Die Nacht, in der alles starb
Ich spürte diese Kälte, die nicht normal war. Es war, als ob etwas ganz und gar nicht stimmte. Die Kälte fühlte sich schwer an, als stünde der Tod neben mir.
Ich hatte Schmerzen hinter den Augen. Ich wachte langsam auf. Mein Kopf fühlte sich sehr schwer an. Mein Körper war schwach und taub.
Ich versuchte, mich zu bewegen. Ich hatte starke Schmerzen in Armen und Beinen. Ich stieß einen Schrei aus, weil es so wehtat.
Was war mit mir geschehen?
Der Raum roch unangenehm. Es roch nach Parfüm und Alkohol … Nach etwas Metallischem. Nach Blut.
Mein Atem stockte für einen Moment.
Meine Augen waren verschwommen. Dann konnte ich sehen. Die Decke war schwarz mit goldenen Mustern. An der Decke hingen Lampen, aber sie leuchteten nicht sehr hell.
Das war nicht mein Zuhause.
Ich hatte Angst. Ich versuchte, mich aufzusetzen. Mir wurde schwindelig und ich wäre fast hingefallen.
Ich flüsterte leise „Scheiße“.
Ich erinnerte mich an einige Dinge aus der Nacht. Musik. Lichter. Regen. Eine Männerstimme, die sagte: „Lass uns etwas trinken.“
Meine Hände zitterten.
Ich erinnerte mich an den Nachtclub und den Mann. Mein Magen schmerzte.
Ich sah mich an. Ich trug immer noch das Kleid von der Nacht zuvor, aber es war zerknittert und hatte Flecken. Dunkelrote Flecken. Blut.
Mir stockte erneut der Atem.
Dann spürte ich etwas neben mir.
Nein, das kann nicht wahr sein.
Ich drehte langsam den Kopf … Ich sah ihn.
Ein Mann lag neben mir auf dem Bett. Er bewegte sich nicht. Seine Brust war nackt. Seine Haare fielen ihm in die Stirn. Er war wunderschön. Aber auch sehr beängstigend, weil er so regungslos dalag.
Auf dem Laken unter ihm war Blut.
Mein Herz blieb fast stehen.
Ich sagte: „Oh mein Gott“.
Ich wich schnell zurück und fiel vom Bett. Ich schlug hart auf dem Boden auf. Es tat mir an der Schulter weh.
Ich spürte den Schmerz nicht, weil ich zu viel Angst hatte.
Der Mann bewegte sich nicht. Seine Augen waren geschlossen. Er war tot.
Das Wort „tot“ wiederholte sich immer wieder in meinem Kopf.
Ich sagte mehrmals „nein“. Meine Stimme zitterte.
Ich kannte diesen Mann nicht. Ich schwöre, ich kannte ihn nicht.
Warum war ich also hier? Warum war da Blut? Warum konnte ich mich an nichts erinnern?
Mein Herz schlug schnell.
Denk nach, Lily. Denk nach.
Das Letzte, woran ich mich erinnerte, war, dass ich in der Eclipse Lounge arbeitete. Draußen regnete es. Der Club war voller Leute und betrunkener Männer.
Dann kam er herein. Er war groß und furchteinflößend und wunderschön. Alle schauten ihn an.
Der Manager war nervös. „Mach ihn nicht wütend“, sagte der Manager. „Das ist Damon Hayes.“
Damon Hayes war ein Milliardär. Er war in allen Zeitschriften und Nachrichten. Jede Frau wollte ihn. Jeder Mann hatte Angst vor ihm.
Er bemerkte mich.
Ich erinnerte mich, dass ich versucht hatte, ihm aus dem Weg zu gehen. Er sah mich immer wieder an. Als ob er mich kannte.
Er sagte: „Du bist interessant.“
Ich sagte: „Ich arbeite.“
Er sagte: „Ich bezahle.“
Seine Augen waren beängstigend. Wie die eines Raubtiers.
Er sagte: „Setz dich.“ Es war keine Frage.
Ich erinnerte mich, dass ich zuerst Nein gesagt hatte. Dann sagte der Manager: „Trink einfach einen Drink mit ihm, Lily.“
Ein Drink. Das sollte alles sein.
Warum konnte ich mich dann an nichts danach erinnern?
Ich hatte Angst. Ich schaute wieder auf das Bett. Auf Damon Hayes. Er bewegte sich immer noch nicht. Er war immer noch tot.
Plötzlich öffnete sich die Tür mit einem lauten Knall.
Ich schrie.
Einige Männer mit Waffen kamen herein. Sie trugen Anzüge. Sie bewegten sich schnell.
Sie sahen die Leiche. Dann schauten sie mich an.
Sie waren wütend. Sie hassten mich.