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Seine abgewiesene Luna

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Drei Jahre lang wartete Lena Voss auf die ihr vom Schicksal vorherbestimmte Seelenverwandtschaft. Stattdessen wurde sie zurückgewiesen – vor ihrem gesamten Rudel, vom Alpha, der behauptete, es sei „zum Besten“.

Doch das Schicksal hat noch nicht mit ihr abgeschlossen. In den Sekunden nach ihrem Herzschmerz erwacht eine zweite Anziehungskraft – eine, die nicht existieren dürfte, eine, die sie mit einem Mann aus jenem Rudel verbindet, vor dem sie jeder Älteste gewarnt hatte. Während Kane Hadley zu spät erkennt, was er weggeworfen hat, und das Schweigen des Ashwood-Rudels Geheimnisse birgt, die älter sind als die Zurückweisung selbst, ist Lena hin- und hergerissen zwischen dem Alpha, der sie verletzt hat, und dem Fremden, der vielleicht der Grund dafür ist.

Manche Bindungen sind nicht dazu bestimmt, zerbrochen zu werden. Manche Zurückweisungen sind nicht das, was sie scheinen. Und manche Monde verändern nicht nur das Schicksal eines Mädchens – sie enthüllen es.

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Die Zurückweisun-a
Die Halle des Rudels roch nach Zedernholzrauch und nassem Stein, wie immer, wenn die Ältesten die Zeremonienfeuer zu früh entzündeten. Lena stand am Ende der Menge, die Finger so fest ineinander verschränkt, dass die Knöchel weiß wurden, und sah zu, wie sich dreihundert Menschen nach ihr umdrehten, als wäre sie schon jetzt ein bemitleidenswertes Wesen. Sie trug Grün. Ihre Mutter hatte es vor zwei Tagen ausgesucht, ihr den Stoff im Küchenlicht vors Gesicht gehalten und gesagt: *Dieses hier, dieses hier wird er sich merken.* Lena hatte nicht widersprochen. Sie war zu sehr damit beschäftigt gewesen, ihre zitternden Hände so lange zu beruhigen, bis sie sich selbst die Haare flechten konnte. Jetzt fühlte sich der Stoff auf ihrer Haut fremd an. Zu hell. Zu hoffnungsvoll für einen Raum, in dem eine Stille herrschte, die ihr nicht gefiel. Kane stand auf dem erhöhten Podium ganz vorne, in Schwarz gekleidet, wie man es nur bei Zusagen und Abweisungen tat, und Lena konnte immer noch nicht sagen, selbst jetzt nicht, selbst nach drei Jahren, in denen sie ihn aus Räumen beobachtet hatte, von denen er nichts wusste, dass sie da war, welcher heute Abend es sein würde. Sie redete sich ein, es spiele keine Rolle. Eine Verbindung war eine Verbindung. Das Schicksal machte keine Fehler – genau darum ging es bei dieser Anziehung, diesem Schmerz in ihrer Brust, der seit ihrem achtzehnten Geburtstag da war, so gleichmäßig wie ein zweiter Herzschlag. Er würde es auch spüren. Er musste es. Ihre Mutter drückte ihr von hinten die Schulter. „Geh“, flüsterte sie. „Er wartet auf dich.“ Lena ging. Die Menge teilte sich, wie man es eben tut, wenn man etwas nicht direkt ansehen will. Sie fixierte Kane die ganze Zeit mit den Augen, auf seine Kieferpartie, darauf, wie seine Hände an seinen Seiten gekrümmt waren, als würde er etwas zurückhalten. Sie redete sich ein, das seien Nerven. Gute Nerven. So ein Gefühl, wie es ein Mann hatte, bevor er die Frau für sich beanspruchte, die ihm das Schicksal zugeteilt hatte. Sie erreichte den Fuß des Bahnsteigs und blieb stehen. Er hatte sie immer noch nicht angesehen. „Kane.“ Ihre Stimme versagte bei der zweiten Silbe. Sie hasste das. Sie hatte diesen Moment hundertmal in Gedanken durchgespielt, und in keiner dieser Versionen hatte ihre Stimme sie so schnell im Stich gelassen. Sein Blick traf endlich ihren, und für eine ganze Sekunde – sie würde diese Sekunde noch Monate später immer wieder durchspielen, sie immer und immer wieder durchdenken und versuchen, darin etwas zu finden, das ihr Halt gab – für eine ganze Sekunde wurde etwas in seinem Gesicht weicher. Als sähe er sie. Als würde er sich vielleicht endlich, nach drei Jahren des Nickens auf den Fluren und des endlos scheinenden Schweigens, für sie entscheiden. Dann glitt sein Blick über ihre Schulter. Lena musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, wen er ansah. Sie hörte das Rascheln teurer, neuer Stoffe, das leise Aufatmen der Menge, als Selene Blackwood neben das Podium trat, als wäre sie eingeladen worden. Als wäre alles schon entschieden. Kane richtete sich auf. Die Sanftheit in seinem Gesicht verschloss sich wie eine Tür. „Ich, Kane Hadley, Alpha des Purpurmond-Rudels“, sagte er mit ruhiger, förmlicher Stimme, einer Stimme für den ganzen Raum, nicht für sie, „weise Lena Voss als meine Gefährtin zurück.