Die Störche & Beton-Sarkophag

928 Worte
Die Störche ersetzen die Technik vom Mond Der 4. Reaktorblock und der 3.Reaktorblock befanden sich in einem Gebäudekomplex. Wie ein in die Länge gezogenes Gebäude, mit einem Kamin in der Mitte. Der riesige rot/-weiß gestreifte Kamin war wie eine Trennwand, welche dieses eine lange Gebäude, quasi in zwei einzelne Abschnitte unterteilte. Diese zwei einzelnen Abschnitte waren der 3.Reaktorblock und der 4. Reaktorblock. Durch die Explosion des Atomkerns, wurden Trümmerteile vom inneren des Kerns nach außen geschleudert, wie z.B. die hochradioaktiven Graphitblöcke, die als Moderator im Atomkern dienten, welche dann auf dem Dach des 3. Reaktorblocks landeten. Man hatte einen Plan entwickelt, wie man die hohe radioaktive Strahlung, die aus dem Reaktor ausgetreten war, eindämmen könnte. Man musste eine Schutzhülle, aus Beton und anderen Materialien, wie eine Art Sarg für den Reaktor (Sarkophag), um den Reaktor errichten. Doch bevor man dies tun konnte, mussten erst die Graphitblöcken, die sich auf dem Dach des 3. Reaktorblocks befanden, von dort wieder in den 4. Reaktorblock hinunter gelangen bzw. wieder in den 4. Reaktorblock geworfen werden. Erst dann konnte man mit dem Bau des Sarkophags beginnen. Auf meine selbst gestellte Frage, ob die verwendete Technik erfolgreich eingesetzt werden konnte, habe ich eine schlichte, einfache Antwort mit vier Buchstaben: Nein Anfangs setzte man Mondfahrzeuge ein, denn die konnten der Strahlung gut standhalten. Davon hatten sie aber nur eines und das gab irgendwann den Geist auf. Somit hatten sie ein Problem. Sie brauchten einen neuen Roboter. Die Amerikaner konnten sie nicht fragen, zudem hätten die ihnen kaum mit ihrer Technik geholfen. Also machten sie einen Deal mit Deutschland. Sie bekamen von den Deutschen einen Speziellen Polizeiroboter. Dieser sollte der Strahlung – theoretisch – standhalten, jedoch sah es in der Praxis anders aus. Der Roboter war knall Gelb und trug den Namen „Joker." Als die zuständigen Techniker den Joker auf dem Dach des 3. Reaktorblocks platzierten und ihr starteten, vergingen nur wenige Sekunden, bevor er den Geist aufgab. Die Strahlung hatte die Technik des Roboters innerhalb weniger Sekunden lahmgelegt, somit war auch dieser Roboter „tot." Berichten zufolge lag der Grund daran, dass die Sowjets den Deutschen nicht den realen Strahlungswert gesagt hatten. Die Deutschen gingen davon aus, dass der Joker, der von den Sowjets angegebenen Strahlung, standhalten würde, da diese aber höher lag, erwies er sich als Reinfall. Den Wissenschaftlern und Technikern gingen langsam die Optionen aus, sie wussten nicht, woher sie einen genug starken Roboter herbekommen sollten, die der hohen Strahlung standhalten würde. Schließlich blieb ihnen nur noch eine Option: Die Bio-Roboter Die „Bio–Roboter", gewöhnliche Menschen, die nur durch selbst hergestellte Bleischürzen geschützt waren, die jedoch bei dieser hohen Strahlung auch nichts mehr nützten oder wenn, dann nur in einer geringen Menge. Die Meisten von ihnen starben kurz darauf an den Folgen der Verstrahlung. Diese Menschen wurden auch „Störche" genannt, da sie auf dem Dach des 3. Reaktorblocks arbeiteten. Ihre Tätigkeit bestand daraus, innerhalb von wenigen Sekunden so viele Graphitblöcke und radioaktiven Schutt über die Kante des Daches, zurück in den 4. Reaktorblock zu werfen, wie möglich (die Anzahl Sekunden sind umstritten. Zwischen 40-90Sek.). Sie durften sich nur eine geringe Anzahl Sekunden auf dem Dach aufhalten. Mit Schaufeln mussten sie die Graphitblöcke, die bis zu 50 kg, wogen in den 4. Reaktorblock zurückbefördern. Dazu musste sie zuerst eine Leiter hochklettern, damit sie auf das Dach gelangen konnten, dann in schnellem Tempo eine Schaufelladung mit Schutt und Graphitblöcken nehmen, zur Kante rennen und hinunterwerfen, ohne über die Kante zu schauen. Umfallen oder stolpern durften sie nicht. Nach ihrem Einsatz bekamen sie 400 Rubel, eine Urkunde und wurden freigestellt. Der Beton-Sarkophag Die aus dem Reaktor tretende Menge an Strahlung war immer noch enorm. Nachdem hunderttausende Liquidatoren erfolgreich die Graphitbrocken und andere radioaktive Trümmerteile zurück in den havarierten Reaktorblock 4 befördert hatten, konnte die improvisierte Schutzhülle montiert werden. Wegen der hohen Strahlung, wurde die Konstruktion der Sarkophags nicht vor Ort hergestellt, teils wurden die Teile sogar schon miteinander verbunden und vormontiert. So mussten die beim Reaktor zuständigen Liquidatoren, die Teile nur noch zusammenschweißen und den Beton vergießen. Die Ingenieure, die diesen Sarkophag entworfen hatten, schätzten dessen Lebensdauer auf etwa 20 – 30 Jahre. Er musste sehr hastig erbaut werden und der dabei verwendete Beton war vielleicht ein nicht ganz reines Gemisch. Dies wäre erst eine vorübergehende Lösung, bis eine Lösung gefunden würde, die der Strahlung länger standhalten könnte. Zehntausende Liquidatoren arbeiteten fieberhaft daran, den Sarkophag so schnell wie möglich über dem Reaktor zu erbauen. Er wurde 65 Meter hoch. Die Ingenieure wussten, dass der Beton sich selbst irgendwann, wegen der Strahlung, zersetzen würde. Es bildeten sich somit im Laufe der Jahre über 100 Risse in der Schutzhülle, durch welche die Radioaktivität weiter austreten konnte. Aber trotz des herrschenden Zeitdrucks und dem hastigen Erbau des Sarkophags, dachten die Ingenieure dennoch daran, im Inneren des Sarkophags, an der Decke, eine Bewässerungsstation einzurichten, die ununterbrochen einen feinen vernebelten Wasserfilm in den Reaktor hinein sprüht, um die Staubbildung im Sarkophag zu reduzieren. Der Sarkophag war nach 200 Tagen fertig gestellt. Heute steht ein neuer Sarkophag über dem Alten. Seine Lebenszeit wird auf 100 Jahre geschätzt. Er ist das größte bewegliche Bauwerk auf der Welt, denn es wurde auf Schienen über den alten Sarkophag geschoben. Ein Speziallist sagte einst in einer Dokumentation über den neuen Sarkophag, dass der neue Sarkophag so gross ist, das sogar die Kathedrale von Notre-Dame de Paris locker hinein/unter den Sarkophag  passen würde. Der neue Sarkophag besitzt im Inneren spezielle Roboter-Kräne, mit denen der alte Beton-Sarkophag "auseinander" gebaut werden soll. In langsamen Schritten wird der alte Beton-Sarkophag "abgetragen".
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