KAPITEL 7

1503 Worte
Obwohl Emma mit Christian weggegangen ist, beschwert sich Sofia weiterhin und spricht schlecht über sie. „Aaron, ich kann nicht glauben, dass du mit dieser Frau Zeit verbringst“, sagt Sofia verärgert. „Merkst du nicht, dass sie es nur auf dein Geld abgesehen hat?“ „Mama, bitte hör auf, so über Emma zu reden!“, sagt Matías. Man merkt ihm an, dass ihm die Situation unangenehm ist. „Deine Mutter hat nichts Unwahres gesagt. Sie ist eine Opportunistin und verdient sich eine goldene Nase mit ihrem Verhalten. Hast du das gerade nicht gesehen? Sie ist jetzt anscheinend mit Christian Taylor zusammen. Direkt nachdem sie sich von dir scheiden lassen hat, hat sie schon einen anderen“, sagt Silvia. Als Aaron das hört, ist er überrascht und versteht nun, warum Sofia Emma so behandelt. Emma ist Matías' Ex-Frau und er ist anscheinend nicht gut auf sie zu sprechen. „Ich finde nicht, dass man sie dafür verurteilen sollte, dass sie sich einen anderen Mann gesucht hat. Schließlich hast du Silvia während deiner Ehe mit Emma geschwängert“, sagt Aaron. Matías und Silvia bleiben still und schauen auf den Boden. Obwohl Aaron noch relativ jung ist, hat Matías großen Respekt vor seinem Onkel, dem alle Familiengeschäfte gehören. Das Letzte, was Matías will, ist, ihn zu verärgern. „Aaron, bitte vergleiche Silvia nicht mit dieser Frau. Sie sind nicht auf demselben Niveau“, sagt Sofia und versucht, das Fremdgehen ihres Sohnes zu rechtfertigen. „Ich will nicht mehr mit euch reden. Ich habe noch was zu erledigen und will keine Zeit mehr mit unwichtigen Dingen verschwenden“, sagt er, dreht sich um und lässt sie einfach dort stehen. *** In der Zwischenzeit unterhält sich Emma mit Christian in der Bibliothek des Hauses. „Emma, was ist los? Warum hast du sie mich nicht zurechtweisen lassen? Ich wollte sie daran erinnern, dass du meine Schwester bist, eine Taylor!“ „Ich bin einfach der Meinung, dass es sich nicht lohnt, mit ihnen zu streiten. Außerdem interessiert es mich nicht mehr, was sie über mich denken oder nicht denken.“ „Ich bin jeden Tag dankbar, dass du dich jetzt von dieser Familie distanzierst.“ „Christian, ich möchte dir eine Frage stellen.“ „Was möchtest du mich denn fragen?“ „Kennst du Aaron White?“ „Ja, ich kenne ihn. Er ist einer der besten jungen Geschäftsleute des Landes.“ „Weißt du auch, dass er der Onkel meines Ex-Mannes ist?“ „Ja, aber er hat nicht viel mit seiner Familie zu tun. Warum fragst du?“ „Weil ich Interesse habe.“ „Wie meinst du das?“ „Ich weiß, dass du nicht willst, dass ich wieder etwas mit dieser Familie zu tun habe. Aber es gibt etwas, das mir an ihm gefällt, und ich möchte, dass du mir hilfst.“ „Das ist eine ernste Sache. Er ist immerhin der Onkel deines Ex-Mannes.“ „Ich weiß. Das macht es umso interessanter.“ „Was hast du vor?“ „Nichts. Ich möchte einfach nur, dass du mir als mein großer Bruder grünes Licht gibst.“ „Emma ...“ „Hilf mir einfach dieses eine Mal. Mit dem, was gerade passiert ist, muss ich einen schlechten Eindruck bei ihm hinterlassen haben. Gott weiß, was sie ihm jetzt gerade noch alles erzählen. Aber wenn du mit ihm redest, mich als deine Schwester vorstellst und ihm zeigst, dass du jede Beziehung, die wir potenziell haben könnten, unterstützen würdest, dann würde das wirklich hilfreich sein.“ „Ich verstehe nicht, warum das hilfreich sein soll. Wie ich das gerade gesehen habe, scheint ihr euch doch schon ziemlich nah zu stehen.“ „Tu einfach, was ich sage, und hinterfrage es nicht.“ „In Ordnung, ich werde dir helfen. Aber du stehst in meiner Schuld. Außerdem bin ich mir nicht sicher, wie Papa reagieren wird, wenn er es herausfindet.“ „Ich regel das mit Papa. Du kümmerst dich einfach nur um das, worum ich dich gebeten habe.“ „Na gut.“ „Außerdem denke ich, dass wir die Bekanntmachung, dass ich auch eine Taylor bin, verschieben sollten.“ „Das wird nicht möglich sein.“ „Und warum nicht?“ „Weil unsere Eltern dem nicht zustimmen werden. Lass uns jetzt zur Party zurückkehren. Papa sucht bestimmt schon nach dir.“ „Ok.