Lea Der Flur war leer. Ich machte einen Schritt in Richtung Freiheit – und hörte Schritte zurückkommen. Ich huschte so schnell zurück in den Kleiderschrank, dass ich beinahe ein Schuhregal umgestoßen hätte. Die Schlafzimmertür öffnete sich wieder, Petras Stimme eilte ihr voraus, und ich hatte vielleicht zwei Sekunden, um mich in Sicherheit zu bringen. Der Spiegel. Zurück hinter den Spiegel. Ich presste mich wieder in den schmalen Spalt, mein Herz hämmerte so laut, dass ich sicher war, sie konnte es hören. Der bodenlange Spiegelrahmen schnitt mir in den Rücken. Designerroben streiften mein Gesicht wie erstickende Hände. Ich konnte meine eigene Angst schmecken – metallisch und scharf auf meiner Zunge. Petra ging in den Kleiderschrank, immer noch redend. Aber nicht mit Papa. Mit ihrem

