Kapitel Neun Ich betrete das Miso Hungry ein paar Minuten vor der verabredeten Uhrzeit. Er ist noch nicht da. Gut. Das gibt mir die Chance, meinen verstreuten Verstand zu sammeln. Die Einrichtung dieses Restaurants ist modern und sauber. Die Gerüche, die durch die Filter in meiner Nase dringen, sind nicht allzu überwältigend – nur ein schwacher Hauch von Seetang, ein stärkerer Hauch von Sesamöl und eine Mischung aus abgestandenem Kölnisch Wasser und Parfüms, wie in jedem mit Menschen gefüllten Raum. »Kann ich Ihnen helfen?«, fragt die Hostess, als ich am Eingang verweile. »Ich warte auf …« Das Glöckchen an der Tür des Restaurants klingelt, und der Russe kommt herein. Als die Hostess ihn sieht, wirft sie mir einen Blick zu, der eine Mischung aus Respekt und Neid ist. Ich starre mein

