Der Morgen kam gnadenlos. Der Sturm war vorüber, doch seine Spuren blieben – die Luft scharf vom Geruch von Petrichor, die Vorhänge zitterten noch immer im Wind, der nicht mehr wehte. Emma lag lange vor Sonnenaufgang wach, die Augen offen und betrachtete die blasse Geometrie der Decke. Die Laken rochen nach Regen und ihm, doch die andere Seite des Bettes war leer und kalt. Sie hatte ihn nicht zurückkehren hören. Irgendwo im Flur tickte eine Uhr mit grausamer Präzision, jede Sekunde eine Erinnerung daran, dass die Zeit verging, auch wenn sie es nicht konnte. Das Telefon neben ihr blieb dunkel, Charlottes letzter Anruf hallte in der Stille wider. Tu nicht – Sie kniff die Augen zusammen. Charlottes gedämpfte Bitte war die ganze Nacht hindurch immer wieder in ihrem Kopf herumgegangen wie

