchte, ihren inneren Aufruhr zu unterdrücken und sich auf ihre Bewegungen zu konzentrieren. Sie wusste, was für ein Mann er war. Wenn sie auch nur den kleinsten Fehler machte, könnte er sich dazu entscheiden, ihr auf der Stelle das Leben zu nehmen. Für die junge Sklavin war das viel beängstigender als vor einer wilden Bestie zu stehen. Während sie ihn weiter massierte, spürte sie, wie sich seine Muskeln schließlich zu entspannen begannen, was sie mit einem Gefühl der Zufriedenheit erfüllte. Sie ging zu seinem linken Arm über und massierte jeden Muskel mit ihrem Wissen über Heilung. Als sie schließlich zu seinem Gesicht blickte, bemerkte sie, dass er seine Augen geschlossen hatte. Es sah aus, als ob er schlief, was ihr das Atmen etwas erleichterte. Dann ging Aria zum anderen Arm über und knetete geschickt den Bizeps des Kriegsgottes. Sie fühlte einen gewissen Stolz, dass das von ihr vorbereitete Heilbad so wirkungsvoll war. War das Wasser noch warm genug? Sie warf einen Blick auf das Wasser und da sah sie es. Der p***s ihres Prinzen war vollständig erigiert!
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