Kapitel 8 – Erinnerungen in Silber Die Nacht war dunkel und schwer. Der Himmel hatte sich mit dunklen Wolken verhangen, obwohl der Vollmond dahinter hell leuchtete – als würde er sie durch jede Dunkelheit hindurch beobachten. Marie lag unruhig in ihrem Bett. Der vertraute Geruch von Wald und Kräutern, der sonst durch das offene Fenster hereinströmte, konnte sie heute nicht beruhigen. Der Traum hatte sie aufgewühlt. Schon wieder. Sie hatte ihn gesehen. Diesmal klarer als je zuvor. Der Mann mit den dunklen Haaren und dem verführerischen Lächeln. Seine Augen, eisblau und kalt, blickten sie durchdringend an, während er ihr Gesicht mit der Hand streichelte – so zärtlich, dass es ihr Angst machte. Und dann, der Moment. Der Schlag. Der Schmerz. Das scharfe, kalte Eisen, das durch ihre Brust dr