“ Die beiden kehren zur Party zurück und finden ihren Vater, der gerade mit Aaron spricht. Sie halten beide Abstand und entscheiden sich, das Gespräch der beiden nicht zu unterbrechen. *** Aaron sieht Emma neben Christian stehen und beobachtet sie, um einzuschätzen, was für eine Frau sie ist. Ihre Schwägerin hat nicht gerade positiv über sie gesprochen und die Tatsache, dass sie Matías' Ehefrau war, mindert ihren Status als Kandidatin zusätzlich. „Ich würde Ihnen gerne meine jüngste Tochter vorstellen“, sagt Hector Taylor zu Aaron. „Ihre jüngste Tochter?“, antwortet Aaron überrascht. „Ich wusste gar nicht, dass Sie noch eine Tochter haben.“ „Ich habe eine Tochter, die in der Vergangenheit etwas rebellisch war. Aber sie hat sich weiterentwickelt und ist wieder Teil der Familie.“ „Ich bin gespannt darauf, sie kennenzulernen.“ „Vielleicht kennen Sie sie ja auch schon. Sie war Matías' Ehefrau, obwohl ich dieser Ehe nie zugestimmt habe“, sagt Hector. Aaron wird klar, dass die Tochter, von der Hector Taylor spricht, Emma ist. Wenn dem so ist, muss sie ihre Zugehörigkeit zur Familie Taylor verheimlicht haben. Denn wenn ihre Schwägerin Sofia gewusst hätte, dass Emma eine Taylor ist, würde sie Emma niemals so behandeln, wie sie es jetzt tut. „Ich bin jetzt noch mehr daran interessiert, Ihre Tochter kennenzulernen“, sagt Aaron, der bereits genau weiß, von wem Hector Taylor spricht. Dann kommt Emma auf die beiden zu, während Christian weiterhin Abstand hält und sich mit einigen Freunden unterhält. „Hallo“, sagt Emma und lächelt ihren Vater und den gutaussehenden Mann an, der neben ihm steht. „Schatz, ich freue mich, dass du hier bist. Ich möchte dir jemanden vorstellen.“ „Wer ist denn die Person, die du mir vorstellen möchtest?“ „Dieser junge Mann an meiner Seite ist Aaron White. Ich kenne ihn schon eine Weile und würde mich freuen, wenn ihr euch gut versteht.“ „Freut mich, Sie kennenzulernen, Frau Taylor“, sagt Aaron und Emma schaut ihn mit einem überraschten Ausdruck an, während er vorgibt, dass dies ihr erstes Treffen ist. „Die Freude ist ganz meinerseits“, antwortet Emma und spielt mit. „Ich lasse euch beide mal allein, damit ihr euch besser kennenlernen könnt“, sagt Emmas Vater, Hector, und geht in Richtung Bar. Die beiden sehen sich an und Emma fühlt sich etwas verlegen in Aarons Gegenwart. Obwohl sie beabsichtigte, ihm näherzukommen, um ihn für sich zu gewinnen, hat die Direktheit ihres Vaters seine Absicht, sie zu verkuppeln, doch mehr als deutlich gemacht. „Ich wusste nicht, dass du mit meinen Eltern befreundet bist.“ „Wir sind mehr als nur Freunde, wir sind Geschäftspartner. Mich hat allerdings überrascht, dass du mit meinem Neffen verheiratet warst“, antwortet Aaron und deutet an, dass er es als Nachteil sieht, dass sie Matías' Ehefrau war. „Wir waren nur auf dem Papier verheiratet. Wir haben nie im selben Bett geschlafen. Ich habe ihn nicht ein einziges Mal berührt“, erklärt Emma. Sie beobachtet Aarons Reaktion genau und versteht, dass es für ihn keine angenehme Vorstellung ist, mit einer Frau auszugehen, die einmal mit seinem Neffen verheiratet war. Aber im Grunde genommen ist sie ja sogar noch Jungfrau. „War eure Ehe also von Anfang an zum Scheitern verurteilt?“ „Ich denke schon.“ „Wenn ich derjenige gewesen wäre, der mit dir verheiratet war, hätte ich die Gelegenheit nicht verpasst, dich zu meiner Frau zu machen.“ Emma sieht ihn an und ihre Augen weiten sich vor Überraschung über seine Kühnheit. Aufgrund ihres Schocks kann sie nur ein leichtes Lächeln zustande bringen. Schließlich bringt eine Ehe das Versprechen mit sich, sich seinem Partner hinzugeben. Als sie Matías heiratete, war sie bereit, sich ihm hinzugeben. Aber er wollte sie nicht. „Das bringt eine Ehe mit sich“, sagt Aaron abschließend und nimmt einen Schluck aus seinem Glas. „Dann musst du jetzt nur noch deine Geburtsurkunde holen. Morgen um zehn Uhr erwarte ich dich dann im Standesamt, um dich zu meiner Frau zu machen.“ „Was hast du gerade gesagt?“, fragt Emma überrascht. „Möchtest du eine große Hochzeit?“ „Eigentlich nicht ...“ „Dann verschwenden wir keine Zeit und machen es so schnell wie möglich. Schließlich wird das Ergebnis unabhängig vom Zeitpunkt dasselbe sein. Wenn du mich jetzt bitte entschuldigen würdest, ich muss los“, sagt Aaron und lässt sie völlig verblüfft zurück. Emma hat sich gerade erst scheiden lassen und steht nun kurz davor, wieder zu heiraten, und zwar schon morgen.
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