Der Nebel hing wie ein Leichentuch über dem Weinberg, schwer vom Geruch nasser Erde, zerdrückter Trauben und dem scharfen Geschmack von Blut. Emma schmiegte sich eng an Matthias, der neben dem gefallenen Wächter kniete. Seine Hände arbeiteten schnell daran, die Wunde zu stabilisieren, seine Finger blieben trotz des Nebels und der Spannung, die sie umgab, ruhig. Das leise Stöhnen des Mannes verriet ihnen, dass er noch lebte – aber nur knapp. „Wir müssen ihn wegbringen“, sagte Matthias mit leiser, bedächtiger Stimme, während seine Augen jeden Schatten, jeden sich bewegenden Nebelfaden absuchten. „Wir können ihn hier nicht schutzlos zurücklassen.“ Emma nickte, packte den Arm des Wächters und half Matthias, ihn mit vorsichtiger Präzision hochzuheben. Der Boden unter ihnen war glatt und tücki

