Der Morgen nach dem Feuer brach klar und kalt an. Ausnahmsweise regnete es nicht – nur die hohle Stille eines gereinigten Landes. Die Reben lagen geschwärzt und skelettartig da, ihre verbrannten Ranken krümmten sich wie Finger, die nach etwas griffen, das sie nie wieder berühren konnten. Vom Ostbalkon aus beobachtete Emma, wie sich der Nebel über den Weinbergen lichtete. Die aufgehende Sonne fing sich in der Asche und ließ die Welt schimmern, als wäre sie mit Silber bestäubt. Schön, auf grausame Weise. Hinter ihr öffneten sich die Glastüren. „Helena erwartet dich im Arbeitszimmer“, sagte Charlotte leise. „Sie sagt, es sei dringend.“ Emma rührte sich zunächst nicht. „Hat Matthias gegessen?“ Charlotte zögerte. „Er … plant.“ Emma lächelte spröde. „Natürlich.“ Sie wandte sich vom Fen

