Rendezvous 1/3

1047 Worte
Clara fand sich in der Lounge eines Kinos wieder. Alles erinnerte sie an die goldenen Neunzehn Zwanziger. Eine perfekte Gatsby Atmosphäre. Die Gäste mauschelten in angenehmer Lautstärke, waren entspannt und genossen den Abend mit ihren Drinks. Im Hintergrund spielte sachte Musik und der rote Teppichboden dämpfte zusätzlich die Geräuschkulisse. Rowan stand derweil mit dem Rücken zu ihr und bestellte an der Theke etwas zu trinken. Clara fiel auf das er einen absolut süßen Knackarsch hatte und sein Rücken einfach nur wundervoll in diesem weißen Hemd, welches er an den Unterarmen hochgekrempelt hatte, zu Geltung kam. Sein Haar, das er an jenem Abend zurückgekämmt hatte, wirbelte nun in jungenhaften Locken um seinen Kopf. Er sah damit verspielt und weniger furchteinflößend aus. Nach wie vor trug er eine elegante Anzughose und italienische Lederschuhe. Rowan hatte Stil. Teuren natürlich. Genauso wie den Whiskey und das Glas Wein, welche er mitbrachte. „Bitte schön.“ Clara nahm den Wein dankend entgegen. Keck stieß er mit ihr an. „Auf einen entspannten Abend, ohne böse Überraschungen.“ Sie lächelte. „Viel Schlimmer kann es nicht werden...“ Rowan hob die Augenbrauen an. „Wie meinst du das?“ „Ach, vergiss es“, wedelte sie ab und nickte auf die Tickets in seiner Anzugtasche. „Was schauen wir uns an?“ Rowan nahm die Eintrittskarten heraus und zeigte sie ihr. „Einen guten alten Schwarz-Weiß Film.“ Die zwölf Geschworenen. Clara war angenehmen überrascht und nahm einen großen Schluck aus ihrem Weinglas. „Na, dann los!“ Es war unerwartet voll in dem kleinen Saal und sie setzten sich nach hinten in ihre Reihe. Um sie herum waren kaum Besucher und hinter ihnen saß überhaupt niemand. Rowan zeigte sich von seiner charmanten Seite und nahm ihr elegant den Mantel ab. Ein Gentleman wie er im Buche stand! Und er duftete so herrlich, als er sich leicht über sie beugte und ihre Jacken auf den anderen Sitz warf. Der Film fing an und Rowan hatte die Beine übereinandergeschlagen und stützte dabei das Kinn in seine Finger. Er lehnte sich dabei auf Claras Seite, wirkte konzentriert und verfolgte den Film mit Interesse. „Wie oft hast du ihn schon gesehen?“, fragte sie nach einer halben Stunde. „Tausend Mal.“ „Und... warum schauen wir ihn uns dann an?“, flüsterte sie weiter. Nun schielte er zu ihr rüber und ein schelmisches Grinsen machte sich über seine Lippen breit. „Um Zeit dafür zu haben...“ Er nahm ihr Gesicht in seine Hände und ihre Lippen trafen sich zärtlich. Clara ließ es geschehen. Rowan war ein wundervoller Küsser und sie wehrte sich jetzt ganz bestimmt nicht gegen ihr inneres Verlangen, ihre Arme um seinen Hals zu schlingen! Ein vergnügtes Lächeln wuchs in ihrem Kopf empor. Dieser Mann, vor dem die ganze Stadt erzitterte, weil er all ihre Geheimnisse kannte, saß mit ihr im Kino und knutschte mit ihr herum als wären sie ein frisch verliebtes Teenager Pärchen! Rowan klappte die Armlehne zwischen ihnen hoch und zog Clara auf seinen Schoß. Seine Hand wanderte von ihrem Hintern, unter ihren Pullover und darunter schlich sie sich heimlich über ihren nackten Rücken. Das enganliegende Top völlig ignorierend. Mittlerweile