KAPITEL 81 – JULIANS VERSTECK

2621 Worte

Die Fahrt endete in Stille. Als der Wagen endlich anhielt, hörte Emma nur noch den Wind – langsam, schleppend, fast menschlich in seiner Trauer. Die Augenbinde fiel ab, und kaltes Licht traf ihre Augen wie Messer. Sie parkten vor einem Haus, das halb von der Zeit verschlungen aussah. Die Weinreben, die es einst umrahmten, waren längst verwildert und rankten sich an zerbrochenen Mauern und zerbrochenen Fensterläden empor. Eine verrostete Wetterfahne knarrte über dem Dach. Dahinter lag das Meer wie eine matte Zinnplatte unter einer trüben Morgendämmerung. Ein altes Weingut – verlassen, vergessen, perfekt für Geister. Julian öffnete ihr persönlich die Tür. „Willkommen zu Hause“, sagte er leichthin. Emmas Beine zitterten, als sie ausstieg, die Handgelenke immer noch gefesselt. Der Geruch

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