Rowan durchbrach die Mauer aus aufgepumpten Muskeln und schlug sich zu ihr durch. Er bewegte sich dabei wie ein gefährlich, agiler Panther, duckte und drehte sich, verpasste einem von ihnen einen kräftigen Kinnhaken. Den anderen warf er sich über die Schulter und dem dritten stieß er seinen Ellbogen in den Magen. Das ganze dauerte nicht mal ein Augenwinkern.
„Shit!“, zischte es hinter Clara und die zwei Hände krallten sich noch stärker um ihr weiches Bindegewebe.
„FINGER WEG!“, knurrte es und plötzlich zuckte eine Faust an ihr vorbei, direkt in das Gesicht ihres Grabschers. „Sie gehört mir!“, hörte sie Rowan wütend zischen. Dann zog er Clara zu sich, legte den Arm um sie und ging mit ihr von der Tanzfläche.
Auf dem Weg gab er ein paar Handzeichen und als sie über ihre Schultern schaute, wurden die vier Jungs aus dem Club gehievt. In einer ruhigeren Ecke setzten sich Clara und Rowan auf eines der weichen Sofas. Besorgt legte er eine Hand auf ihren Oberschenkel. „Hat er dir weh getan?“, fragte er.
„Nein, er war nur aufdringlich und in seinem Ego verletzt als ich ihn ablehnte.“ Dennoch schmerzten ihre Brüste von der Attacke und sie rieb sie mit der flachen Hand. Ihr Gesicht verzerrte sich dabei. „Ich hätte meinen BH besser wieder von dir zurückfordern sollen“, meinte sie im Scherz und lachte ihn leicht schüchtern an.
Rowans Blick war völlig unleserlich und er biss sich auf die Lippen. „Lass mich das machen...“, sagte er aus heiterem Himmel.
„Was?“ Ehe Clara verstand, saß sie rittlings auf Rowans Schoß. Sachte griff er unter ihr Top und massierte mit warmen Händen ihren Busen.
Oooh Gott..!
Ihr stockte der Atem. Legte Rowan Blaze gerade sanft und unglaublich frech in der Öffentlichkeit Hand an ihr an?!
Musik wummerte nach wie vor im Hintergrund, Laserlichter flatterten über sie hinweg und doch verstummte es um Clara herum und blendete sämtliche Menschen um sie herum aus. Sprachlos hielt sie Augenkontakt mit ihm und tatsächlich entspannte sich Claras weiches Gewebe. Die Ernsthaftigkeit mit der er bei der Sache war, erstickte beinahe all ihre Bedenken. An deren Stelle traten geheime Wünsche und verbotene Gedanken, von denen Clara wusste, das sie längst die Grenzen dazu überschritten hatte.
Ein wohliges Seufzen entwich ihr. Das ist himmlisch…
Dieses versteckte Ecke, in der sie beide saßen, wurde zu ihrer persönlichen Spielwiese und plötzlich kam es ihr einfach so über die Lippen. „Die andere auch...“ Seine Augen funkelten und Rowans zweite Hand schob sich unter ihr Shirt. Es war betörend und sie hörte ihn unter der lauten Musik genauso heftig atmen, wie sie sich selbst. Ihre Finger glitten von seinen Schultern, über seine kräftigen Arme, zu seinen massierenden Händen und legten sich sanft drauf. Ab diesem Moment war sie mehr als bereit für ihn!
Doch nach der Scheidung hatte Clara eine dumme Regel für sich aufgestellt: Kein s*x vor dem dritten Date!
Zuletzt hatte sie sich in dieser Sache, vor über einem Jahr ausgetobt. Und danach legte sie selbst Hand an. Immerhin kam keines ihrer Dates über das Dritte, alles entscheidende, hinaus. Nun erlaubte sie sich wenigstens, unter Rowans Händen, ein wenig von dem zu spüren, was sie sich so sehnlichst wünschte. Was ihr Körper, ungezogen wie er war, verlangte. Ihr Herz sprang ihr bei dem Gedanken beinah aus der Brust. Genauso wie es zwischen ihren Beinen heftig zu kribbeln und pulsieren begann.
Rowan dagegen war hellauf fasziniert.