stand alles Kopf in Claras Leben. Die einzige Konstante, wenn sie genau darüber nachdachte, war ihr Boss. Allerdings war es schwierig geworden in seiner Gegenwart klar zu denken. Vor allem wenn er wie jetzt, ihren BH öffnete und mit der anderen Hand ebenfalls unter ihrem Pullover verschwand. Die Neugier, die seine warmen Hände und Finger vorantrieben, ließ Claras Zunge derweil ihre ganz eigene Erkundungstour machen. Während sie weiterhin so innig miteinander beschäftigt waren, kitzelte er sie leicht und Clara fing an, an seinen Lippen zu kichern. „...Du kennst den Film ebenfalls, hm?“ Rowans Stimme war rau und zugleich erheitert. „Oui... Ich habe ihn zweitausend Mal gesehen.“ Er lachte leise und biss ihr spielerisch in die Wange. Ihr gemeinsames Gekicher blieb nicht unbemerkt und sie ernteten unwirsche Psst-Laute. Dann summte sein Handy auf. Clara hielt er dabei weiterhin fest und sie blieb auf ihm sitzen. Unbequem war es ihr nicht und sie knabberte vergnügt an seinem Hals entlang. „Ja?“, fragte er die Person an der anderen Leitung. „Nein. Miss De Brouche arbeitet heute nicht“, dann legte er rasch auf und wandte sich ihr wieder zu. „Wer war das?“ Clara schaute ihn neugierig an. „Niemand. Unser Rendezvous ist wichtiger. Und ich lass nicht zu, dass es wieder platzt.“ Sein sachlicher Ton veränderte sich nun sinnlich. „Ohne das zu bekommen, was ich will...“ Schaurig fuhr es ihr den Rücken hinunter und ihre Brustwarzen stellten sich dabei erregt auf. Rowans eisblaue Augen durchbohrten sie wie so oft. Selbst in der Dunkelheit des Kinosaals konnte sie die Intensität davon erkennen. Clara schmunzelte und drehte sich auf seinem Schoß zur Leinwand um. Sie machte es sich auf ihm bequem und Rowan stellte entspannt einen seiner Füße auf die Rückenlehne der Vorderreihe. Claras Hintern schmiegte sich beinah hypnotisch an ihn ran. Und das, was er in dem weißen Kleid teilweise schon zu Gesicht bekommen hatte, fühlte sich vorhin in seinen Händen unglaublich an! Wenig hatte sie nicht. Aber seine Hände waren glücklicherweise groß. Nun nahm sie ihre Arme aus ihrem Pullover heraus. Ihr Rücken schlängelte sich und vollführte dabei einen eigenartigen Tanz. Rowan beäugte sie neugierig. „Was tust du da?“ Doch Clara antwortete nicht. Irgendwann kamen ihre Hände wieder hervor und mit ihnen ein delikates Kleidungsstück, dass sie ihm, über ihren Finger hängend, darbot. Er lachte und warf den Kopf in den Nacken. Dann nahm er ihre Hand und drückte einen Kuss auf ihre Innenfläche. Gleich darauf nahm er seine Trophäe entgegen: einen schwarzen, transparenten Spitzen BH. Obwohl Clara ihren schönen Körper unter unvorteilhafter Kleidung versteckte, hieß es nicht, dass sie ihn nicht wertschätzte. Auf ihre Art und Weise. Und Rowan genoss dieses kleine Geheimnis. Er verstaute ihr Geschenk und schlang seinen Arm um ihre Mitte als sie sich an ihm zurücklehnte und ebenfalls die Füße aufstellte. Sie sahen den Film zu Ende an und Rowan kostete diese außergewöhnliche Intimität zwischen ihnen aus, welche wie aus dem Nichts hervorsprudelte. Er mochte dieses Gefühl, was sie in ihm auslöste. Was auch immer es war.
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