Lea Wir trafen uns in einem Café, in dem ich noch nie gewesen war – Lukas' Vorschlag, ein Ort, an dem wir beide keine gemeinsame Geschichte oder Erinnerungen hatten, die die Sache verkomplizierten. Das Café hieß Jasmin und lag versteckt in einer ruhigen Seitenstraße in der Maxvorstadt, dem Universitätsviertel. Es hatte zusammengewürfelte Vintage-Möbel, Wände voller lokaler Kunst, die von wunderschön bis rätselhaft reichte, und abgenutzte Holzböden, die unter den Füßen angenehm knarrten. Das Nachmittagslicht fiel durch Spitzengardinen und verlieh dem Ganzen eine sanfte, verträumte Atmosphäre. Studenten saßen an Ecktischen über ihre Laptops gebeugt. Ein älteres Ehepaar teilte sich ein Stück Kuchen am Fenster. Hinter der Theke zischte und blubberte die Espressomaschine. Ein Ort, an dem man

