Der Sturm war vorüber und das Anwesen in eine zitternde Morgendämmerung getaucht. Nebel hing wie ein Lebewesen über den gepflegten Gärten und den sanften Weinbergen. Die Welt roch nach nasser Erde und Rotguss, ein Geruch, der Emmas Brust bei jedem Atemzug zusammenzog. Matthias stand im Kontrollraum, jeder Monitor war mit Bewegungsmeldern, Perimeterkameras und Infrarotscannern aktiviert. Rote Punkte blinkten über das Anwesen – manche echt, manche falsch – ein sorgfältig geschichtetes System, das jeden Eindringling verwirren sollte. Seine Hände bewegten sich präzise, schalteten Lichter, Türen und Sicherheitsrollläden ein, jeder Befehl war wohlüberlegt. Emma beobachtete ihn von hinten, die Arme verschränkt, die Zähne zusammengepresst. „Das schaffst du nicht allein“, sagte sie leise, obwoh