Clara schloss mit einem genüsslichen Lächeln auf dem Lippen ihre Augen. Sie kostete seine Berührungen sichtlich aus und legte den Kopf in den Nacken. Seine Hände verließen ihren sündigen Bereich und eine von ihnen legte sich um ihre Taille, während die andere unter Claras Top, zu ihrem Hals empor glitt und weiter, zu ihrem halboffenen Mund. Rowans Muskeln zwischen seinen Lenden spannten sich spürbar an.
Fuck! Normalerweise hatte er sich gut unter Kontrolle. Doch Clara brachte die wildesten Fantasien in ihm hervor. Dabei schmiegte sich ihr ganzer Körper verführerisch an seinem entlang. Ich halte das nicht mehr lange aus...
Begierde brach wie eine Flutwelle über ihn herein, als er Zeuge wurde, wie Clara in ihrer sündigen Art seine nahen Finger ableckte und küsste. Hart presste er seine Lippen auf ihren Mund, als er sie zu sich herunterzog und ihr gleichzeitig entgegenkam. Alles andere versank im Nichts. Nur sie beide waren im Raum.
Innig aneinandergedrängt, bereit den jeweils anderen auf der nackten Haut zu spüren, hielt Rowan keuchend inne. „Wir gehen. Maintenant!“, wisperte er mit zusammengepresstem Kiefer an ihren Lippen.
Keine halbe Stunde später waren sie aus dem Club verschwunden und stolperten gierig ineinander geschlungen durch Claras Haustür. Rowan fraß sie beinah auf, berührte ihren Körper wo er nur konnte, und versuchte mit ihr die Treppen zu ihrer Dachgeschosswohnung hochzukommen.
Clara war noch immer leicht betrunken und kicherte hier und da. Sogleich erstickte er jeden Laut unter feuchten Küssen und sein Körper frohlockte jedes Mal wenn sie stöhnte. Sie hatten den ersten Absatz endlich geschafft und er drückte sie von seinen Trieben angeheizt gegen die Wand, machte weiter sie zu erkunden, ließ es zu das sie ihre Finger durch seine Haare kämmte und fing an ihre Jeans zu öffnen.
Dann knarzte unverschämt eine Tür. „Sind Sie das, Miss De Brouche?“, krächzte eine alte klapprige Stimme.
Clara und er drehten gleichzeitig ihre Köpfe zur Seite, dabei hingen ihre Lippen noch aneinander.
„Misses Bradford...“, lächelte Clara atemlos von seinem Kuss. Rowan schüttelte frustriert den Kopf „NonNonNon!“ und versuchte Claras Lippen mit seinen wieder einzufangen. Erfolglos, denn sie legte ihre Fingerspitzen über seinen Mund und stoppte ihn. „Weshalb sind Sie denn noch wach?“, hörte er sie gleich darauf die ältere Frau fragen.
„Es ist furchtbar kalt in meiner Wohnung und ich erreiche niemanden von der Firma“, jammert Misses Bradford.
„Aber Misses Bradford, Sie brauchen doch niemanden anrufen um die Heizung zu- Warten Sie einen Moment, ich helfe Ihnen...“
Non! Hallte es verzweifelt in seinem Kopf und Clara schlängelte sich aus seiner Umarmung heraus. Damné!
Die Stimmung war weg, das Rendezvous vorbei.
Rowan wusste es genau.
Gefrustet stand er an der Wand, stemmte sich mit dem Arm davon ab und blickte ihr wehmütig hinterher. Clara begleitete die ältere Dame in ihre Wohnung und kam mit langen Schritten zu ihm zurück. Er drehte sich zu ihr und sackte mit der Schulter an die Wand. Sein Hundeblick zauberte ein feines Lächeln auf ihr Gesicht. „À demain...“, hauchte sie ihm zu und küsste ihn ein letztes Mal für diesen Abend. Noch einmal bekam er dabei Claras einzigartigen Duft in die Nase, ebenso fühlte er ihren warmen Körper, der sich einmal mehr an ihn anschmiegte. Ob er wirklich bis Morgen warten konnte?
Dann verschwand Clara erneut hinter der Tür von Misses Bradford, welche er gerade die Pest an den Hals wünschte.