“ Die Worte trafen Lena wie ein Schlag. Sie spürte, wie die Verbindung zerbrach. Nicht nur schwand – *zerbrach*, mit einem Mal, als wäre ein Seil durchgeschnitten worden. Ihre Knie gaben fast nach. Sie stemmte sie gegen die Wand. Sie würde nicht vor diesen Leuten zusammenbrechen. Sie würde Selene Blackwood nicht die Genugtuung geben, sie in aller Öffentlichkeit scheitern zu sehen. Es herrschte Stille im Saal. Dreihundert Menschen, und keiner von ihnen atmete laut genug, um die Stille zu durchbrechen, denn jeder in diesem Raum verstand, was er sah. Eine Zurückweisung war nicht einfach nur ein Alpha, der ein Mädchen abwies. Es war eine Art Tod. Der Tod all jener Versionen ihres Lebens, die auf der Annahme beruhten, dass dieser Mann, diese Verbindung, dieser Mond ihr Mittelpunkt sein würden. Lena zwang sich, ihn anzusehen. Ihn wirklich anzusehen, so wie sie es sich drei Jahre lang aus vorsichtiger, höflicher Distanz nicht erlaubt hatte. „Du kennst mich gar nicht“, sagte sie. Leise. Nicht für den Raum. Für ihn. „Du hast dir nie die Chance dazu gegeben.“ Etwas flackerte in seinen Augen auf – und verschwand, bevor sie es benennen konnte. Sein Kiefer bewegte sich einmal, als würde er Worte zerkauen, die er sich nicht auszusprechen traute. „Das ist das Beste für das Rudel“, sagte er. „Das ist das Beste für *dich*“, erwiderte Lena, und die Korrektur klang fester, als sie sich fühlte, fester, als sie es mit ihrem offenen Herzen vor allen, die sie kannte, hätte klingen dürfen. Sie sah ihm zu, wie er das verarbeitete. Sah, wie sich seine Hände fester an seine Seiten pressten. Einen Augenblick lang dachte sie, er würde vielleicht noch etwas sagen – *irgendetwas* anderes, eine Entschuldigung, eine Erklärung, selbst Grausamkeit wäre besser gewesen als das Schweigen, das er ihr stattdessen schenkte. Er sagte nichts. Also drehte sich Lena um. Sie zwang sich zu langsamen Schritten. Sie zwang sich, das Kinn gerade und die Schultern zurückzuhalten, so wie ihre Großmutter es ihr eingebläut hatte, seit sie klein genug war, um auf der Hüfte einer Frau zu sitzen. „Du kannst im Stillen zusammenbrechen“, pflegte ihre Großmutter zu sagen. „Aber du gehst aufrecht durchs Feuer.“ Die Menge teilte sich erneut, und diesmal lag eine beklemmende Stille in der Luft. Sie hörte das Geflüster, noch bevor sie die erste Reihe passiert hatte: „Ich kann es nicht fassen, dass er das wirklich getan hat“, und „Das arme Mädchen, hast du ihr Gesicht gesehen?“, und darunter, leiser, grausamer: „Ich wusste immer, dass mit dem Mädchen Voss etwas nicht stimmte.“ Sie sah niemanden an. Sie fand die Türen am Ende des Saals und trat hindurch in eine Luft, die zwanzig Grad kälter war als der Raum, den sie verlassen hatte. Erst jetzt beschleunigte sie ihre Schritte und rannte fast. Sie blieb nicht auf der Veranda stehen. Sie blieb nicht auf dem Kiesweg stehen, der zu den Hütten führte. Sie ging weiter, vorbei am letzten erleuchteten Fenster, vorbei an der Baumgrenze, wo der gepflegte Rasen in ein Unterholz überging, das niemand zurückschnitt, bis die Geräusche der Halle hinter ihr verstummten und sie nur noch ihren eigenen Atem hörte, der in ihrer Brust ein- und ausströmte. Ihre Knie gaben schließlich am Fuße einer alten Eiche nach, einer, die wahrscheinlich schon länger dort stand als das Rudel selbst. Sie sank hart zu Boden, die Knie im Dreck, die Hände flach auf den kalten Boden gepresst, als wollte sie sich an etwas Festem festhalten, bevor der Rest ihres Körpers zerbrach. Sie weinte nicht. Das hatte sie sich in der Halle geschworen, und daran hielt sie nun fest, aus einer Sturheit, die sich eher wie Trotz als wie Stärke anfühlte. Stattdessen kniete sie da und atmete, und ließ das Geschehene in sich aufsteigen wie ein Stein, der ins Wasser fällt.

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